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Der Einzelne
zwischen Individualismus und Solidarität

 

 

 

 

 

Lernt Gutes zu tun,
sorgt für Gerechtigkeit
Jesaja 1,17

 

keywords:Egoistisch, Gesellschaft, Individualismus, Solidarität, Gruppe, Solidaritätsverlust, Solidaritätsverlust, artgemäß, artgemäßer, entartet, entarteter

 

 


 

Aktion: Staatsbürger gegen den Herzinfarkt - Die Mitschuld der Bundespolitik am Tod Tausender!
http://www.melhorn.de/Herzinfarkt/Herzinfarkt6.htm#60

Die Bundestagsabgeordneten könnten durch Wahrnehmen ihrer Aufsichtspflicht jährlich Hunderttausende vor dem Killer Nr. 1 - die Herz-/Kreislaufbeschwerden - schützen, aber sie überlassen es vorsätzlich der Bürokratie, das wichtigste aller Herzmittel- das Hormon Strophanthin - zum wirtschaftlichen Vorteil der Großpharmaindustrie aus dem Markt zu drängen.

-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-

Am 1.3.08 habe ich in Sachen Strophanthin nun als 'öffentliche Petition’ eingereicht:

"Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass
1. auf dem Arzneimittelmarkt die wettbewerbsfeindlichen Beschränkungen zugunsten der Pharmakonzerne zurückgenommen werden;
2. der Wirkstoff Strophanthin daher wieder aus der Verschreibungspflicht zu entlassen ist.
"

Begründung und vertiefte Ausführungen unter
http://www.melhorn.de./Petition/

 

Nach meiner Anrufung des EU-Parlaments in Brüssel
konnten Sie diese Petition im Internet mitzeichnen unter

http://itc3.napier.ac.uk/e-petition/bundestag/view_petition.asp?PetitionID=720

 

Zur Grundrechtswidrigkeit einer Beschränkung der öffentlichen Mitzeichnungsfrist

 

 


 

 

Inhaltverzeichnis:


1. Problematik und Zusammenfassung
2. Begriffsklärungen
3. Individuum und Gruppe
4. Die Bedeutung von Fähigkeitenvielfalt
5. Solidarität und Gruppe
6. Solidaritätsverlust
7. Leistungstausch zwischen Gruppen
8. Artgemäßer Egoismus
9. Entarteter Egoismus
10. Die Rolle der Politik

 

 

 

1. Themaproblematik und Zusammenfassung

Das Thema unterstellt, der Einzelne führe heute ein Leben in der Freiheit seiner Entscheidung zwischen Individualismus und Solidarität, und stellt dazu dann die Frage, ob das Ergebnis eine egoistische Gesellschaft sei.

Weil das (Fehl)Verhalten Einzelner nicht auf die gesellschaftliche Gesamtheit übertragbar ist, kann und darf es eine ‚egoistische Gesellschaft' aber nicht geben.

Solidarität ist Voraussetzung für den Gruppenfortbestand ebenso, wie für den Vorteil und das Überleben des Einzelnen. Sie ist Widerpart des Individualismus.

Ihr immer gespanntes Verhältnis steckt Beiden enge Grenzen, um durch die Möglichkeit zum Individualismus die Bereitschaft des Einzelnen zur solidarischen Gruppenförderung zu erhalten.

Der Einzelne darf daher kein Leben in der Freiheit seiner Entscheidung zwischen Individualismus und Solidarität führen.

Wenn in einer Gesellschaft trotzdem eine solche Wahlfreiheit zwischen Individualismus und Solidarität besteht, dann bestimmt entarteter Egoismus die Geschicke und dies ist Ausdruck des absehbaren Niederganges dieser Gesellschaft.

In solchem Fall muss der Individualismus in der Gesellschaft auf seine gruppenfördernde Rolle zurück geschnitten und der Solidarität wieder unterordnet werden.

 

 

2. Begriffsklärungen

a. Egoismus

Egoismus ist eigennütziges und damit ichbezogenes Handeln eines Einzelnen.

Eine Unterscheidung zwischen Egoismus und Egozentrik entfällt themabezogen. Egoistisches Handeln ist nicht weniger ichbezogen als egozentrisches.

Zu unterscheiden ist zwischen artgemäßem Egoismus und entartetem Egoismus.

Artgemäßer Egoismus ist Überlebensbedürfnis des Einzelnen zum eigenen Nutzen und dem seiner Gruppe. Ohne diesen ‚Trieb' gäbe es - entwicklungsgeschichtlich - weder Gruppe noch Individuen.

Entarteter Egoismus geht über den Selbst- und Gruppenerhaltungs'trieb' hinaus und dient - zum Vorteil des Einzelnen - anderen Zwecken.

Altruismus bezeichnet als begriffliches Gegenstück zum Egoismus uneigennütziges Handeln des Einzelnen bis hin zur Selbstaufopferung für die Gruppe, ist jedoch nur eine besondere Form artgemäßen Egoismus.

 


b. Solidarität

Als bloßes Gefühl handlungsfrei, wird Solidarität vom Individuum als Zugehörigkeit zur Gruppe erlebt und ist insoweit für die gesellschaftliche Wirklichkeit daher unbeachtlich.

Handlungsbezogen ist Solidarität jedoch ein Zugehörigkeitsverhalten, das sich sowohl eigen- als auch uneigennützig zeigt.

Dabei wird aber auch uneigennütziges Verhalten stets in der Absicht eigennütziger Vorteilserzielung geübt, denn nur so hat menschliches Handeln Sinn. Aus Verklärung anderes anzunehmen, stünde in Grenzfällen sogar dem artgemäßen Egoismus entgegen.


c. Individualismus

Individualismus stellt den Einzelnen unter dem Gesichtspunkt des für ihn erreichbaren Nutzens in den Mittelpunkt der Betrachtung lebenden Miteinanders.

 

 

3. Individuum und Gruppe
Der Einzelne ist wegen wechselnder Anforderungen an ihn schon aufgrund seiner alleinigen Überlebensunfähigkeit immer Mitglied einer Gruppe.

Diese Gruppe ist andererseits für den Einzelnen verantwortlich. Ihre Größe hängt als Minimalanforderung von der Überlebensfähigkeit der Mitglieder ab.

Aufgrund ihres organischen Wachsens über die bloße Überlebensfähigkeit hinaus, ist die Gruppe kein Zusammenschluss gleichartiger Neigungen und/oder Fähigkeiten wie in einem Interessenverband.

Als Folge der Gebundenheit an ihr organisches Überleben ist Gruppe immer lokal zu sehen, kann aber ihrerseits wieder Teil eines Gruppenverbandes ( = Gesellschaft ) sein.

Als Gruppenverband hat Gesellschaft nie ein egoistisches, sondern stets ein kollektives Interesse.

Gesellschaft ist demnach kein Zusammenschluss von Interessenverbänden, sondern eine Vereinigung von Gruppen, und Politik das, ein Zusammenleben der Gruppen regelnde Gestaltungsmittel zwischen ihnen.

Wo Politik dennoch Interessenverbänden dient, missachtet sie die Bedeutung der Gruppe und des Individuums für das kollektive Interesse und schadet dadurch Gruppenvielfalt und Gruppenfähigkeiten.

Die Grenze zwischen Individualismus und Kollektivismus verläuft, wo die Gruppe den Einzelnen für ihre Entwicklung braucht.

 

 

4. Die Bedeutung von Fähigkeitenvielfalt

Die Lebensverhältnisse des Einzelnen bestimmt nicht die bloße Größe seiner Gruppe, sondern die sich daraus ergebende Möglichkeit ihrer internen Fähigkeitenvielfalt.

Abhängig von den körperlichen und geistigen Gegebenheiten des einzelnen Mitgliedes wird Fähigkeitenvielfalt in einer Gruppe aber erst durch Förderung gruppenverwendbar.

Ohne Gruppenförderung entsteht daher ein Mangel an Fähigkeitenvielfalt innerhalb der Gruppe.

Dieser Mangel wird für die Gruppe wie den Einzelnen gleichmaßen eine Bedrohung, weil schließlich nur noch geringwertige Mitgliedergleichheit in der Gruppe besteht, die als Minimalanforderung an die Gruppe lediglich das Überleben sichert.

Notwendig muss die Gruppe daher solidarisch bereit und fähig sein, sowohl die Überlebensbedürfnisse des Einzelnen zu befriedigen, als darüber hinaus auch seine Fähigkeiten so zu entwickeln, dass diese im Ergebnis der Gruppe nutzen.

 

 

5. Solidarität und Gruppe

Allein die Fähigkeit der Einzelnen - über das bloße Überlebensbedürfnis hinaus - die Gruppe körperlich und geistig entsprechend eigener Möglichkeiten als Ganzes nicht nur zu schützen, sondern auch zu fördern, hat die Menschheit über andere Lebewesen erhoben und zur erdbeherrschenden Macht werden lassen.

Solidarität des Einzelnen mit der Gruppe ist sein Beitrag zum eigenen und zum Gruppenerhalt.

Dies vollzieht sich in enger gegenseitiger Abhängigkeit. Erst die Gruppe fördert den Einzelnen, der Einzelne wiederum die Gruppe, denn erst die Sicherung seines Überlebens in und durch die Gruppe ermöglicht dem Einzelnen das Entwickeln seiner Fähigkeiten, die er dann seinerseits solidarisch zum Nutzen der Gruppe einsetzt.

Solidarität der Gruppe mit dem Einzelnen ist daher so wenig Gönnertum, wie solidarisches Verhalten des Einzelnen zur Gruppe.

Die Verweigerung solidarischen Verhaltens des Einzelnen in egoistischem Tun beschädigt demnach ebenso das Gruppeninteresse, wie Verweigerung solidarischen Verhaltens der Gruppe gegenüber den Einzelnen.

Diese Bedingung einer Weiterentwicklung von Individuum und Kollektiv im gegenseitig abhängigen Gruppenerfolg begründet, warum der Einzelnen immer in der Verantwortung für die Gruppe bleibt.

 

 

6. Solidaritätsverlust
Vorübergehend kann das gruppeninterne Abgehen von diesen Abhängigkeiten durch Eingliedern der Gruppe in einen Gruppenverband vertuscht werden, der gerade jene Fähigkeiten brauchen kann, die in der Gruppe vorhanden sind,

Zieht aus solchem Zusammengehen aber nicht jedes Individuum der beteiligten Gruppen unmittelbaren Vorteil aus der Leistungserbringung Einzelner für seine oder die andere Gruppen, so ist damit ausbildungsbezogen die Förderungsbereitschaft aller Gruppenmitglieder letztlich fehlgeleitet. Dann nämlich schaffen solche Leistungserbringer einer Gruppe zwar der Gruppe als Ganzheit ein Mehr, doch haben davon nicht alle innerhalb der Gruppe mehr. Eben das aber ist Absicht und Aufgabe allseits zu gewährender Solidarität.

Ein ähnliches Ablenken versucht die Begriffsprägung von der ‚egoistischen Gesellschaft'. Dadurch werden egoistisches Verstöße gegen Gesellschaft dadurch verharmlost, dass egoistisches Verhalten Einzelner als gesellschaftliche Norm verstanden werden will: Es sind ja eigentlich und irgendwie alle so. Nur eben der eine mehr, der andere weniger!

Egoisten erfahren dadurch keine Ächtung ihres Verhaltens durch die Gesellschaft und selbst krasse Fälle von Egoismus lassen sich als bloßes Beispiel dafür hinstellen, dass der Mensch nun mal ‚menschelt'. Der Egoist kann gleichsam unter die Fittiche seiner Opfer schlüpfen, die Grenzen für Egoismus verwischen zum Vorteil jener, die ihn ausüben.

Solches Geschehen zum Nachteil der Einzelnen wird die Gruppenmitglieder - werden sie sich dessen schließlich bewusst! - langfristig aber veranlassen, gruppeninterne Förderung zu vermindern oder vielleicht sogar aufzugeben.

Das wiederum wirft das Individuum bis auf die Notwendigkeit seiner bloßen Daseinssicherung zurück und legt ihm schließlich nahe, sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eine neue Gruppe zu suchen.

Allerdings hat Gruppentauschbarkeit für den Einzelnen nicht nur räumliche Grenzen, sondern ist auch von seinen geistigen und körperlichen Voraussetzungen abhängig.

Körperliche Beweglichkeit macht dabei in einer bewegungsfähigen und -bereiten Gesellschaft gewöhnlich kaum Schwierigkeiten.

Die geistige Voraussetzung des Einzelnen zum Gruppenwechsel ist jedoch davon abhängig, welche Fähigkeitenförderung er zuvor von seiner bisherigen Gruppe erhalten hatte. Sie bestimmt, ob dem Gruppenneuling überhaupt ein gedeihliches Einleben in eine andere Gruppe möglich ist.

Aus der Not geborene Verlegung des Lebensraumes Einzelner- etwa als Folge eines Gruppenunterganges - in eine neue Gruppe bringt anders dieser jedoch kein wirkliches Mehr. Sie ist der neuen Gruppe vielmehr Belastung, die deren Gruppensolidarität herabsetzen wird und ein Abweisen oder Ausstoßen des neuen Gruppenmitgliedes auslösen wird.

Auch hieraus leitet sich für jede Gruppe die Notwendigkeit ab, solidarisch die Fähigkeiten jedes Mitgliedes bestens zu entwickeln - und zwar sowohl im Interesse des Einzelnen unter dem Aspekt seiner Selbstverwirklichung als auch im Hinblick auf Fortbestand und Lebensverhältnisse seiner Gruppe.

 


7. Leistungstausch zwischen Gruppen

Der Nutzen des Einzelnen für die Gruppe kann darin bestehen, dass er im Verbund vieler Gruppen gemäß seiner Ausbildung eine Leistung erbringt, die durch Leistungstausch mit anderen Gruppen wiederum seiner Gruppe zugute kommt.

Zugleich ergibt sich daraus üblicherweise allerdings eine räumliche Begrenzung der für seine Gruppe noch nützlichen Leistungserbringung des Einzelnen, sowie der Gruppe im Gruppenverband.

Solche Entwicklung scheint möglich in dem Geschehen, das unter dem Wirtschaftsbegriff "Globalisierung" erfasst ist und weltweit Gruppen zusammen bringt.

Bestehen zwischen Gruppen aber keine wirklichen Fähigkeitenunterschiede, so ergänzen sie einander nicht.

Selbst wenn die Gruppengesamtheit - oder schlimmer noch, nur einzelne Gruppen! - buchhalterisch von solcher ‚Globalisierung' kurzfristig dann sogar Vorteile hat, sind diese jedoch nur vordergründig, wenn die einzelnen Gruppenmitglieder aller Gruppen davon wenig oder gar keinen Nutzen haben.

Handeln der Gruppe(n) darf sich wegen der gruppeninternen Solidaritätsbedingung nicht danach bestimmen, was es der Gruppe als Ganzheit bringt, sondern es bleibt ihre Aufgabe, den Nutzen für das einzelne Gruppenmitglieder gleichermaßen zu mehren.

Dem Einzelnen nutzt es jedoch nichts, wenn in seiner Gruppe andere Mitglieder durch ‚Globalisierung' besondere Vorteile erlangen, auch wenn sich dadurch rechnerisch das Wohl der Gruppe insgesamt steigert.

Wahren Vorteil aus solcher ‚Globalisierung' ziehen sonst jene, die bloßen Fähigkeitenaustausch innerhalb des Geflechtes ‚globalisierter' Großgruppen für ihre unterschiedlichen egoistischen Interessen missbrauchen.

Bei den beteiligten Gruppen leitet dies aber gruppenintern abnehmende Fähigkeitenvielfalt ein und damit eine rückschrittliche Gleichmacherei der Gruppenmitglieder. Im Ergebnis bedeutet das für immer mehr Gruppen und deren Mitgliedern irgendwann Nutzenstillstand und damit langfristig den Untergang der Gruppe(n).

Maßstab für jeden Zusammenschluss von Gruppen muss somit immer sein, wie viel Nutzen der Einzelne in seiner Gruppe - nicht die anonyme Gruppenmasse als Ganzes! - dadurch hat, dass die gruppennutzbare Fähigkeitenvielfalt innerhalb der Gruppen zunimmt.

Wo dies zweifelhaft ist, stellen sich Gruppenausweitung oder -zusammenschluss selbst in Frage und schließlich ins Abseits.

Bloße ‚Globalisierung' ist daher im Ergebnis in der Regel Rückschritt für die Entwicklung aller daran beteiligten Gruppen.

Sie nutzt vorübergehend allenfalls jenen Wenigen, die in wirtschaftlicher oder geistiger Unabhängigkeit außerhalb der jeweiligen Gruppensolidarität leben und sich aus Egoismus wohl auch darauf verlassen, die zeitliche Begrenztheit ihres Lebens werde für sie die nachteiligen Folgen ihres Tuns nicht sichtbar werden lassen.

 


8. Artgemäßer Egoismus

Als artgemäßer Egoismus hat ichbezogenes Denken eine wichtige Schutz- und Aufgabenfunktion, denn nur in seiner entarteten Form steht Egoismus im Gegensatz zur Gruppe und ihren Mitgliedern.

Dies gilt für den Einzelnen ebenso wie für die Gruppe, denn etwa der ichbezogene Überlebenswillen und die ichbezogene Selbstbestätigung des Einzelnen sind für beide von größter Bedeutung. Der Einzelne muss leben wollen und dafür alles tun, dessen er fähig ist.

Dabei muss der Einzelne seine Fähigkeiten aber in gemeinschaftsverträglichem Anspruch auf Anerkennung seiner Leistung entwickeln wollen.

Dies bedeutet, dass er als Leistungsanreiz nicht größeren wirtschaftlichen Anteil an der Gruppe fordern darf, sondern bei Erbringen einer besonderen Leistung für die Gruppe statt dessen besonderes Ansehen in der Gruppe erfährt.

Nur solche Form von Individualismus ist gemeinschaftsverträglich. Anderes richtet sich im Ergebnis immer gegen einzelne Gruppenmitglieder und ist damit gruppenschädlich.

Auch in einer vermaterialisierten Welt ist dies nicht abwegig. Etwa Regierungspolitiker gleichen ihr im Vergleich zu Leistungserbringern der Wirtschaft geringeres Einkommen durch die Möglichkeit aus, höheres Ansehen zu bekommen.

Anders als bei vergleichsweise noch entwicklungsfähigen Volkswirtschaften, ist dies in Nachfrage gesättigten - neben dem Führen Nachfrage schaffender Kriege durch Vernichtung von Bestehendem - wirtschaftlich jedenfalls die einzige Möglichkeit weiterer Entwicklung und wird zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft dort letztlich immer in einer Begrenzung individuellen Einkommens münden.

 


9. Entarteter Egoismus

Eine Gruppe besteht aus mindestens zwei Individuen und Egoismus des einen geht bei entartetem Egoismus immer zu Lasten des anderen, wobei die Schuldfähigkeit des Straftäters vom Grad seines Bewusstseins abhängt, zum Tatzeitpunkt sein egoistisches Handeln in Form dieser Tat zu begreifen.

Die Grenze zwischen Straftäter und ‚harmlosem' Egoisten ist in den Übergängen fließend, denn der Vorwurf einer Grenzüberschreitung vom Wertestand der Gesellschaft abhängig und dieser nicht in gleicher Weise auf unterschiedliche Gesellschaften übertragbar.

Der Vorteil des Egoisten bleibt daher der Nachteil aller, denn die Beschädigung selbst einer kleinen Gruppe wirkt letztlich auf die Gruppengesamtheit durch.

Entarteter Egoismus ist daher im Ergebnis gruppenschädlich und gesellschaftsfeindlich. Er wird auch nicht dadurch duldbar, dass die geschädigte Gruppe nur klein und - gesellschaftsbezogen - unbedeutend ist. Sonst würde eine Nische zur angeblichen Selbstverwirklichung des Egoisten zugestanden.

Eine Gesellschaft, die durch das Verhalten vieler fälschlich den Eindruck macht, sie sei als Ganzheit ‚egoistisch', ist daher in einem fortschreitenden Prozess der Selbstzerstörung deshalb verfangen, weil zu viele Einzelne langfristig ihre Solidarität mit der Gruppe verweigern.

Daran ändert nichts, dass Gesellschaft egoistisches Tun manchmal mit feixendem Wohlwollen behandelt oder ihm sogar Bewunderung zollt.

Das Abwiegeln der Auswirkungen egoistischen Tuns offenbart nur den wertemäßigen Niedergang einer Gruppe/ Gesellschaft und soll Egoismus zur duldbaren Lebensart erheben, nach dem Motto: Ein Tor, wer angesichts der zeitliche Begrenztheit jeden Lebens bei Gelegenheit nicht selbst so handelt.

Solches Denken endet in zunehmender Verachtung für das Gesetz, als der Klammer des Zusammenlebens und gipfelt in dem Bemühen von Interessenwahrern, ein Gesetz zum Vorteil Einzelner umgehen zu lernen.

Dennoch hat auch entarteter Egoismus vorübergehend Berechtigung dann, wenn vergleichsweise ungesättigte Märkte mit allgemein niedrigem Lebensstand rasch entwickelt werden sollen. Dann wirkt die Duldung entarteten Egoismus als wirtschaftlicher Leistungsansporn und fördert auch die Gruppe(n) durch deren wirtschaftlichen Aufschwung.

Wegen der Beschränktheit auf den wirtschaftlichen Teil des Zusammenlebens ergibt sich eben hieraus allerdings auch schon die Vorteilsbegrenzung solcher Vorgänge, denn fördert solcher, entarteter Egoismus Einzelner nicht auch in gleichem Maße die geistige Weiterentwicklung der Gruppennitglieder, so bleibt wirtschaftliche Vorteilszuwachs für die Gruppe deshalb bald aus, schon weil der Gruppe keine weiteren Leistungserbringer mehr erwachsen, die den Aufschwung solidarisch weiter tragen können ( wollen ).

Was Gruppenfortschritt war, kommt dadurch zum Stillstand und auch die besonderen Leistungserbringer sind hinsichtlich ihrer Entlohnung durch wirtschaftliche Vorteile wieder zu beschränken, damit die Gruppe nicht schließlich unter oder/und durch sie leidet.

Das wird auch nicht anders dadurch, dass eine Gesellschaft durch Hilfen für beschädigte Gruppen oder deren Mitglieder Ausgleich zu schaffen versucht.

 

10. Die Rolle der Politik

Wie ausgeführt, ist Gesellschaft kein Zusammenschluss von Einzelinteressen in Verbänden, sondern die Vereinigung von Gruppen und deren Mitgliedern, die solidarisch und gleichsam organisch der bloßen Überlebensfähigkeit entwachsen.

Politik regelt dabei das Zusammenleben in der Gruppe und zwischen den Gruppen. Daher ist ihre vornehmste Aufgabe, ständig heraus zu arbeiten, was entsprechend dem geistigen und wirtschaftlichen Stand der Gesellschaft als artgemäßer Egoismus gerade zulässig oder als entarteter Egoismus schon einzudämmen oder zu bekämpfen ist.

Politik ist somit zwar Interessenausgleich, jedoch nicht zwischen Interessenverbänden - als Form einer Bündelung von Einzelnen aus verschiedenen Gruppen - sondern ausschließlich zwischen den Einzelnen innerhalb der Gruppe, sowie der, die Gruppe und ihre Mitglieder tragenden Solidarität.

Diesen Ausgleich muss Politik in Gesetze fassen und steht damit ständig gegen das Wollen von Interessenverbänden, soweit diese den Einzelnen nicht ebenso stützen, wie seine Gruppe.

Wo sich Politik dieser Aufgabe zugunsten von Interessenverbänden verweigert, verrät sie daher die Gesellschaft und damit ihre Aufgabe.

Wenn Politik Interessen folgt - vielleicht sogar nur die des persönlichen Machterhaltes oder -gewinnes der Politiker! - verliert sie ihre Bestimmung aus den Augen und damit die Handelnden ihre Berechtigung.

Dann kann selbst der Kampf gegen Gesetze artgemäßer Egoismus sein, denn solches Tun dient im Ergebnis schließlich bedingungsgemäß gleichermaßen dem Handelnden wie seiner Gruppe.

Allerdings wird solche ‚Notwehr' leicht vorschnell für sich in Anspruch genommen, zumal die Versuchung groß ist, unter solchem Vorwand egoistisches Handeln vor allem dann zu verharmlosen, wenn es (noch) nicht ordnungswidrig oder gar strafbar ist und (noch) keine allgemeine Ablehnung durch Dritte erfährt.

Langfristig zerbricht so jedoch das geschaffene Wertesystem und damit letztlich wiederum die Gesellschaft, denn solches ‚Grauzonen-Handeln' zwingt bislang nicht egoistisch Handelnden irgendwann zu selbst erhaltendem Tun gegen die Gesellschaft, das - gesellschaftsbezogen - als zulässige ‚Notwehr des kleinen Mannes' zwar gerechtfertigt ist, ohne baldiges Ende aber doch gemeinschaftsschädlich wirkt.

Ohnehin besteht immer die Gefahr, dass Politik in entartetem Egoismus ihrer Handelnden zum Selbstzweck wird.

Dann sind die Handelnden ( = Politiker) in ihrem Tun einzuschränken oder bedarfsweise zu entmachten.

Da die Gesellschaft Politiker beruft, um durch ein Regelwerk von Gesetzen den Interessenausgleich zwischen Einzelnen und der Gruppe(n) herzustellen, geht damit auch eine Bedrohung von ihnen aus.

Einerseits ist der Politiker nämlich beim Gestalten des gesetzlichen Regelwerkes für das praktische Zusammenleben der Einzelnen in ihren Gruppen Sachwalter der Interessen aller, andererseits verfolgt er in artgemäßem Egoismus immer auch eigene Interessen. Vorrangig bestehen diese in der Hebung seines Ansehens etwa für die Wiederwahl, aber bei anderen kann diese eben auch in der Erlangungsabsicht wirtschaftlicher Vorteile liegen.

Es ist falsch, daraus einen grundsätzlichen Vorwurf oder gar eine Anschuldigung gegen Politiker herzuleiten, doch es muss gesehen werden, welche gesellschaftsbedrohende Gefahr aus dieser, den Politikausübenden für die Gesellschaft gewährten Macht erwachsen kann.

Folgerichtig muss die Gesellschaft lebensnotwendig den einzelnen Politiker jederzeit den Interessen der Gesellschaft unterwerfen können.

Keinesfalls darf die Gesellschaft den handelnden Politiker zum alleinigen, wenn auch befristeten Beherrscher der Politik und damit des gesetzlichen Regelwerkes werden lassen.

Die - allerdings entschlossene! - Umsetzung von drei Forderungen genügt hierfür jedoch :

1. Weitest mögliche Einschränkung des Einflusses der, die Politiker aufstellenden Interessenverbände auf das sonstige gesellschaftliche Leben.

2. Auf allen Politikebenen direkte und jederzeitige Eingriffsmöglichkeiten der Individuen durch, von ihnen selbst beschlossenen Wahlentscheidungen, die dann die Politik binden.

3. Zeitliche Befristung der individuellen Einflussmöglichkeit jedes entscheidenden Politikers durch beschränkte Wiederwahl.

 

31.3.04

 

 


 

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