Teil I A2 des Artikels:
Herzinfarkt
- 3 Wege zum Infarkt
http://www.melhorn.de/Infarktwege
Seit Veröffentlichung dieser Erkenntnisse - also spätestens im Jahre 1971 - hätte es - allein in der BRD! - Millionen weniger Herzinfarkte und auch Infarkttote gegeben, wären diese Erkenntnisse pflichtgemäß von der sog. Schulemdizin übernommen und an die auszubildende Ärzteschaft herangetragen worden. Aber offenbar ging es imme nnur um Geld und Ansehen - nicht um die Patienten!
![]()
![]()
Aktion: Staatsbürger gegen den Herzinfarkt - Die Mitschuld der Bundespolitik am Tod Tausender!
http://www.melhorn.de/Herzinfarkt/Herzinfarkt6.htm#60
Die Bundestagsabgeordneten könnten durch Wahrnehmen ihrer Aufsichtspflicht jährlich Hunderttausende vor dem Killer Nr. 1 - die Herz-/Kreislaufbeschwerden - schützen, aber sie überlassen es vorsätzlich der Bürokratie, das wichtigste aller Herzmittel- das Hormon Strophanthin - zum wirtschaftlichen Vorteil der Großpharmaindustrie aus dem Markt zu drängen.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Am 1.3.08 habe ich in Sachen Strophanthin nun als 'öffentliche Petition’ eingereicht:
"Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass
1. auf dem Arzneimittelmarkt die wettbewerbsfeindlichen Beschränkungen zugunsten der Pharmakonzerne zurückgenommen werden;
2. der Wirkstoff Strophanthin daher wieder aus der Verschreibungspflicht zu entlassen ist."Begründung und vertiefte Ausführungen unter
http://www.melhorn.de./Petition/
Nach meiner Anrufung des EU-Parlaments in Brüssel
konnten Sie diese Petition im Internet mitzeichnen unterZur Grundrechtswidrigkeit einer Beschränkung der öffentlichen Mitzeichnungsfrist
![]()
![]()
Inhaltsverzeichnis:
2.
Das Wachstum von Kleinherden zum Infarkt
a) Ursachen des Perrosionswachstums
b) Das Wesen des Perrosionswachstums: enzymaler Kettenprozeß
c) Das Ingangkommen des Perrosionsprozesses
d) Vergiftungsweg: die Lymphbahnen
e) Schädigungen im Interstitium, aber Restdurchblutung
f) Schädigungen und Nekrosen des Myokardparenchyms
g) Lokalisation: nur linksventrikulär; Vaso-lnkongruenz;„Schettler-Hypothese"
h) Mehrzahl und alle Größen möglich, Begrenzungsfaktoren, Kontinuitätsregel
2.2. Wachstum durch aszendierende Arterienthrombosen
a) Genese, Progredienz, Linksspezifität
b) „Übergreifen" und Intramuralbeschränkung
c) Publikationen, Umlernhilfe, Häufigkeitsfragen
2.3.
Verhütung
myokardiogener Infarkte durch Myokard-Euthetisierung ( Strophanthin )
a) Fakten-Fortschritte, doch Psychologie-Hindernisse .
b) Korrektur der LIS-Azidose durch Strophanthin
c) Volle Herzwirksamkeit oralen Strophanthins
d) Ausbau und statistische Bestätigung der Infarktverhütung durch Myokard-Therapie
Zu
Einleitung und Inhaltsverzeichnis von ' Herzinfarkt - 3 Wege zum Infarkt'
- http://www.melhorn.de/Infarktwege/index.htm
Zum Artikelverzeichnis www.herzinfarkt-news.de
- http://www.herzinfarkt-news.de
Zum Gesamtverzeichnis aller
Artikel
-http://www.melhorn.de/about/index3.htm
2. Das Wachstum von Kleinherden zum Infarkt
Myokardiogene Myokardinfarkte entstehen
wesensgemäß durch Wachstum, bleiben aber dabei „linksspezifisch"
an den linken Ventrikel gebunden. Beide Merkmale kann es nur bei myokardiogenen
Infarkten geben, nicht bei koronarogenen durch Verschluß einer Großkoronarie,
beweisen also deren Myokardiogenie.
Das Wachsen zum myokardiogenen
Linksinfarkt vollzieht sich auf zwei wesensverschiedene Weisen:
Zu
Einleitung und Inhaltsverzeichnis von ' Herzinfarkt - 3 Wege zum Infarkt'
- http://www.melhorn.de/Infarktwege/index.htm
Zum Artikelverzeichnis www.herzinfarkt-news.de
- http://www.herzinfarkt-news.de
Zum Gesamtverzeichnis aller
Artikel
-http://www.melhorn.de/about/index3.htm
a) Ursachen
des Perrosionswachstums
Die Ursachen sind qualitativ die
gleichen wie bei der Bildung von Kleinherden: myokardiotrope, vorwiegend oder
ausschließlich LIS-schädigende Noxen, doch von stärkerer Intensität, daher
mit intensiverer Schädigung (Dysthesie) auch der Kleinherd-Umgebung, die
dann um so eher der gleichen Nekrotisierung anheimfällt. Nach linksmyokardiologischen
Praxiserfahrungen (3—5), z. T. experimentell bestätigt (53, 44), sind es vor
allem vier Umstände zu solcher Effektsteigerung:
Aus mehreren Gründen ist also die
chronische ambulante Linksinsuffizienz (samt Ursachen und Folgen) so sehr prädisponierend
zur Bildung dieses häufigsten Infarkttyps, daß schon 1949 der Infarkt als
„Sonderverlaufsform" solcher Linksmyokardanomalien angesprochen wurde
(3).
b) Das
Wesen des Perrosions-Wachstums: enzymaler Kettenprozeß
Schon die Linksmyokardiologie (l—5)
hatte mit ihrer mikrotopologischen Analyse von Innenstrukturen myokardiogener
Infarkte diesen Perrosions-Wachstumstyp als einen chemischen Zerstörungsprozeß
aufgeklärt (5, 6a—c): Aus Nekroseherden werden „Nekrotoxine" frei,
die gleichartige Nekrosen in näherer oder fernerer Umgebung bewirken; von dort
werden dann weitere „Nekrotoxine" frei, und so fort im Kettenprozeß (6)
mit „Hindurchätzen" (Perrosion) der Zerstörung. Biochemische Grundlagenforschung
identifizierte dann die Lysosomen-Enzyme (49) als augenscheinlich wichtigste
„Nekrotoxin"-Gruppe (24) und damit den linksmyokardialen Perrosions-Prozeß
als einen Sonderfall der allgemeinbiologisch so wichtigen lysoenzymalen Gewebszerstörungs-Kettenprozesse,
die 1965/ 68 entdeckt und aufgeklärt wurden (24, 25).
c) Das
Ingangkommen des Perrosions-Prozesses
Als Ergebnis der in Abschnitt a)
genannten Noxen sind es vor allem drei Mißstände der LIS, die zum Ausbruch der
kettenreaktiven Großnekrotisierung führen (5, 24,25):
d) Vergiftungsweg:
die Lymphbahnen
Mit dem Ingangkommen dieser Großnekrotisierung
werden nun so viele Lysoenzyme und sonstige Nekrotoxine frei, daß sie nicht
mehr wie bei der Kleinherdbildung nur auf die nächste Umgebung wirken, sondern
jetzt auch auf dem Lymphweg in größeren Mengen abgeführt werden und in
die Ferne wirken.
Ihr Wirkungsweg geht mit diesen
Lymphbahnen von den LIS transmural epikardwärts in die Mittel-, dann
Außenschichten der linksventrikulären Wand. Im Kammerseptum geht er bis nahe
an die Rechts-Links-Scheidefläche. Denn die Septumanteile der Ventrikel entleeren
ihre Lymphe über eigene Dränagewege beiderseits der Septumscheidefläche getrennt
nach außen (54). Ein Übertritt linksventrikulärer toxinhaltiger Lymphe in rechtsventrikuläre
Septumanteile ist daher aus anatomischen Gründen ebensowenig möglich wie aus
druckdynamischen Gründen, für die solche Zweifachdränage notwendig ist.
Auf diesem Lymphweg schädigen die
abfließenden Toxine dann teils das Interstitium, teils die Myokardzellen selbst.
e) Schädigungen
im Interstitium, aber Restdurchblutung
Im Interstitium bewirken die Lysoenzyme
und sonstigen Nekrotoxine viererlei Anomalien:
Aber auch von den Kapillaren und
Arteriolen werden keineswegs alle verschlossen. Daher stets die kräftige „Restdurchblutung
in solchen Fällen" (35), d. h. in myokardiogenen Perrosionsinfarkten.
Diese Restdurchblutung wurde neuerdings auch isotopentechnisch bestätigt (41),
war aber schon immer evident (5, 6) als Quelle des Interstitialödems, das ohne
sie nicht entstehen könnte, als Vehikel für Leukozytosen, Re-sorptions-, Organisations-
und Vernarbungsvorgänge synchron auch im Nekrose-Inneren, und Nährquell für
die Inseln erhaltenen Myokards, die sich innerhalb myokardiogener Nekrosegebiete
finden, auch der Azidose-Grenzschicht-Phänomene (s. unter Abschn. h). Auch dies
alles beweist die myokardiogene, nichtkoronare Genese dieser Infarkte (5, 6);
Belegmaterial bei: (43, 35, 55, 56) und sonstiger Lehr- und Handbuchliteratur.
f) Schädigungen
und Nekrosen des Myokardparenchyms
Die abfließenden Lysoenzyme und
sonstigen Nekrotoxine nekrotisieren aber auch das Myokardgewebe: in den
LIS mehr als Konfluenz (5, 6) der dort so reichlichen Kleinherdnekrosen, auf
dem Weg in die Mittel- und Außenschichten oft mehr bahnförmig. Diese „Sekundärnekrosen"
(52) erzeugen weitere Toxine, weiteren Toxinabstrom epikardwärts, weitere Nekrotisierungen
dort. So kann dieser Infarkttyp das Epikard oft an mehreren Stellen erreichen,
zwischen denen noch Außenschichtgebiete erhalten sind: ein „mehrgipfliges Auseinanderlaufen"
(5, 6), das zur einspitzigen Keilform der Koronarverschlußinfarkte (59— 62 u.
a.) kontrastiert und den Gegensatz der zwei Infarkttypen nach Pathogenese und
Entwicklungsrichtung deutlich macht (Kap. I B).
g) Lokalisation:
nur linksventrikulär;Vaso-Inkongruenz; „Schettler-Hypothese"
Perrosions-Infarkte können immer
nur linksventrikulär zustande kommen (5, 6 a). Denn überall außerhalb der
LIS ist das Myokard so pausenlos durchblutet (37, 38), so reichlich „durchsaftet",
lymphdurchströmt (37, 54, 60) und locker gefügt (40, 41), daß selbst bei gelegentlichen
Kleinherden dort, sogar im Experiment (63), nicht diejenigen Azidosegrade und
Nekrotoxin-Konzentrationen entstehen können, die zu Perrosions-Kettenreaktionen
Voraussetzung sind (24). Allein in der Ungunstsituation der LIS kann der Kettenprozeß
beginnen und so stark anwachsen, daß er bis zum Epikard perrodiert.
Perrosions-Infarkte müssen aber
auch immer nur auf den linken Ventrikel beschränkt bleiben (5, 6 a). Denn
die Lysoenzyme und sonstigen Perrosionstoxine können nur durch Transport auf
dem Lymph-, nicht auf dem Blutweg mit schädlicher Konzentration in nekrotisierbar
azidotisches Nachbargewebe gelangen. Auf dem Lymphweg können sie aber nicht
über den linken Ventrikel hinaus in Vorhofs- und Rechts-myokard gelangen. Daher
das übliche Haltmachen von myokardiogenen Linksinfarkten auch des Septums an
der Septumscheidefläche mit Verschonen des Rechtsmyokards dort. Das ist nur
lymphologisch bei myokardiogenen Infarkten erklärbar, doch bei Koronarverschlußinfarkten
unmöglich.
Diese Erkenntnis hat sich seit jeher
aus der Sektionsempirie von einseitigen Septuminfarkten gespiegelt: Im linksventrikulären
Anteil sind sie gewohntes Alltagsbild, rechtsventrikulär ist noch nie ein Fall
bekannt geworden. Daraus wird die Linksspezifität dieses Infarkttyps ebenso
deutlich wie seine Myokardiogenie.
Daraus ergibt und erklärt sich aber
auch die obligate, absolute Vasoinkongruenz der linksspezifischen myokardiogenen
Myokardinfarkte. Niemals deckt sich bei ihnen das Nekrosegebiet mit dem Versorgungsgebiet
eines Kranzarterienstammes oder -astes, durch dessen etwaigen Verschluß die
Nekrose als Ischämienekrose „erklärt" werden könnte. Größere Koronarien
versorgen außer dem linken Ventrikel stets auch noch Myokard von rechtem Ventrikel
und/oder Vorhöfen, das ebenso nekrotisch werden müßte, wenn deren Verschluß
die Nekroseursache wäre; und kleine Ästchen, die nur linksventrikulär versorgen,
würden in solchem Verschlußfall niemals die übliche Größe und Lage solcher sezierten
(tödlichen) Linksinfarkte bewirken können. Am allerwenigsten ist die Linksspezifität
dieses Infarkttyps mit der lehrüblichen „Stopp-und Umweg-Theorie" zu
„erklären" (6 d): mit Verschluß und Durchblutungsstopp einer beiderseits
Ventrikel- und Vorhofsmyokard versorgenden Arterie, deren Gebiet aber in allen
nichtlinksventrikulären Anteilen aus der Nachbarschaft (etwa aus dem „anämischen"
linken Ventrikelmyokard) durch Anastomosen so reichlich durchblutet sei, daß
dort überall das Myokard gesund überlebt. Denn Anastomosen (wie Kollateralen)
sind stets in beiden Richtungen durchgängig, Druckausgleich schaffend.
Darum müßten die Nekrosen gerade wegen solcher Umwegdurchblutungen stets beiderseits
gleich auftreten oder auch ausbleiben, aber nie einseitig, halb so, halb
anders. Tatsächlich konnten Anastomosen und Kollateralen solcher Wirkung,
obwohl seit Jahrzehnten lehrüblich für Linksinfarkte diskutiert und als „Ursache"
ihrer Linksspezifität unterstellt, noch niemals nachgewiesen werden.
Die grundsätzliche Unmöglichkeit dazu zeigt sich am klarsten bei den isoliert
linksseitigen Septuminfarkten (6 h). Zur Ausnahme des „Übergreifens" Kap.
I A 2 ß.
So wird auch die vasoinkongruente
Linksspezifität dieses Infarkt-Haupttyps nur noch myokardiogen ohne
Selbstwiderspruch erklärbar (5, 6; auch Kap. II 2). Darum hat der letzte
koronarogene Deutungsversuch dieser Linksspezifität, die sog. „Schettler-Hypothese"
(112), als Dignitätskriterium der Koronarschule lebhafte Beachtung gefunden.
Danach versorge die linke Kranzarterie nur das linke Herz, die rechte
nur das rechte; sklerothrombotisch (Kap. I B b) verschlossen werde immer
nur die linke Arterie, einen Gefäßverschluß der rechten (mit Rechtsinfarkt)
„gibt es nicht"; und solch „getrennt angelegte Basisversorgung" der
zwei Herzen sei auch durch Kollateralen nicht überbrückbar. — Die Grundlagensuche
zu solcher Anatomie (113) und Lokal-Thrombophilie (119; Kap. III 5) der Linkskoronarie
ist noch im Gang. Sollte sie auch weiter ergebnislos bleiben, so wäre das Ende
jeder Koronartheorie von Infarkten um so deutlicher aufgezeigt.
h) Mehrzahl
und alle Größen möglich, Begrenzungsfaktoren, Kontinuitätsregel
Weil myokardiogene Myokardinfarkte
durch gewebszerstörenden chemischen Kettenprozeß entstehen, unterliegen
sie den Naturgesetzen von Kettenprozessen überhaupt (24):
Je nach örtlichen Myokardverhältnissen können aus den zahlreich disseminierten Nekrosekleinherden auch mehrere Großperrosionen entstehen. So die bekannten Zwei-und Dreifachinfarkte, die nach der Weltliteratur (64) etwa die Hälfte aller Infarkte ausmachen, meist auch noch kombiniert mit „Ausstrahlungen", die nicht bis zum Epikard durchgedrungen sind, nicht das Vollbild des Transmuralinfarktes zeigen. Hierzu Abb. 3 und 4. So sind je nach Begrenzungsfaktoren für Großnekrosen dieser Genese alle Größen in fließenden Übergängen möglich: Kontinuitätsregel, im Gegensatz zu den Koronarverschluß-Großnekrosen, deren Größe vasokongruent auf das Versorgungsgebiet des verschlossenen Gefäßes fixiert und praktisch stets auf die Einzahl beschränkt ist.
Abb. 2. Das Azidose-Grenzschicht-Phänomen
Das Azidose-Grenzschicht-Phänomen (6 b) zeigt diese Naturgesetze optisch sichtbar. Es beruht darauf, daß die Aziditätsgrade für Noch-Überleben und Schon-Absterben des Myokards nur einige wenige Zehntel pH-Einheiten dicht beieinanderliegen (24, 25). Verläuft der Perrosionsprozeß mit nur eben ausreichender Mindestazidität, so kommt er besonders leicht zum Stillstand bei Annäherung an Myokardschichten, die an Gebilde von nichtsaurem Milieu angrenzen (z. B. Blutgefäße, Endokard, Binde- oder Fettgewebe) und durch lonen-Diffusionsaustausch mit ihnen vor gefährlicher Azidose geschützt sind.
Abbildung 2 zeigt dies an schematischer
Umzeichnung eines histologischen Infarktbefundes (6 b). Dargestellt sind die
LIS, unten (Strich) das Endokard, oben der Übergang zu den Mittelschichten.
Dünn getüpfelt ist das Nekrosegebiet, dick schwarz punktiert das überlebende
Myokard (Faserquerschnitte). Angrenzend an alle nichtsauren Gebilde hat sich
eine Grenzschicht vitalen Myokards erhalten: unten am neutralen Ventrikelblut,
in der Bildmitte um eine Vene mit schräg angeschnittenem Seitenast (schwarz),
oben um ein Bindegewebsseptum (links, wellig gestrichelt) und am Interstitialfett
(rechts, Kreisfiguren) und an den Wandmitte-Schichten. Dieses Überlebens-Phänomen
(ziemlich konstant zeigt es etwa 0,1 mm Schichtdicke) ist von seinem subendokardialen
Vorkommen schon länger bekannt und wurde in der Koronar-Ära mit Sauerstoffdiffusion
aus dem Ventrikel gedeutet. Allerdings müßte für diese Deutung das Phänomen
bei allen Infarkten in allen subendokardialen Schichten vorkommen, was bei weitem
nicht zutrifft. Erst im Licht linksmyokardiologischer Erkenntnisse öffnete sich
das geistige Auge, um den gleichen Sachverhalt auch an Grenzen zu sauerstoffarmen,
doch gleichfalls nichtazidotischen Gebilden als ebenso auffällig wahrzunehmen.
Mit der nunmehr faktenkongruent-widerspruchsfreien Aufklärung als Azidose-Grenzschicht-Phänomen
ist zugleich die Myokardiogenie (Perrosionsnatur) solcher Infarkte bewiesen,
ihre Koronarogenie ausgeschlossen.
i) Zwei
Bilddarstellungen zu Perrosions-Infarkten
Zwei schematische Abbildungen mögen
die geschilderten Sachverhalte dem geistigen Auge verdeutlichen.
Das Schema illustriert den Zusammenhang zwischen metabolischer Entgleisung in den LIS, erkennbar an ihrer Azidität, und den Kleinherdnekrosen, dann Großperrosionen hierdurch. Den Rahmen bildet ein pH-Diagramm, oben mit normalen Werten, darunter mit wachsender Azidität (pH-Absenkung) bis in gewebstödliche Bereiche.
Abb. 3. LIS-Azidose
und LIS-Nekrosen
Aufgetragen sind Sektoren der links-ventrikulären
Wand im Querschnitt. Ihre LIS sind nach unten gerichtet; sie sind stets saurer
als die Außenschichten. Von links nach rechts ist gezeigt:
Der erste Sektor befindet
sich in „normalem", d. h. für die LIS schwach saurem Milieu, das Myokard
ist durchweg noch vital, subjektiv Wohlbefinden. — Der zweite Sektor läßt
erkennen, wie mit Absinken in säuernde Stoffwechselentgleisung Kleinherdnekrosen
der LIS auftreten, unregelmäßig verteilt mit zwei Dichtemaxima; begleitet von
kürzeren Herzbeschwerden. — Im dritten Sektor zeigen diese Nekrosekleinherde
mit wachsender Stoffwechselanomalie (Azidose) Vermehrung, Größenwachstum und
Konfluenz besonders in den zwei Dichtemaxima, schon mit beginnendem „Ausstrahlen"
epikardwärts entlang den Lymphabflußbahnen. Subjektiv dabei heftige, langdauernde
Angina pectoris. — Der vierte Sektor, im Bereich gewebstödlicher Azidose,
zeigt einen transmuralen (Doppel-)In-farkt, d. h. Perrosions-Großnekrotisierungen,
die sich in mehreren Bahnen bis zum Epikard, teils auch nur in mittlere Schichten
hindurchgeätzt (perrodiert) haben. Subjektiv der tagelange Maximalschmerz des
Infarktes.
So sind Entwicklungsreihen von drei
verschiedenen Phänomenen gleitender Quantitätszunahme, doch jeweils qualitativer
Wesensgleichheit einander kausal zugeordnet: die wachsende Stoffwechselentgleisung
mit Azidose und zunehmender Aktivierung gewebszerstörender Lysoenzyme; der
wachsenden Nekrotisierung, zunächst von einzelnen Kleinherden, dann deren
Vermehrung und Konfluenz bis zum Kettenpro-zeß transmuraler Perrosions-Großinfarkte;
und der Dyskardien (Myokardbeschwerden) vom geringsten bis heftigsten
Ausmaß (4, 5).
Dargestellt sind Situationen von
Hypertonikerherzen mit Linkshypertrophie, chronischer ambulanter Linksinsuffizienz
und schwerer LIS-Schädigung, einer häufigen Anomalienkombination als häufiger
Infarktgrundlage. Der linke Ventrikel ist quergeschnitten, Vorderwand im Bild
unten, das Ventrikelseptum mit angedeuteter Scheidefläche links, der rechte
Ventrikel ist abgetrennt.
Abb. 4. Perrosions-Doppelinfarkt
und Vorstadium
Linkes Bild : das Infarktvorstadium
von Kleinherdschäden bzw. -nekrosen (Punkte). Die Herde sind in sämtlichen
LIS disseminiert, doch mit zwei Dichtemaxima: an der seitlichen Hinterwand und
— noch intensiver, zweigipflig — im Vorderwand-Septum-Winkel. Hier auch beginnende
Nekrosekonfluenz, schon mit erkennbarem „Ausstrahlen" des Nekrotisierungsprozesses
auf dem Lymphweg. Häufige Ursache: dysregulativer Abfall der kardiogenen Hypertonie
(5, 13) bei solchen ergogenen Linksinsuffizienzen (2—5) mit druckischämischer
LIS-Dysthesie (5, 13, 43, 44), erkennbar als Angina-pectoris-Anfall (5, 14).
Rechtes Bild : Weiterentwicklung
zu Perrosions-Infarkten, z. B. nach „Aufschaukeln" der Anomalie (s.
o. Abschn. a) in rezidivierendcn „Attacken". Nekrosekonfluenzen und Nekrosebahnen
bis zum Epikard, ausgehend von jenen zwei Kleinherdmaxima. Die Infarzierung
im Vorderwand-Septum-Winkel ist zweigipflig mit erhaltenem Außenschichtmyokard
dazwischen, ihr Septumgipfel reicht bis zur Scheidefläche, doch nicht darüber
hinaus. Einige kleinere Ausstrahlungen haben das Epikard (noch) nicht erreicht.
Doppelinfarkte dieser Lokalisation (Vorderwand-Septum und Hinterwand gleichzeitig)
sind laut Weltliteratur sehr häufig: in rund 32% aller Infarkte (64). Beide
Abbildungen lassen auch erkennen, warum diese stets absolut vasoinkongruenten
Innenschicht-Anomalien und Perrosionsprozesse immer nur myokardiogen entstehen
können (5), warum ihre „koronare" Deutung nie ernstlich in Frage kommen
konnte. Es gibt keine Koronargefäße, deren Verschluß solche Lokalisationen und
Entwicklungsverläufe erklären könnte, und es gibt keine Verschlußursachen (vor
allem nicht sklerothrombotischer Art, Kap. I B), die so synchronpolytop aktiv
werden könnten, wie es für Stoffwechselentgleisungen die Regel ist.
Zu
Einleitung und Inhaltsverzeichnis von ' Herzinfarkt - 3 Wege zum Infarkt'
- http://www.melhorn.de/Infarktwege/index.htm
Zum Artikelverzeichnis www.herzinfarkt-news.de
- http://www.herzinfarkt-news.de
Zum Gesamtverzeichnis aller
Artikel
-http://www.melhorn.de/about/index3.htm
2.2. WACHSTUM
DURCH ASZENDIERENDE ARTERIENTHROMBOSEN
Dieser zweite Wachstumstyp, durch
den Myokard-Kleinherdschäden und -nekrosen zu myokardiogenen Großinfarkten weiterwachsen
können, beruht nicht auf Perrosionsvorgängen, sondern auf sekundären Verschlüssen
intramuraler Arteriolen, mit dem Ergebnis ischämischer Nekrotisierung
der abhängigen Myokardgebiete.
a) Genese, Progredienz, Linksspezifität
Dysthesie- und Nekrosekleinherde
der LIS schädigen stets auch Blutkapillaren in ihrem Bereich (s. o. Abschn.
a e). Auch experimentell ist das erkennbar, oft beschrieben und diskutiert
(34, 50, 53, 63 u. a.). In diesen Kapillaren kommt es zur Verquellung, z. T.
auch zur Kongelationsthrombosierung ihres Restlumens, beides bei üblicher Histologietechnik
kaum oder gar nicht erkennbar, doch strömungsdynamisch wirksam, d. h. meist
verschließend.
Vor der Verschlußstelle steht das
Blut still und unter den chemischen Einflüssen der abnormen Gewebsumgebung und
Kapillarwand verfällt es der Koagulation: „Intravitalcruor". Mit
üblicher Histologietechnik ist dieses intravital geronnene Blut kaum oder gar
nicht unterscheidbar von postmortal geronnenem (Postmortalcruor) oder z. T.
noch flüssigem Blut, als üblichem Befund in Intramuralgefäßen auch infarktfreier
Herzen.
Die myodynamischen Besonderheiten linksventrikulärer Durchblutung mit systolischem Stopp, Reflux und Blutpendeln des LIS-Arterienblutes (5) tragen nun dazu bei, daß dieser Koagulationsprozeß in den LIS-Kapillaren und -Arteriolen retrograd gleichsam „hinaufmassiert" wird (Erstpublikation 15, dann 5). So können nach und nach immer höhere Abschnitte intramuraler arterieller Gefäße durch Koagula verschlossen werden, teils durch Kontinuitäts-, teils durch „Sprung"-Thrombosen (15, 5). Immer größere Myokardgebiete, die zunächst noch frei von metabolisch-primären (myokardiogenen) Nekrosen geblieben waren, fallen damit sekundärer Anämienekrose zum Opfer: Wachsen der N ekrotisierung durch Wachsen der Thrombosierung.
Abb. 5. Aszendenzthrombotisches
Nekrosewachstum
Die schematische Abbildung 5 illustriert
diesen Ablauf. — In Bild 1 liegen vier von neun LIS-Kapillaren im Bereich von
(horizontal schraffierten) Nekrosekleinherden und erleiden damit — Bild 2 —
einen Verschluß (schwarz) durch Wandverquellung und/oder Mikrothrombose. — Die
Bilder 3 und 4 zeigen in den total- oder teilstagnierenden Zuflußarteriolen
(quergestreift, getüpfelt) Aszendenz-Thrombosen (schwarz) teils appositionell,
teils weiter oben koaguliert. Die Versorgungsgebiete der verschlossenen Gefäße
werden jetzt nekrotisch, zuerst in kleineren Herden (Bild 3), dann zu größeren
Nekrosepartien verschmelzend (Bild 4, verschieden schraffiert). So entsteht
ein gleich heterochroner Stufenaufbau (5) mit „buntgeschecktem"
Konglomeratbild wie beim Perrosionswachstumstyp, doch hier mit Vaso-Kongruenz
im Bereich der verschlossenen Kleingefäße.
Auch für dieses retrograde Thrombosewachstum
sind die Entstehungsbedingungen ebenso linksspezifisch wie für das Perrosionswachstum.
In rechtem Ventrikel und Vorhöfen wurden Aszendenzthrombosen ebenso wie Perrosionsgroßnekrosen
noch nie beobachtet. Die Gründe ergeben sich aus den linksmyokardiologischen
Sonderbedingungen (5).
b) „Übergreifen"
und Intramuralbeschränkung
Im Septumbereich kann intramurales
Thrombose-Aszendieren bisweilen auch solche Arterienäste verschließen, aus denen
rechtsventrikuläres Myokard des Septums oder seiner nächsten Nachbarschaft mitversorgt
wird. Dann kommt es zum bekannten „Übergreifen" (35, 46, u. a.) eines Linksinfarktes
auf benachbarte Randstellen rechts in oder neben dem Septum. Das Wort „Übergreifen"
kennzeichnet die alte Erfahrung, daß solche Infarkte Beginn und Hauptlokalisation
stets im linken Ventrikel haben und die Beteiligung linksfremder Randstücke
erkennbar erst sekundär und geringfügig ist. Auch daraus wird die primär myokardiale
Entstehung evident, eine primär koronare ausgeschlossen.
Solches „Übergreifen" durch
Arterienverschluß ist im Septumbereich (doch praktisch nur hier) deshalb möglich,
weil alle Septumarterien zugleich die links- und rechtsventrikulären Anteile
ihres Gebiets miteinander versorgen. Hierin liegt ein Gegensatz zum beiderseits
getrennten Lymphsystem des Septums, so daß die auf dem Lymphweg fortschreitenden
Perrosionsprozesse nicht „übergreifen" können (6 h).
Aszendenzthrombosen können als Koagulationsthrombosen
nur entstehen, wo das Blut nur noch wenig oder gar nicht mehr strömt: also vor
allem in den Kleingefäßen unfern oberhalb der primären Verschlußstellen in den
LIS. Je höher der Thrombosierungsprozeß aszendiert, desto mehr erreicht er Gefäße,
in denen das Blut reichlicher und schneller fließt, d. h. in Teile ihres Versorgungsgebietes,
deren Durchblutung nicht durch Nekrosefolgen behindert ist. Die roten Koagulationsthromben
dieses Aszendenzmechanismus kommen also in den Mittelschichten nur noch wenig
vor, in den Außenschichten kaum noch, in den Extramuralkoronarien gar nicht
mehr. Die Bilder in Abb. 5 zeigen lediglich LIS-Klein-gefäße.
Über die Sonderverhältnisse der
andersartigen finalen Hochthromben in Großkoronarien (stets „weiß") vgl.
Kap. I B b, auch (5).
c) Publikationen,
Umlernhilfe, Häufigkeitsfragen
Teilsachverhalte einer Aszendenzthrombosierung
wurden schon lange bemerkt, auch publiziert. So z. B. „appositionell wachsende"
Koronarthrombosen im Zusammenhang mit „mehrzeitig wachsenden" Myokardnekrotisierungen
(52), die retrograde Wachstumsrichtung „aller" Koronarthromben (66), Abbildungen
thrombotisch verschlossener Intramural-Arteriolen bei Linksmyokardinfarkten
(55), die sekundäre (terminale) Natur von intravitalen Koronarthromben (68,
Lit. auch in 5), Erwägungen zu postnekrotischen Arterienthromben, veranlaßt
durch Experimentalstudien (63), und vieles mehr. Aber das damalige Koronardogma
ließ diese Beobachtungen und Fragen unverständlich, undurchdacht bleiben. Erst
im Rahmen der Linksmyokardiologie ( 1- 6) ordneten sich diese Sachverhalte zum
Pathogenese- und Sinngefüge, jetzt erkennbar zugehörig zur myokardiogenen
Infarktgruppe.
Mit dieser Bedeutung hat das aszendenzthrombotische
Infarktwachstum alsbald nach seiner Erstpublikation 1967 (15, später 5) weltweites
Interesse geweckt und in den USA zur Bezeichnung „Aszendenztheorie"
der Infarktgenese geführt (67). Das weltweite Unbehagen mit der Koronartheorie,
mit ihrer Unmöglichkeit, auch nur eine Mehrzahl von Infarkten wissenschaftstauglich
aus primärem Koronarverschluß zu interpretieren, das „Gefühl", es müsse
die Entstehung von Myokard-Infarklen mit dem Myokard (nicht nur
Adern) „irgendwie" zusammenhängen (68, 73—75 u. a.), schuf die Bereitschaft,
die Myokardiogenie von Infarkten wenigstens an diesem Detail zu erkennen und
zu verstehen. Als Umlernhilfe hat dieses Detail seit 1967 zum Abbau der allzu
engen Koronartheorie kräftig beigetragen.
Dennoch sollte die Häufigkeit aszendenzthrombotischen
Infarktwachsens nicht überschätzt werden. Sie ist sicher wesentlich geringer
als die des Perrosions-Wachstumstyps, schon weil sie wohl stets erst Folge von
kleineren oder größeren Perrosionsnekrotisierungen ist, auch nicht immer aufzutreten
scheint und keineswegs alle Gefäße verschließt, wie die obligate Restdurchblutung
der myokardiogenen Infarkte zeigt (s. o. a e). Im übrigen ist die Häufigkeit
schwer exakt anzugeben. Noch nie wurden histologische Untersuchungen durchgeführt,
die den „Intravitalcruor" dieser Aszendenzthromben von Postmortalcruor
oder flüssigen Blutresten in LIS-Kleingefäßen hätten unterscheiden lassen (Kap.
II, 3). Wenn die klinischen Berichte zutreffen, nach denen Infarkte unter Antikoagulantien
und Fibrinolytika wesentlich günstiger verlaufen, und wenn diese Erfolge wirklich
auf Verhinderung und/oder Auflösung solcher fibrinogenen Intravasal-Koagula
beruhen, dann wären solche Aszendenzthrombosen mit Nekrosewachstum doch eine
häufige und merklich erschwerende Komplikation nach primär myokardiogenen Nekrotisierungen.
Auch wäre reziprok damit bestätigt, daß jene sekundären Aszendenzthromben tatsächlich
fibrinogene „rote" Koagulationsthromben sind — im Gegensatz also zu den
Abscheidungs-(Plättchen-)Thromben, die durch Antikoagulantien und Fibrinolytika
weder verhütet noch rückgebildet werden können. Hierzu Kap. I B b, III 5.
Vorerst mag angenommen werden, in
myokardiogenen Infarkten seien durchschnittlich etwa 10°/o des Nekrosevolumens
durch aszendenzthrombotischen Verschluß zugrunde gegangen. Diese Anteile sind
entstehungsgemäß unregelmäßig in die übrigen (perrosionsbewirkten) Nekrosemassen
eingefügt, ihre histologische (mikrotopologische) Abgrenzung ist bisher noch
nicht sachgemäß versucht worden.
2.3. VERHÜTUNG MYOKARDIOGENER INFARKTE DURCH MYOKARD-EUTHETISIERUNG (STROPHANTHIN)
a) Fakten-Fortschritte,
doch Psychologie-Hindernisse
1928 wurde entdeckt, daß in ausreichend
strophanthinversorgten Herzen keine Stenokardien und Infarkte mehr auftreten,
besonders auffällig auch in solchen Herzen nicht mehr, die zuvor unter Stenokardien
gelitten und bereits Infarkte durchgemacht hatten (72).
Die Erfolge waren alsbald — und
rasch immer mehr — so glänzend, daß dieser Fund zu den drei größten Medizin-Fortschrittsentdeckungen
dieses Jahrhunderts gezählt wird, neben der Insulin- und Antibiotika-Entdeckung,
doch an Zahl und Gewicht wohl gar noch vor ihnen rangierend. Aber die Erfolge
waren damals theoretisch noch unverständlich, blieben deshalb unbeachtet und
werden bis heute nur in kleinen „außenseiterischen" Kennerkreisen genutzt.
Dann freilich wurden diese Erfolge
sinnvoll verständlich im Rahmen der Linksmyokardiologie (1—23) und der von ihr
neu entwickelten Glykosidlehre (4, 5). Und nachdem der Strophanthingebrauch
zur Infarktverhütung noch erweitert worden war zur allgemeineren Linksmyokard-Euthetisierung
auf theoretisch gut durchgeklärtem Fundament, wurden auch die Erfolge immer
besser, immer sicherer reproduzierbar (5, 9, vgl. auch Kap. III, 6): eine
fast hundertprozentige Infarktverhütung.
Die neue Glykosidlehre hat über
den allzu engen Rahmen einer Inotropie-Programmierung weit hinausgeführt. Speziell
das Strophanthin ist nicht nur ein inotropes Energetikum zur Insuffizienz-Therapie,
sondern darüber hinaus ein vielseitiges Euthetikum (4, 5), das besonders
in den LIS zahlreiche metabolische Dysthesien korrigiert, der Norm annähert.
Viele ältere Beobachtungen zu frappanten metabolisch euthetisierenden (insuffizienz-unabhängigen)
Strophanthin-Schutzwirkungen (5, S. 136 ff.) sind damit wichtig und nutzbar
geworden. So auch die Fundamentaltatsache, daß Strophanthin eine gestörte
Sauerstoff-Utilisation im Myokard bessert oder normalisiert (5, 47, 48,
76, 108 u. a.).
Gerade für die LIS ist dieser utilisationsfördernde
Strophanthineffekt wichtig, ja lebenswichtig. Denn gerade die LIS sind durch
ihre lokalspezifische Ungunstsituation besonders arm an Sauerstoff, also auf
optimale O2-Utilisation vital angewiesen. Gerade sie erleiden aber wegen
dieser Ungunst besonders oft zusätzliche Schäden (Dysthesien), und damit verschlechtert
sich ihre O2-Utilisation paradox noch mehr. Gerade in ihnen kommt es daher fatal
oft, intensiv und folgenreich zu jener metabolisch (nicht koronar) bedingten
Hypoxidose mit Stoffwechselumschlag in den säuernden anaeroben Gärungstyp
und allen schädlichen Azidosefolgen bis zum Infarkt. Gerade für sie ist deshalb
das Strophanthin mit solcher Utilisationsbesserung ein „LIS-spezifisches"
(5) Euthetikum. Es ist ein stoffwechselnormalisierendes Metabolikum für
gestörte LIS, wie das Insulin ein stoffwechselnormalisierendes Metabolikum
für diabetisch gestörte Kohlehydrathaushalte (76; 5, S. 209) ist.
Dennoch waren bis 1970 gewisse histochemische
Details dieser infarktverhütenden Strophanthinwirkung im LIS-Myokard noch ebenso
ungeklärt, wie wesentliche Details der Insulin- und Antibiotikawirkung es noch
heute sind. Und weil viele Kliniker ihren Kranken auch bestbewährte Heilmethoden
wissentlich vorenthalten, wenn sie noch nicht in allen Details geklärt sind,
unterliegt diese Infarktverhütung in der Lehrmedizin noch immer strikter
Ablehnung (88, 105, 106) und Informationssperre (12). Das Ergebnis
ist millionenfaches Infarktsterben Jahr um Jahr bei unterlassener Hilfeleistung.
„Sensationellen" (23 a) Wandel
zu solch therapiefremder Intransigenz brachte nun die exakte Grundlagenforschung
1971 (24— 28). Sie hat ihrer Wichtigkeit wegen jene alten Erfolge und Erkenntnisse
zur Infarktverhütung durch Myokardbehandlung erstmals geprüft. Und sie hat nicht
nur ihre Richtigkeit voll bestätigt, sondern hat jetzt gerade diejenigen Details
ihrer Wirkung aufgeklärt, deren Unkenntnis bisher jene Ablehnung hatte rechtfertigen
sollen. Damit ist diese klassische Infarktverhütung nun nach Theorie und Praxis
als reif für einen Masseneinsatz erwiesen, ohne die bisherigen emotionalen
Hindernisse.
Aus der Fülle solcher Forschungsresultate seien hier nur zwei herausgegriffen:
Beides sei illustriert an objektiven Meßdaten aus dem Myokard von Mensch und Tier.
b) Korrektur
der LIS-Azidose durch Strophanthin
Schematisiert gezeigt ist der pH-Verlauf in den LIS herzgesunder Versuchstiere unter verschiedenen Bedingungen ohne, dann mit Strophanthin. Halbquantitative Prinzipdarstellung aus Einzelversuchen. (. Abb. 6, )
Abb.6: Gestörte Sauerstoff-Utilisation im Myokard durch Strophanthin normalisiert
Aus dem Forschungsinstitut M.v.Ardenne;
Anfangs verläuft die Meßkurve „normal", d. h. in jenem abnorm niedrigen, schwach sauren Niveau der LIS auch unter normalen Lebensbedingungen. Dann wird bei „E" experimentell das Myokard geschädigt, z. B. durch Verringerung des Atemluft-O2-Gehalts, durch geringe Minderung des Koronardurchflusses oder sonstige metabolische Dysthetisierung (Hyperglykämie u. dgl.). Sofort geht der normale aerobe Stoffwechsel zurück, der anaerobe Gärungsstoffwechsel nimmt zu, es kommt zur Azidose: pH sinkt ab, zunächst bis in Höhe des Doppelstrichs. Schon durch diese geringe pH-Verschiebung wird die O2-Utilisation weiter gestört, und im Circulus vitiosus wächst die säuernde Gärung weiter, pH fällt rapide ab bis in gefährliche Nähe desjenigen Azidose-Grenzmaßes, jenseits dessen die Lysoenzym-Verdauung, d. h. Infarzierung, aktualisiert wird.
Bei „Str" wird nun dem Tier
Strophanthin eingegeben: Sofort kann das Myokard seinen Sauerstoff selbst dieser
fortbestehenden Schadenssituation wieder normal utilisieren, wieder aerob arbeiten,
seine angehäufte Milchsäure wieder verwerten, beseitigen. Innerhalb 10 Minuten
ist pH wieder auf derjenigen Höhe (Doppelstrich) angelangt, die unter den fortbestehenden
Experimentalbedingungen möglich ist, wenn jene Zusatzschädigung durch Utilisationsmangel
wieder korrigiert ist. Die pH-Kurve verläuft jetzt wieder so hoch, so weit entfernt
vom nekroseauslösenden Azidosemaß, daß ein Infarkt nicht mehr eintreten kann
(24, S. XXXI).
Damit ist die alte ärztliche Erfahrung
bestätigt und wissenschaftlich fundiert. Seit 1928 (72), vor allem seit 1947
(1—23), ist interessierten, erfolgsbemühten Ärzten bekannt, daß in einem stets
ausreichend strophanthinversorgten, auch sonst gut euthetisierten Herzen
ein Infarkt nicht mehr eintritt. Daß er nicht mehr eintreten kann,
ist erst seit 1971 nachgewiesen (24—28).
Mit Strophanthin lassen sich die
pH-Werte der LIS erstaunlich zuverlässig „hochziehen", mit Überdosierung
auch auf übernormale Werte. Diese Tatsache ist ebenso wie die pH-Abhängigkeit
der Herzbeschwerden (Abb. 3, 4, 6) seit Jahrzehnten schon empirisch mit zuverlässigen
Erfolgen genutzt. Nehmen Herzkranke weisungsgemäß Strophanthin (und sonstige
Euthetika) laufend so ausreichend, daß sie beschwerdefrei werden und bleiben,
dann ist auch die Infarktgefahr gebannt. Daher der alte Spruch zur Patienten-Anleitung:
„Wenn hiermit beschwerdefrei, dann auch infarktfrei!" Ins Histochemische
übersetzt: „Wenn mit Strophanthin usw. das LIS-pH bis zur Dyskardiefreiheit
hochgezogen, also das Myokard nichtazidotisch gehalten wird, dann bleibt auch
jene Azidosekatastrophe aus."
c) Volle
Herzwirksamkeit oralen Strophanthins
Strophanthin ist auch bei oraler
Anwendung voll herzwirksam; bekannt seit dem historischen Doppelblindversuch
seiner Entdeckung 1859. Als effektive Einzeldosis hat sich seit einem Jahrhundert
ca. 5—6 mg (2—10 mg) praktisch bewährt. Erst in diesem Jahrhundert wurde das
Mittel auch intravenös gegeben, hierbei mit kleineren Dosen (z. B. um 0,25 mg).
Die Äquivalenzrelation intravenös/oral liegt also bei etwa 1/20 bis 1/25. Sie
ist nicht resorptions-, sondern zeitbedingt (4, 5).
Neuerdings tauchten unbegründete
Zweifel an der Herzwirksamkeit oralen Strophanthins auf. Die Frage solcher Herzwirksamkeit
wurde wichtig, nachdem sich Strophanthin in vier Jahrzehnten Infarktprophylaxe
als Spezifikum zur Infarktverhütung erwiesen hat, aber eine Massenanwendung
gegen dieses Massenleiden der Bevölkerung nur auf oralem, nicht auf intravenösem
Weg möglich ist. Lebenswichtig war daher eine Kontrolle und Bestätigung der
alten Praxiserfahrungen.
Hierzu wurde herzgesunden Probanden
(28) nach intravenösen und oralen Strophanthingaben im EKG die QT-Verkürzung
gemessen. Diese Verkürzung ist ein glykosidspezifischer Effekt im Myokard, exakt
prochron korreliert mit therapeutischen Glykosidwirkungen und zuverlässiger
Indikator für Anwesenheit und Wirkungsstärke des Glykosids im Herzmuskel, daher
seit langem zu solchen Wissenschaftstesten gebräuchlich.
Ergebnisse: Nach 0,25 mg intravenös betrug die durchschnittliche QT-Verkürzung -9,80/0, war aber schon sehr schnell wieder „verpufft". Im Diagramm (Abb. 7) ist dies als nadelförmig schlanke Kurve links erkennbar.
Abb. 7
Zeit
Nach 6 mg oral war die Intensität
des Effektes mit —9,8°/o gleich gut, doch seine Extensität (Dauer)
betrug das 72fache, obwohl die Dosis nur das 24fache betragen hatte. Dem oralen
Strophanthin kommt also eine „Depotwirkung" zu, erkennbar an seiner breiten
Wirkungskurve, die den größten Teil des Diagramms erfüllt.
Das Resultat deckt sich mit der
alten Erfahrung, daß strophanthinbedürftige Herzkranke (alle LIS-geschädigten
Herzkranken) mit oralem Strophanthin besser versorgt, besser vor
Infarkten geschützt sind als mit intravenösem. Allerdings zeigen die neuen Untersuchungen
auch, wie wichtig es ist, die alten Regeln richtiger Anwendungstechnik (4, 5)
einzuhalten. Unzuverlässige, kenntnislose Anwendungstechnik macht auch die Ergebnisse
unzuverlässig.
So weichen nun ältere Lehrmeinungen
vor diesen unbezweifelbaren Fakten der Natur. Die Lehre, Strophanthin sei zur
Korrektur infarktgefährlicher Mißstände und Verhütung von Infarkten „vollkommen
unsinnig" (81), wird aus den Fakten der Abb. 6 ebenso hinfällig wie
die Lehre, alle Wirkungen oralen Strophanthins seien lediglich „Placebo"
(88), aus den Fakten der Abb. 7, und beides zudem aus der Faktenstatistik
der Praxiserfahrung (s. u.).
Negativ wichtig ist freilich die
Tatsache, daß Digitalis diese LIS-normalisierende, stenokardie- und infarktverhütende
Wirkung nicht aufweist (72, 82, 4, 5), vielmehr „im Gegensatz" zum
Strophanthin (48) elektiv die LIS schädigt (74), auch nekrotisch macht (Lit.
bei 34, 35, 51, 47 u. a.). Das erklärt die alte Erfahrung: „Strophanthin
verhütet, Digitalis erzeugt Infarkte", die mit Recht gefürchteten Digitalis-Infark-te
(83, 47, 5 u. a.).
d) Ausbau
und statistische Bestätigung der Infarktverhütung durch Myokard-Therapie
Anders als im Versuch am gesunden
Tier genügt bei herzkranken Menschen Strophanthin allein nicht immer, um eine
ausreichende, nicht mehr infarktgefährliche LIS-Euthesie herbeizuführen. Darum
wurden seit 1947 noch zahlreiche direkte und indirekte Euthetisierungsmethoden
für das Linksmyokard hinzuentwickelt (5); mit deren Hilfe wird dann doch jene
fast völlige Infarktverhütung erreicht, etwa wie im Tierversuch mit Strophanthin
allein. An Zehntausenden von Herzkranken in vier Jahrzehnten ergab sich eine
De-facto-Ver-hütung von fast 100 Prozent derjenigen Infarktmengen, die
mit bisher üblichen Maßnahmen ohne Linksmyokard-Euthetisierung unverhütet eintreten
(Teil III). Und die wenigen scheinbaren Ausnahmefälle beruhten fast stets auf
fehlerhafter Handhabung, meist durch Schuld des nachlässigen Patienten, waren
also bestätigendes Experimentum crucis.
Was so durch Empirie und Experiment
übereinstimmend als nutzbares Naturgesetz erwiesen ist, muß auch durch
richtig gehandhabte Statistik erfaßt werden können.
Das ist tatsächlich der Fall. Mit
richtig programmierter Epidemiologie (5, 9,16, 20 b u. a.) erwies sich
eine klare Überlegenheit der myokardialen Infarktverhütung über alle sonstigen
Prophylaxeversuche.
Allerdings wird für solche Zwecke
die Statistik oft falsch gehandhabt (85). Die Untauglichkeit ihrer üblichen
Handhabung wurde neuerdings demonstriert (84, 91): Mit ihr wurde diese einzig
effektive Infarktverhütung nicht nur niemals gefunden, nicht einmal nach
40 Jahren Demonstration ihrer Effektivität wenigstens rechnerisch nachvollzogen,
sondern nur das Urteil abgeleitet, die Ärztewelt solle sich mit solchen
Fragen nicht befassen. Für die ärztliche Forschung also durch diese Epidemiologie
weder die so erwünschte Förderung, auch nicht einmal ein unnötiger Hinterdreinvollzug,
sondern fatales Wissenschaftshemmnis durch Falschprogrammierung.
Zu
Einleitung und Inhaltsverzeichnis von ' Herzinfarkt - 3 Wege zum Infarkt'
- http://www.melhorn.de/Infarktwege/index.htm
Zum Artikelverzeichnis www.herzinfarkt-news.de
- http://www.herzinfarkt-news.de
Zum Gesamtverzeichnis aller
Artikel
-http://www.melhorn.de/about/index3.htm
![]()
Zum
Gästebuch
http://www.gaestebuch-umsonst.ws/t/Thema_Medizin.htm
(bitte geben Sie dort für andere Leser mit einem Stichwort an, dass sich Ihr Eintrag auf diesen Artikel bezieht)
![]()
Sehr geehrte
Leser,
wenn Sie der Ansicht sind, der obige Artikel sollte anderen Lesern über
die Suchmaschinen leichter zugänglich werden, so können auch Sie
dazu beitragen, sofern Sie eine eigene Homepage ( HP ) haben.
Homepages werden im Internet heute in der Regel nur noch über Suchmaschinen gefunden, die ständig das Internet durchsuchen. Ein wichtiges Kriterium für solche Suchmaschinen ist, wie häufig eine HP im Internet verlinkt ist. Je häufiger ein link gesetzt wurde, desto 'höher' rangiert diese HP bei der Informationsausgabe in solchen Suchmaschinen und wird so von Interessierten leichter gefunden.Wenn Sie also eine HP haben und die Verbreitung dieses Artikels fördern wollen, so setzen Sie bitte am Ende Ihrer eigenen HP nur einfach nachfolgenden link :