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vitOrgan
 
   
     
 
 
     
 
 
 
vitOrgan Arzneimittel GmbH • Postfach 42 40 • 73745 Ostfildern
Herrn
Dipl.rer.pol.
Wolf-Alexander Melhorn
Heilpraktiker
Schloßsteige 21

73479 Ellwangen
 
 
 
Datum
10.07.01

 
 
Unser Zeichen/App.
Dr.Br/S

 
 
Ihr Schreiben vom
 
 
Ihr Zeichen
 
 
 
 
 
 
Sehr geehrter Herr Melhorn,
 
 

besten Dank für Ihr Schreiben vom 05.01.01. Sie hatten uns darin um Unterstützung bezüglich der beigelegten Stellungnahme der Südd. Krankenversicherung gebeten. Von der SDK wird behauptet, daß es sich um das vitOrgan-Präparat Nr. 4, Mesenchym, um ein Stärkungsmittel handelt.

Fachliteratur zu Mesenchym liegt nicht vor. Mesenchym ist synonym zu verstehen mit embryonalen Bindegewebe. Bindegewebe resp. von Bindegewebe abstammenden Zellen, z. B. dendritische Retiku-lumzellen, sind an der spezifischen und unspezifischen Abwehr beteiligt, was dazu geführt hat, daß z. B. dendritische Zellen von Spendern mit Tumorzellen von Patienten fusioniert wurden und nach Reinjektion beim Patienten eine Tumorregression bewirkt haben. Ein Atherom kann Folge einer Erkrankung der Talgdrüsen sein. Zwar sind Propionibakterien nicht ursprünglich dafür verantwortlich, jedoch können sie das Krankheitsbild verstärken. Deshalb macht es Sinn, ein Präparat mit Anteilen aus Mesenchym bei einem Atherom einzusetzen unter dem Aspekt, damit einen antibakteriellen Effekt zu erzielen.

Sollte es sich dabei um ein Atherom der Gefäßzellen handeln, was Ihrer Beschreibung nach nicht der Fall ist, gilt die Argumentation jedoch nicht.

Sachlich falsch auch die Auslegung der SDK, daß ausnahmsweise dann eine Erstattung erfolgen kann, wenn im Sinne der BGH-Rechtsprechung eine lebensbedrohende Erkrankung vorliegt, wo schulmedizinisch erprobte Heilmittel ebenfalls wenig erfolgreich sind.
 
 
 
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Grundsätzlich notwendig sind Heilbehandlungen dann, wenn es nach den objektiven medizinischen Befunden und Erkenntnissen vertretbar war, sie als notwendig anzusehen (BGH VersR 1979, 221, 222). Mehr als den Nachweis, daß es nach den Befunden und Erkenntnissen vertretbar war, die Behandlung als notwendig durchzuführen, kann man mit Rücksicht auf Sinn und Zweck der Versicherung vom Versicherungsnehmer nach Treu und Glauben nicht verlangen, entschied das Amtsgericht München in einem Urteil vom 22.10.1998 (Az: 244 C 10299/97).

Die Auffassung der Gerichte über die Wissenschaftlichkeit von Präparaten, die von Heilpraktikern eingesetzt werden, sind den beigefügten Gerichtsentscheidungen zu entnehmen. Der Tenor in allen Urteilen ist, daß eine allgemeine wissenschaftliche Anerkennung für Medikamente, die der Heilpraktiker einsetzt, nicht notwendig ist.

Sehr geehrter Herr Melhorn, für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
vitOrgan Arzneimittel GmbH