nahmen, die aus heilpraktikerlicher Sicht vertretbar und nicht völlig abwegig waren. Die Beklagte ist daher verpflichtet, die berechneten Leistungen und Medikamente zu erstatten, soweit sie von dem Gutachter als berechtigt anerkannt worden sind...."
 
 

Das Gericht holte von einem anderen Heilpraktiker ein Gutachten ein.

Aus den Entscheidungsgründen:

„... Bei der Beurteilung der Frage, welche Maßnahmen bei einer Behandlung durch einen Heilpraktiker medizinisch notwendig bzw. vertretbar waren, können nach inzwischen wohl herrschender Meinung nicht schulmedizinische Maßstäbe angelegt werden. Vielmehr ist diese Frage aus der Sicht eines Heilpraktikers zu beantworten....

Der als Sachverständige beauftragte Heilpraktiker... hat sich in seinem Gutachten und dem Ergänzungsgutachten ausführlich und überzeugend mit den beiden Rechnungen der Heilpraktikerin ... und den verordneten Medikamenten auseinandergesetzt. Er hat als Anlage zu dem Ergänzungsgutachten für jede der beiden Rechnungen eine Abrechnung erstellt, die seines Erachtens entsprechend der injizierten Mittel berechnet und dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker analog der Gebührenordnung für Ärzte berechtigt sei.

In diesen Abrechnungen sind zusätzlich zu der Eigenbiutinjektion jeweils zwei intramuskuläre Injektionen enthalten mit der Begründung, bei nicht mischbaren Medikamenten seien zwei Injektionen erforderlich und vertretbar. ...

Schließlich ist nach Ansicht des Sachverständigen die Verabreichung von Medivitan-Ampullen bei Erschöpfungszuständen und gegebenen Diagnosen gerechtfertigt.

Aufgrund der gutachterlichen Äußerungen des Sachverständigen ... ist das Gericht davon überzeugt, daß es sich bei den von der Heiipraktikerin ... beim Kläger vorgenommenen Behandlungen nicht um Scharlatanerie gehandelt hat, sondern um Maß-
 
 
Erneut Versicherung
zur Zahlung verurteilt

Eine private Krankenversicherung wurde von dem Amtsgericht Düsseldorf mit Urteil vom 18.01.1995 (Aktenzeichen: 25 C 4278/93) verurteilt, an den Versicherungsnehmer, einem Patienten einer Heilpraktikern, von den geforderten DM 2.129,11 einen Betrag von DM 1.935,76 nebst 4% Zinsen zu zahlen.

Bemerkenswert ist hierbei, daß dieselbe Versicherung bei demselben Versicherungsnehmer bereits mehrfach Zahlungen verweigert hatte und bereits mehrfach zur Zahlung vom Gericht verurteilt wurde.

Die Versicherung trug vor, daß die nicht erstatteten Leistungen der Heilpraktikerin medizinisch nicht notwendig gewesen seien bzw. hätten sie das notwendige Maß überschritten.

Die beklagte Versicherung war der Ansicht, es sei nicht notwendig gewesen, im Behandlungszeitraum etwa alle drei Tage 5 Injektionen zu geben. Medizinisch sinnvoll und vollkommen ausreichend sei je eine Eigenblutspritze und eine weitere intramuskuläre Injektion gewesen. Die übrigen Injektionen seien überflüssig gewesen und hätten eine extrem unwirtschaftliche Therapie dargestellt.

Eine intrakutane Reiztherapie sei bei dem vorliegenden Krankheitsbiid ebenfalls kontraindiziert gewesen.

Eine Rechnung betreffend sämtliche Injektionen, abgesehen von der Eigenblutinjektion, seien medizinisch unnötig gewesen und die injizierten Mittel hätten sämtlich oral eingenommen werden können.
Die Versicherung berief sich unter anderem auch auf das „Gutachten" eines in Heilpraktikerkreisen recht bekannten nordrhein-westfälischen Heilpraktiker-Gutachters.
 
 
 
 
 
2/95» Juni 1995- Seite 13