Amtsgericht Düsseldorf (25 C 6213/92):

" Die Beklagte ist aufgrund des bestehenden Krankenversicherungsvertrages, wonach auch Heilpraktiker im Sinne des Deutschen Hellpraktikergesetzes in Anspruch genommen werden dürfen verpflichtet, dem Klager die geltend gemachten restlichen Kosten für die Behandlung durch die Heilpraktikerin ... gemäß deren Rechnung vom ... zu erstatten.

... Insbesondere können die Ausführungen des Sachverstandigen bezüglich Diagnosestellung und Überprüfung nicht mit den Maßstäben der Schulmedizin überprüft werden, wie es die Beklagte verlangt. Nachdem die Beklagte in §4 Ziffer 2 ihrer allgemeinen Versicherungsbedingungen Versicherungsschutz auch für die Behandlung durch Heilpraktiker gewährt, kann sie an die Frage der Notwendigkeit der vorgenommenen Heilbehandlung nur die Maßstäbe der von Heilpraktikern angewandten hauptsächlichen naturheilkundlichen Methoden anlegen und nicht die der Schulmedizin. Da es sich bei der von der Heilpraktikerin des Klägers vorgenommenen Behandlung nicht um Scharlatanerie handelt, sondern um Maßnahmen, die aus heilpraktikerlicher Sicht vertretbar und nicht völlig abwegig sind, steht aufgrund des eingeholten Gutachtens zur Überzeugung des Gerichts fest. Mehr kann aufgrund der von der Schulmedizin weitgehend nicht anerkannten Behandlungsmethoden der Heilpraktiker, deren Wirksamkeit wissenschaftlich auch nicht in vollem Umfange nachprüfbar ist, nicht verlangt werden. Die Klage war daher zuzusprechen..."