Amtsgericht
Stuttgarter Straße 7 – 9

73430 Aalen

30.9.02

In dem Rechtsstreit 3 C 968/01

Silvia Melhorn ./. Südd. Krankenversicherung


wird darauf hingewiesen, dass der mit Beschluss vom 26.9.02 vom Gericht dargelegte Sachverhalt falsch ist.

Zwar hat die Klägerin im Schreiben vom 30.9.01 vorgetragen:

„Außerdem litt der Betroffene in der Zeit an einer Hepatitis, die nach Laboruntersuchung später zunächst als Hepatitis B angesehen wurde, aber doch wohl keine war, weil dazu gewisse Faktoren im Laborbefund fehlten." ( S. 2)

Nun kann man mit den Worten hier nicht herumspielen, denn es ist sprachlich eindeutig, dass sich die Angabe

„…aber doch wohl keine war, weil dazu gewisse Faktoren im Laborbefund fehlten“

nur darauf bezieht, dass es zuvor heißt:

„die nach Laboruntersuchung später zunächst als Hepatitis B angesehen wurde“.

Damit ist eindeutig, dass der Betroffene an einer Hepatitis litt. Ablaufmäßig wurde diese Hepatitis nach der Laboruntersuchung zunächst als Virus B bedingt eingestuft, doch fehlten dafür dann wiederum andere Faktoren des Laborbefundes, so dass die erste Einordnung als Hepatitis B später wieder umgestoßen wurde.

Nun ist gewiss auch dem Gutachter ebenso bekannt wie dem Gericht, dass es verschiedene Formen von Hepatitis gibt, so dass die Feststellung, dass im Streitfall keine virusbedingte B-Variante vorlag, keineswegs irgendetwas darüber aussagt, dass folglich keine Hepatitis vorgelegen habe.


Dies wird fachlich nochmals klargestellt in der eidesstattlichen Versicherung vom 6.12.01, in der es unmissverständlich in oben dargelegten Sinne heißt:

 

- 2 -

 

Außerdem hatte ich in dieser Zeit eine Hepatitis, die nach Laboruntersuchung zunächst als Hepatitis B angesehen wurde, aber doch wohl keine war, weil dazu gewisse Faktoren im Laborbefund fehlten. Diese Hepatitis wurde auch von Frau Dr. Wurstner behandelt.“ ( nachträgl. Hervorhebung )

Diese ebenfalls unmissverständliche Aussage ist von der Beklagten nicht bestritten worden. Unbestritten hat die Beklagte auch unbeanstandet die Abrechnung von Frau Dr. Wurstner erstattet, die als Diagnose ebenfalls Hepatitis angegeben hatte.

Es blieb also dem Gericht vorbehalten, einseitig daran festzuhalten, dass allenfalls ein Hepatitisverdacht bestand, obwohl eben dies klägerseitig nie geltend gemacht wurde, sondern immer die Diagnose Hepatitis genannt wurde.

Der Apotheker Prof. Wolf wiederum durfte als Nichtmediziner natürlich rechtens nicht über die Therapie von Krankheiten durch Frau Dr. med. Wurstner und einen Heilpraktiker gutachten und weiß das auch. Dass er dies tatsächlich auch nicht kann, beweist offenkundig seine bisherige 'gutachterliche' Leistung. Deshalb will er seine Gutachten ja auch nicht öffentlich machen.

Das Gericht wiederum muss davon ablenken, dass es für über 500 Euro einen nicht sachkundigen Gutachter beauftragte.

Dadurch wird die Klägerin offen benachteiligt.