Sehnen
von
Wolf-Alexander Melhorn

 


In der Ergrautheit meines Leibes,
den sich die Leidenschaft schon schwer entzündet,
und die,
gefordert,
eher schnell erlischt,
pocht diese Angst,
der Form nicht zu genügen
- dem unerbittlichen Gebot!

 

 

Verblasene Erinnerung,
das welke Wissen
von Erwartung,
- dem Selbst einst strenges Maß gewesen! -
begründen Zweifel,
die den Mut bedrängen
und wagnisstarkes Denken.

 

 


Bis die Geträumtheit solcher Wirklichkeit
das Wirkliche vom Träumen wieder trennt.

 

 


Und das Begreifen vom Vergehen
duckt sich den Drang
zu mutigem Erneuern!

Zuletzt
erschöpft sich auch das Sehnen;
verzagt mein blässelnde Erhoffen,
im Paradies des Ausgedachten
aufzuwachen
und
- noch ein Mal ohne Mal der Zeit - um meiner selbst! -
geliebt zu werden.
Indem dann Du
- selbst mich! -
mit Dir entführst
in die Vertrautheit Deiner Nacht.

 

 

 

 

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