Begegnung
von
Wolf-Alexander Melhorn
Über das plötzliche Erkennen – eine Parabel
Wohlig
offenbarte sich dem Fühlen
die Besonderheit des Tages.
Nach
dem Warum befragt,
so hätte der Verstand begründet:
Die Sonne eben ...
- und dabei unbedacht gelassen,
dass diese jeden Tag bescheint,
nicht achtend auf die Stimmigkeit
von Umfeld und Gefühl.
Es
war jedoch
- nur ihr zueigen,
in der Unendlichkeit der Sonnenwelten! -
der Erde Zeitenwandel,
der wieder die Natur beschenkte,
indem er
- neuerlich -
dem Sehnen die Gewissheit gab,
es werde alles sich erfüllen!
Somit ein Tag der Frühlingssaat...
Auch jenen beiden
- der Bedingtheit dieser Reize unterworfen -
ertastete die jähe Ruhelosigkeit der Sinne
- fühlergleich -
die Spur,
die ineinander führen würde.
Als
sie sich daher gegenüberstanden,
war alles nur ein Augenblick,
der sie jedoch so tief
einander sich versenkte,
dass ihre Blicke
erst mal auseinanderstoben
- um alsbald
es erneut zu wagen.
Und scheu dann wieder dies Erkennen,
das Leben keinen Zweifel lässt!
Von
vielem sprachen sie danach:
Dem Frühlingstag
und wie ihn jeder sich erfühlte;
dem Glück,
dass Wünsche sich erfüllen
und Zukunft,
die ein Leben sich erhoffen dürfe
- was eben so Verzaubertsein erfindet!
Nur
von der Sehnsucht
sprachen beide nicht
- denn diese hatte sie
- bestimmt! -
auf ewiglich verloren.
19.2.09
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