20.8.08
Die Verwandlung einer Maus
von
Wolf-Alexander Melhorn
- eine Parabel
Die Augenblicke
von verschämtem Stolz,
dass gerade der sie wahrgenommen,
wogen schwer,
weil ihre Sehnsucht
sich darin erfüllte.
Nachdem
sie sich verstanden fühlte,
weil er in Kennertum das Seelchen vor sich sah,
dem Kindsein noch das Denken führte,
fand sie an ihm kaum einen Tadel.
Die aber
räumte der Verstand hinweg,
als er für sie sich als der Bösewicht ergab,
der er für ihre Neugier stets gewesen.
So offenbarte er sein gutes Wesen,
- gereift durch Leben
-
und wurde,
wie sie ihn insgeheim erhofft!
Durch dies Bekennen
fielen alle Ängste vor ihr ab,
die sie als Mäuslein
auch vor diesem Kater hatte
- der offenbar den falschen Pelz getragen hatte!
Sie fand
auch in der Tat nichts mehr an ihm zu ändern,
denn sein Verhalten war selbst ihm jetzt Überraschung,
nachdem dies fremde Wesen
- in dem er bislang eine Maus gesehen! -
ihm ohne Furcht in einer Offenheit begegnete,
die ihrerseits verpflichtend war,
doch ihm
- in unsrer Welt der Selbsterfindung! -
die Unbekannte im
Geschehen.
So ohne
Arg und Unbedachtheit
einem Jäger gegenübertreten,
war jedenfalls
nur Raffinesse
oder
dumm,
und beides
- nach Gesetz der Jagd! -
ein Grund,
die Maus doch artgerecht zu quälen,
indem die Hoffnung grausam hochgeworfen wurde
und Krallen schmerzhaft sich die Wirklichkeit ergriffen.
Sie glaubte
zwar,
das müsse sein
- womit sie auch die Wahrheit traf! -
nur wurde die von ihr ganz falsch gedeutet!
Doch es ging längst um Tieferes,
denn dauerhaft ein anderes Verhalten,
das würden sie ihm als Versagen deuten,
was seinen Ruf des Jägers schwächt
- bei Seinesgleichen!
Das würde sie nun lernen müssen!
Er wusste
jedenfalls aus leidvoll eigener Erfahrung,
das Leben gönnt nur kurzes Innehalten!
Um so größer ist danach der Schritt,
es wieder einzuholen,
bevor es sich davon gemacht!
Das Mäuschen
starb noch in der gleichen Nacht
- und ward als Katze neu geboren!
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