Begegnungen im Nirgendwo
von
Wolf-Alexander Melhorn
Erzählung
Schuttvolle
Höhlen
in Geborstenem.
Staubbeladener Geruch
geplatzter Häuserstümpfe.
Ein MG rüttelt sich die Stille wach.
Stoßweise.
Immer wieder.
Peitschende Antwort aus dem Irgendwo.
Neben
ihr das Kind.
Sein Blick entspannt sich,
als sie beginnt,
für ihn zu singen.
Kein Kinderlied.
Sie kennt noch keines,
reiht sich nur ganz zarte Töne.
Eine
Mauer stürzt sich in ihr Dunkel.
Doch ängstigt sie das längst nicht mehr.
Sie wartet schon auf Morgen!
Ein
Lichtspalt legt die Pflanze frei,
die es
schuttbeladen
vor sie hingeworfen hat.
„Sieh nur! - Diese schöne Blume!“
Sie bietet ihm die freundlich an,
doch schlägt das Kind nur ungelenk danach.
Rücksichtslos
zerbröseln schwere Mörser,
was an Vergangenheit geblieben.
Das
Kind verbirgt sich wieder in der Angst.
Sie drückt ihn sich noch fester.
Einer sucht ganz hastig Deckung,
verflucht sie,
als er mit Stiefeln auf sie springt.
Sie
schreit gequält
und schlägt voll Hass nach ihm!
Doch erwidern ihr
die angespannten Züge im Gesicht
nur einen Augenblick
Verwirrung!,
Dann nimmt er sie schon nicht mehr wahr!
Hetzt
doch der Befehl herüber;
treibt seinen Körper
in den nächsten Sprung!
Vorbei daher
- für ihn -
die Art Begegnung.
Die Kugel wirft ihn rückwärts nieder!
Entsetzen
sieht sie jählings an;
lautlose Worte flehen;
mit Fingern sucht er das Gedärm zu halten!
GESTORBEN
AM ...
FÜR ....
Das Grauen hält sie starr
im Zwange dieser Augen!
Berstendes Gemäuer
erstickte später ihre Qualen.
Hilf
mir!
Weil ich um sie weine!
überarbeitet 27.2.09
Zu
den literarischen Arbeiten von Wolf-Alexander Melhorn
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