Einsamkeit
von
Wolf-Alexander Melhorn
Ich
habe sie verloren,
weil Deine Seele nicht mehr konnte
und irgendwann
von dannen ging;
in
Tränen,
die ich nicht bemerkte,
weil ich nur stets ins Weite sah;
in
Schmerzen,
die mich nicht berührten,
weil sie der Stolz vor mir verbarg;
mit
Worten,
die mich nicht erreichten,
weil ich niemals Deine Augen las.
Ich
hatte sie verloren,
als wohl ein langer, leerer Blick
- sonst unbeachtet -
mal wieder in die Ferne ging;
vielleicht ein Wort,
von mir,
von Dir
- sonst unbeachtet -
mal wieder nur ins Leere fiel,
doch ich
- zum ersten Mal-
an meiner Einsamkeit erschrak.
Ich
habe sie verloren
und verlassen wie ein Kind,
irre ich den Weg zurück,
den wir zuvor begangen;
nicht
wissend,
wann
und wo
uns was
getrennt;
getrieben
von der Sehnsucht,
Du mögest noch am Wegrand stehen,
gewillt,
mich wieder zu geleiten,
wie
damals,
als wir träumen sind.
Und
meine Hoffnung schiebt zur Seite,
dass die Vergangenheit
nie Zukunft kennt
-
auch wenn Dein Körper
bei mir bleibt.
Veröffentlicht in der Anthologie des Richmond-Verlages: " Die Scherben der Seele"
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