Nähe

von
Wolf-Alexander Melhorn

 

 

So nahe warst Du mir,
dass uns der Zwang,
sich zu behalten,
lähmte;
die Sicht mir nahm,
auf Pflichten,
die ich habe.

 

So fesselte mir der Verstand
die Seele,
- die sich vom Träumen dann zwar selbst befreite,
dadurch jedoch vergehen sah,
was sie so schmerzlich
für sich wünschte.

 

Denn als ich endlich
- durch Deine Angst vor neuen Schmerzen! -
uns beide wieder frei geredet hatte,
erstarb uns diese Nähe;
trieb meine Wirklichkeit
hinüber in Erinnerung;
verschwand die Trautheit Deiner Augen
mit Deiner Flucht zurück in Dich.

 

Als ich begriff,
warst Du
- für immer -
fort gegangen
- zurück in Deine Einsamkeit!


Wir sind danach erwacht,
doch beide waren wir betrogen!


Und eine Trauer,
um dies ungelebte Sein,
stößt mich in einen Abgrund
meines Lebens.

 

 

 

 

 

Zu den literarischen Arbeiten von Wolf-Alexander Melhorn