Bedauern
von
Wolf-Alexander Melhorn

 

 

Ihn habe ich nur so gekannt,
den fremden,
immer fernen Mann,
der stets sich bei sich hielt,
mir selten einen Einblick gab;
zwar machtvoll Teil des Ganzen,
doch schwer aus der Erstarrtheit frei zu brechen.
Trotz mancherlei Versuchen!
Unnahbarkeit war ihm so Schutz
vor fremdbestimmten Ängsten,
wie er sie wohl schon immer floh,
in seiner harschen Selbstverleugnung!

 

Doch blieb er so auch Zukunft,
die sich selbst beschränkte!
Nur Mutter war uns Gegenwart,
er Vorbild erst,
- in Pflichterfüllung -
als uns die Reife längst von ihm getrennt.


Als er uns dann verließ,
wich er,
für uns,
nur andren Kräften.
Mir bleibt Bedauern,
ihn folglich nie erkannt zu haben,
den nahen,
immer fernen Mann.

 

 

 

 

 

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