Schmerz
von
Wolf-Alexander Melhorn

 

 

Der Schmerz,
der mich aus meiner Seeligkeit befreit,
bringt mir zugleich die Neugier mit,
die manchmal meinen Leib benutzt,
um Ängste zu verdrängen,
wenn neues Wissen mich bedroht

- beim Wachsen,
das kein Enden kennt
auch wenn es längst ein Ende sieht;


- beim Reifen,
das so endlos dünkt,
und doch schon in sich selbst zerfällt.


Das ist so in der Ordnung,
wie ich weiß,
doch furchtsam will ich es nicht sehen
- obwohl ich darin Sinn erkenne,
der sich in solchem Sein,
wenn es nur kraftvoll angenommen,
bereichert in sich selbst erfüllt


Auf dass aus Ende
Anfang werde
- und Schmerz,
der wiederum die Seeligkeit befreit.

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Anthologie 2010"Bibliothek deutschsprachiger Gedichte""Ausgewählte Werke XIII

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