Die Bürgeranhörung der Martha J.

 

Kammerspiel in 4 Akten

von
Wolf-Alexander Melhorn

 

I. Akt

 

 

 

 

I. AKT

1. Szene  

( MARTHA und KURT beim Schach Spielen )

 

MARTHA: ( siegessicher ): Der macht Dir Schwierigkeiten! - Was…?

 

KURT ( nachdenkend ): Der Läufer…? -  Von wegen… ! ( deutet dabei auf die Figuren ). Den Turm … - Dann musst Du rüber … - Und ich dann mit dem Bauern einen vor… –  ( lächelt ) Schon sieht die Welt ganz anders aus …( er zieht )

 

MARTHA ( winkt ab ) : Dann mit der Dame…. ( sie deutet das mit dem Finger an )

 

KURT ( munter ): Warum spielen wir dann noch…?-  Das ist ja wie beim Kartenlegen…- Wenn Du das so offen sagst…

 

MARTHA ( heiter ): Na… Du hast damit angefangen.

 

KURT ( grinst ): Ich wollte Dich nur etwas an Dir zweifeln lassen…

( Er vertieft sich wieder in das Spiel. Sie aber lehnt sich plötzlich zurück) (Er bemerkt es schließlich )

Keine Lust mehr?

 

MARTHA ( zögernd ): Ach… -  Lass uns doch bitte aufhören, Kurt. – Morgen wieder. Ja?  

( KURT sieht sie nachdenklich an. MARTHA schließlich unbehaglich, betont)  

Ja… ! -  Erika …

 

KURT( freundlich ): Nun mach’ halblang, Mädchen.

( deutet auf den daneben stehenden Kuchen )

Kuchen ... Kaffee… - Doch alles vorbereitet!

MARTHA ( leicht ungehalten ) : Darum geht’s doch nicht…

(PAUSE)

KURT ( bedeutungsvoll):  Bringt das was?

 

MARTHA ( verzagt ): Weiß ich doch selbst …

 

KURT ( ergreift liebevoll ihren Arm ): Das wird sich alles finden, Martha!  - ( herzlich ) Man zankt sich und versöhnt sich wieder. - Nun mal Familie...!

 

MARTHA ( schüttelt den Kopf, bedrückt ): Das geht jetzt schon ein ganzes Jahr!

 

KURT ( eindringlich ) : Schon klar! - Die wollten Dich wohl auch bestrafen… - Doch nimm die meisten andern im Spital... - Zu denen kommt auch keiner! - Seit Jahren, manchmal... !

 

MARTHA ( eigensinnig ): Meine gehen aber täglich hier vorbei! ! – Die  hätte wirklich Zeit, die Erika...!

 

KURT ( verständnisvoll ) : Schon, Martha…

 

MARTHA ( gefasst): In deren Kreisen gilt eben das Spital ... ( gehässig ) als alter Kasten ... als nicht fein genug! – ( bitter ) Nicht mal Gregor oder Ines lassen sie zu mir ! 

 

KURT ( behutsam, tätschelt dabei ihren Arm ):  Die vergessen Dich schon nicht , Martha.

(PAUSE ) 

MARTHA ( aufgebracht ): Dass die nicht endlich selbstbewusster wird, die Erika ... -  (betont ) Kurt! - Meine Tochter wird von ihrem Mann bestimmt! – ( wütend ) Wenn Paul verboten hätte, meine Mutter zu besuchen…

(PAUSE)

KURT ( ruhig ): Vielleicht erwartest Du von Deinen Kindern ja zu viel...

 

MARTHA ( aufgebracht ) : Nur etwas von der Liebe … - Als Respekt ...

( PAUSE)

( bekümmert )  Nur weil ich hier ins Heim gezogen bin …?

 

KURT ( ungehalten ): Nun aber halblang, Martha…! – Sind doch fast durchweg nette Menschen! Hier, bei uns!

 

MARTHA (nickt, seufzt ): Kennst nur den Hochmut meiner Sippe nicht… - (nachdrücklich) Erika war früher so ein liebes Kind…! - Doch der Herr Göttergatte... - Franz …! Der Herr Stadtrat... - Wenn der bestimmt, ihr , ich sei im Unrecht, bin ich’s eben! 

( PAUSE)

KURT ( vedrsöhnlich ) : Vielleicht leidet   Erika ja auch an dieser Sache?

MARTHA ( nickt, müde ): Ich höre ja schon auf zu jammern....

 KURT ( liebevoll): Schon gut. Das musste eben raus…  - ( grinst ) Sonst fault es nur da drinnen!  - ( nach Pause aufmunternd ) Deine Erika hat eben ihren eign’en Kopf! - Ganz die Mutter...!

MARTHA ( seufzt ): Die sieht in Franz wohl  auch ein Stück weit ihren Vater! - (anerkennend) Hat schon was, wie Paul… 

 KURT ( neckend ): Vielleicht wird sie doch noch wie die Mutter. Dann wird sich alles finden.

MARTHA ( übergeht den Einwurf, nachdenklich ): - Statt dass sich Alt und Jung zusammenschmeißen …  der eine bringt die Kraft… das Leben! - der andere Erfahrung... geh'n alle aufeinander los! – Schade… denk’ ich oft … um diese Welt! - Was könnte aus ihr werden …

(PAUSE)

KURT ( behutsam ) : Du denkst, die ärgert, was Du getan hast, für das Heim? - ( betont ) Gegen ihre 'hohe Politik' ?

 

MARTHA ( aufgbracht ): Unser Spital soll weg, nach deren Willen ! - Die geben da nicht nach! - Wer nicht mitzieht, ist dagegen, Kurt!! – ( bitter ) - Die bestrafen die eig'ne Mutter, nur weil die andrer Meinung ist?

KURT  ( nachdenklich ): Sind nun mal mit der Politik verbunden, der Franz und Deine Erika! - Von Deinem Sohn ja ganz zu schweigen …

( PAUSE )

MARTHA  ( trocken, nickt ) : Der politische Staatssekretär! - Der Hubert schläft vermutlich auf Parteistatuten. - (atmet tief durch, energisch ) Was kümmert mich denn die Partei? - Noch darf ich eine eig'ne Meinung haben… - - Ich habe mich an einem Bürgerbegehren beteiligt! - Ist das so schlimm?

 

Pause

KURT : Ich weiß nicht. - - Viele zogen rum und sammelten Unterschriften für's Spital... - Du eben auch ...!

 

MARTHA : Du kennst die hier nicht, Kurt…! – Die hatten immer jemand zu gehorchen. Jahrhundertelang war das die Kirche, dann kam das Dritte Reich und heute eben der Partei...

 

KURT ( liebevoll ): Sieh' bitte nicht Gespenster, Mädchen. -  - Freu' Dich lieber auf die Enkel!

 

MARTHA ( aufgemuntert ): Wirst Du sehen, wie lieb die sind, die Beiden!

( PAUSE  )

KURT ( behutsam ): Ich gehe dann jetzt mal, Martha...

 

MARTHA ( aufgeregt ): Kommt nicht in Frage! - Nein!

 

KURT ( freundlich, bestimmt ): Du setzt Dich doch bloß wieder in die Nesseln, Mädchen! – Für die bin ich ein Fremder…

 

MARTHA  ( fest ): Dann sollen sie Dich kennen lernen! – Mir ist das wichtig, Kurt! – (trotzig) Wem's nicht gefällt, soll wieder gehen!

 

KURT ( lacht ): Sag’ mal... - Dein Paul… - Hatte der bei Dir denn was zu sagen?

 

MARTHA  ( stutzt, dann launig ): Hab' vielleicht nur was nachzuholen… - ( betont ) Und daran wirst Du mich nicht hindern!

 

KURT ( er knufft sie liebevoll in die Seite ): Also gut dann …- Überredet!

( PAUSE )

MARTHA ( etwas verlegen ): Wenn ich Dich noch um was bitten dürfte, Kurt ….  - Sag’ nicht …Mädchen… - Vor den andern. – Ja?

 

KURT ( gewollt unverständig): Bei Deiner Jugend? – ( betont harmlos) Oder hältst Du das für plumpe Schmeichelei?

 

MARTHA  ( herausfordernd ): Tätschelst mir womöglich noch den Hintern vor den andern… -  Macho, alter! – Nein.- Wirklich, Kurt … -  Du machst mich lächerlich, vor dem Gemüse…! –  Ich ...! - Mit einem Lustgreis, wie mit Dir…

 

KURT ( übertrieben ernst ): Aber nur dies eine Mal!

 

MARTHA ( lächelt ): Ja, ja… -  Wir reden dann darüber …

( sie wendet sich plötzlich wieder dem Schachspiel zu )

Also…! - Zeig’ mal, was Du kannst…

 

 

 

 

 

 

 

 

1.AKT

2.Szene  

( Vorige. Kuchen auf dem gedeckten Tisch. MARTHA geht kurz ans Fenster; setzt sich und ordnet danach unruhig den gedeckten Tisch. KURT beobachtet sie nachdenklich-besorgt; sieht schließlich auf die Uhr )

 ( es klopft )  

MARTHA ( beherrscht ) :  Herein!

 

 

 

 

 

 

 

1.AKT

3.Szene

( ERIKA tritt ein, geht sofort auf MARTHA zu und küsst sie auf die  Wange. MARTHA, zunächst erfreut, plötzlich  betroffen )

 

ERIKA (übergibt ihr Blumen, forsch ): Hier, Mutter! – Die gefallen Dir doch so ...

 

MARTHA ( kühler ): Du ... - Allein?

 

ERIKA ( leichthin ):  Ines und Gregor sind mit Franz ins Birnental.- Wandern. ( herzlich ) – Sicher gut, wir sprechen uns alleine aus… - Wir haben uns so lange nicht gesehen...

 

MARTHA ( abweisend ): Für mich war klar, ihr kommt heut’ alle!

 

ERIKA ( energisch ):  Bitte...- Mutter! - ( deutet dann auf KURT ) Möchtest Du uns nicht bekannt machen…?

 

KURT ( etwas eilfertig ): Mein Name ist Michelsen.

(ERIKA gibt ihm die Hand )

MARTHA ( fasst sich ): Mein Bekannter. - Und das, Kurt, ist Erika.- Frau Hänel…  

 

KURT  ( etwas ungelenk ): Sie hat mir viel erzählt, von Ihnen und den Enkeln... Freut sich schon die ganzen Tag, dass sie kommen.

 

ERIKA (kühl ): Ach... Wie nett...

 

MARTHA ( etwas ärgerlich ): Und jetzt? - Der viele Kuchen...

ERIKA ( sachlich ): Verschenkst Du an die Mitbwohner. Freut sich sicher mancher …

( sie geht im Zimmer umher und sieht sich um ) ( anerkennend )

Doch! – Etwas klein, das alles…  - Aber gemütlich.... - Muss ich sagen...… (tritt ans Fenster) Mit Blick auf die Bergnerstraße...

( MARTHA bleibt zurückhaltend ) ( ERIKA bleibt ungehalten stehen )

Jetzt mach' doch da nichts draus! - Franz hatte endlich einmal Zeit für seine Kinder...

( MARTHA holt abweisend eine Blumenvase aus dem Schrank, füllt diese mit Wasser und ordnet die Blumen. ERIKA  setzt sich, etwas versöhnlicher)

Ich weiß ja, Mutter... - Du und Franz... - Solltest aber auch mal uns uns verstehen!

   ( MARTHA räumt errregt das überzählige Geschirr weg. ( ERIKA zögert, sieht KURT an, dann vorwurfsvoll  zu MARTHA )

Hättest schließlich auch zu uns gekonnt...

 

MARTHA (bissig ): Zu Franz…? – Da bin ich lieber hier!

 

ERIKA ( wütend zu KURT): Sie ist so ungerecht bei meinem Mann! – Dabei hat er ihr noch niemals was  getan!

( zu MARTHA ) Man tilgt nicht einfach fünfundvierzig Jahre, indem man seine Wohnung räumt und alles auf den Sperrmüll schmeißt !

MARTHA ( trotzig ): Hätte ich euch etwa fragen müssen ?

 

ERIKA ( scharf ): Hubert fand das auch nicht richtig, Mutter!

 

MARTHA ( geringschätzig ): Mein Herr Politiker... - ( wütend, leise ) Und Du weißt genau: Das meiste habe ich verschenkt! -  Ihr aber wolltet beide nichts davon!   - ( bitter ) Im übrigen: Ein altes Möbel macht ja wohl kein Leben aus!

ERIKA ( scharf ) : Vater hing nun mal an vielen Sachen!

 

MARTHA ( erregt ):  ich habe nicht Erinnerungen verschenkt, sondern Sachen!

 

ERIKA ( aufgebracht): Du hattest so ein schönes Leben, Mutter ! Das gibt man doch nicht auf! - Für so was...

 

( PAUSE )  

ERIKA ( etwas verlegen zu KURT ): Tut mir wirklich leid, Herr Michelsen.... – Gewöhnlich ist das nicht der Stil, den wir im Umgang miteinander pflegen…

 

MARTHA ( trotzig ):  Doch, Kurt …  Das  i s t  der Stil des Hauses... - Seit vielen Jahren! – (zu ERIKA ) Im übrigen… Wäre ich zu Hubert oder Dir  … Wär' euch doch gar nicht recht gewesen…

( ERIKA fährt  empört auf ) ( MARTHA fest )

Dein Franz, Erika… - Der hätte sich nach außen als guter Schwiegersohn gebärdet! – Damit es jeder sehen kann!  – Doch büßen hätten wir das beide müssen... - Du so wie ich !  - Mich will der so wenig, wie er seine Eltern nehmen würde! – - ( resigniert ) Ich hätte in der Amalienstraße bleiben sollen! –  ( betont ) Nur das war standesmäßig, für die beiden Herren! Franz und Hubert ...

 

ERIKA ( aufgebracht ): Das ist nun wirklich unfair, Mutter! – Du weisst genau, dass in diesen schweren Zeiten sein guter Ruf uns manchen Auftrag bringt. – (spitz ) Als Unternehmer hat man’s nun mal nicht so leicht, wie Vater, als Beamter...

 

MARTHA ( böse ): Das scheint mir doch weniger eine Frage des Berufes, Erika, als des Charakters...

( Verbissenes Schweigen )

 

KURT (steht plötzlich eilig auf, füllt die Kaffeemaschine mit Wasser und schaltet sie ein, dabei freundlich ): Zwei Tassen, Frau Hänel…? - Oder drei … ?

 

ERIKA ( fasst sich ): Zwei, bitte... – ( bemüht lockerer )  Sonst kann ich nicht mehr schlafen…

 

KURT ( nickt, verständnisvoll ): Das kenn’ ich... - -  ( zu Martha ) Und Du ? – Wie immer?

 

MARTHA (noch etwas abwesend ): Ja… - Bittet…!  – ( fasst sich) 

 

( PAUSE )

ERIKA (leicht schmollend ): Du hast nicht nur Franz in eine peinliche Lage gebracht , Mutter, sondern sogar Hubert...! – Im Ministerium stellen sie inzwischen höflich-dumme Fragen. - Und zwar nach Dir und Deinem Treiben!

( PAUSE )

MARTHA (versöhnlicher ): Willst Du das nicht verstehen, Erika? - Diese Wohnung... - Mich hat das schließlich nur bedrückt, das große, leere Haus ! – (gewollt forsch ) Und alt genug, das selber zu entscheiden, bin ich ja inzwischen…

 

ERIKA ( kühler ): Mutter! - Hier geht es nicht um Selbstverwirklichung im Alter ... . – Du bist Teil einer Gemeinschaft, einer Familie…! -  Auch ic h  muss Kompromisse machen, Rücksicht nehmen...

 

MARTHA ( zynisch ): Bitte keine Phrasen...

 

ERIKA ( kühl ): Wenn Du dort nicht mehr bleiben konntest, Mutter, musstest Du zu uns! –  ( von oben herab ) Und alles hinter unserm Rücken!  – D a s   ist doch so verletzend... - Dein mangelndes Vertrauen, der Familie gegenüber... !

 

MARTHA ( spitz  ): Wenn Franz davon erfahren hätte, dass ich mich hier beworben hatte, hätte der das sofort hintertrieben... !

(PAUSE)

ERIKA ( heftig ) : Ins Spital...! - Nein, Mutter! Der hätte Dir im Schönbornhaus etwas Schöneres besorgt! – Eine Altenwohnung...Zwei Zimmer ... Abgeschlossen ... - ( zeigt aufgeregt umher ) Nicht so was hier! – - Das ist doch Dir nicht angemessen. Der Frau eines Amtsgerichtsdirektors! –  -  ( beiläufig zu KURT ) Entschuldigung… - Das geht jetzt gar nicht gegen Sie…

( KURT hebt nur abwehrend die Hände )

 

MARTHA ( scharf ): Hier bin ich besser dran, als so allein in der Amalienstraße...

( Pause )

( um Verständnis bittend ) Erika…! - Das Zimmer ist  gemütlich… - Sagtest Du doch selbst!  – (geringschätzig ) Das Schörnbornhaus... Der seelenlose, neue Kasten! - (zuckt mit den Achseln )  Ich brauche Atmosphäre! - ( deutet umher ) Und die hat es hier! - Hier beschließen seit Jahrhunderten schon Menschen ihren Lebensabend…! - Das kannst Du spüren, dieses Gehen, Erika! - In jedem Zimmer... - Und so was bringt mir Ruhe, Frieden ...

 

ERIKA ( geringschätzig ): Aus den vornehmsten Familien gingen sie seit Jahrhunderten im Alter ins Spital ! - Wir leben aber heute, Mutter ... ! -  Nicht mehr im Mittelalter ! – (deutet umher, entschieden) Das ist doch nur erbärmlich! Nach unserm Maßstab, heute...

 

MARTHA ( bockig ):  Mir reicht das, Erika! -  Das Haus tut einem wirklich gut! - Nicht, Kurt? Das hat ganz einfach was! -

KURT (beschwichtigend zu ERIKA ) : Kann ich nur bestätigen, Frau Hänel.

 (PAUSE )

ERIKA ( vorwurfsvoll, dabei verbindlich, in Richtung KURT deutend ) : Du könntest schon ein wenig Rücksicht nehmen, auf Deinen Besuch... -  Ein Jahr lang haben wir uns nicht gesehen! – Ich hatte mir das wirklich anders vorgestellt...

 

MARTHA ( kühl,  fest ): Wir sind uns  aus dem  W e g  gegangen, Erika. – Das ist was anderes, als wenn man sich nur lange nicht gesehen hat. -  – ( bekümmert zu KURT ) Verstehst Du, Kurt... Wir haben wirklich ein Problem in der Familie ... - ( entschlossen, zu ERIKA ) Und das will abgehandelt werden, Erika! - Nicht einfach nur verdrängt!

 

ERIKA ( kühl ): Das sehe ich genau so, Mutter...

 

MARTHA ( beherrscht ): Was denkst Du wohl, warum ich in dem Jahr  auch nicht zu Euch gekommen bin? – Oder Hubert...? – Weil alles immer nur zerredet oder übergangen wird. - ( beschwörend ) Mag sein, wir schaffen das auch heute wieder nicht… - Doch lass uns einen Anfang wenigstens versuchen…

( PAUSE ) ( ERIKA betroffen )

KURT ( ruhig, will aufstehen): Ich komme später noch mal rein…  - Wenn es Dir recht ist, Martha…

 

MARTHA ( bittend ): Nein, Kurt! -  Bitte, bleib! – Ich muss mich weder meines Tuns, noch meines Denkens schämen! - - ( sie steht auf  und schenkt noch mal Kaffee nach, dann gewollt herzlich zu ERIKA) Ich habe von dem Apfelkuchen, den ihr mögt… Willst Du nicht wenigstens was mitnehmen? - Für die Kinder und für Franz…?

( ERIKA zögert )

KURT ( herzlich zu ERIKA ):  Sagen die gewiss nicht nein, Frau Hänel ...

 

MARTHA ( versöhnlich ):  Ich packe Dir das ein, Erika… – ( geht suchend umher ) Wo ist jetzt wieder das Papier… - Das von der Lieferung… ( schließlich zu KURT ) Die Festel hat das wohl schon weggeworfen...! ( erklärend zu ERIKA ) Die Tagesschwester...

 

KURT ( steht auf ) : Nimm’ eben Folie ...

( MARTHA sucht in Schubladen ) ( KURT beobachtet sie, dann eifrig )

Warte! Ich hol’ Dir welche... - Ich muss noch etwas  haben ...

 

MARTHA ( aufgeregt ) : Kommt nicht in Frage, Kurt...!  –   I c h  gehe...! - Ich weiß ja, wo ...
( erklärend zu ERIKA )  Kurt muss dazu erst zwei Stockwerke hoch! - Und das mit seinem Herz...  - Gib, bitte, mir den Schlüssel, Kurt...!

 

KURT ( wehrt lächelnd ab ): Nein, nein...- Ich mach’ das schon! 

( Zieht umständlich seine Jacke an, die er auf einem Bügel aufgehängt hatte) (flapsig )

Deine Tochter wird doch ihre Zeit nicht mit so einem alten Zausel wie mit mir verbringen wollen... – ( munter ) Bin ja auch gleich zurück...

 

MARTHA ( entspannt ): Also schön … - Ich danke Dir, mein Lieber...  - - ( bittend zu ERIKA )  Und wir zwei, Kind... - Wir machen es uns jetzt gemütlich! - Ja?

 ( KURT tätschelt ihr den Arm und geht ab )

 

 

 

 

 

 

1.AKT

4.Szene 

( MARTHA holt den Kuchen von der Anrichte und gibt die Stücke auf die Teller. Holt danach einen Karton, um später den restlichen Kuchen einpacken zu können. ERIKA  beobachtet sie  zurückhaltend)

  

MARTHA ( aufmunternd, beim Kuchen Austeilen ): Fass doch mal bitte an, Erika! - -  ( plaudernd ) Also… den Kaffee… den hätte ich doch glatt vergessen! – - ( gewollt fröhlich ) Was soll’s…? - Plötzlich  w i r s t  Du nicht mehr alt … sondern   b i s t   es!

 

ERIKA (zögernd, kühl ): Wer eigentlich ist dieser Herr Michelsen …

 

MARTHA ( leichthin ): Kurt?  - Ein wirklich lieber Mensch… – Ich mag ihn sehr…

 

ERIKA ( trocken ): Den Eindruck hab’ ich auch …

 

MARTHA ( stutzt,  lacht ):  Na … - Ist das jetzt auch verboten? – (als sie sieht, dass Erika ärgerlich wird, lachend) Tu’ nicht so spröde, Erika… – ( leichthin ) Sex im Altersheim… - Ist längst normal…! – ( burschikos ) Auf jeden Fall natürlicher, als so verklemmt…

 

ERIKA ( unangenehm berührt ): Nun hör’ mal, Mutter…

 

MARTHA ( sieht sie spitzbübisch an, lacht dann herzlich ): Also weißt Du, Erika … - Manchmal bist Du schon ein Huhn… Das ist nicht immer ‚bumsen’, wie das neudeutsch heißt… - Sympathie… -  Manchmal vielleicht etwas mehr … ( verschmitzt ) Auf jeden Fall: Auch gut für alt, nicht nur für jung. - Eine Altersgrenze ist ja noch nicht vorgeschrieben! – ( lächelt )  Stell’ Dich bloß nicht an, Kind! – Soll das nicht jeder selbst entscheiden?

 

ERIKA ( zögernd und deutet dabei zur Türe) : Willst Du damit sagen …

 

MARTHA ( zögert kurz, dann lächelnd ):  Gar nichts will ich damit sagen …

 

ERIKA  ( kühl ): Du weißt, was Du Dir und unserm Namen schuldig bist…

 

MARTHA ( freundlich, fest ): Nein, Erika… Die nächsten … letzten … Jahre…- Die denke ich an mich!  – ( eindringlich, als ERIKA abweisend wird ) Ich habe Vater jahrelang gepflegt… - Er ist so leicht gestorben, wie es möglich war…- Und hat sich wirklich nie beklagt. – (nachdenklich ) Bis dass der Tod uns scheidet, Erika… - Weiter geht es nun mal nicht, im Leben! – Zurück bleibt dann Erinnerung. – Die aber geht mir deshalb nicht verloren, Kind! – -  Meinst Du nicht, ich sollte an mich selber denken dürfen? - - (freundlich) Ich bin jetzt
 i c h … und habe das Gefühl, es mehr zu sein, als in den letzten vierzig …ach, was sag’ ich… fünfzig Jahren... – Warum, kann ich mir selber nicht erklären…

(PAUSE)

ERIKA ( versöhnlicher ): Trotzdem, Mutter…. - Ich weiß nicht…

 

MARTHA ( freundlich ): Schau’, Kind… Ich hatte manches einzustecken! – Doch dabei ‚immer lächeln’, wie man sagt... – Nach Vater’s  Studium … - Das war zunächst kein Honiglecken, Erika…! -  Auch später nicht, als Frau des Amtsgerichtsdirektors Jetter… – (etwas bitter  und schüttelt dabei den Kopf) Soll ich nun heute… nur weil ihr es wollt … nur noch die  ‚Witwe Jetter’ sein,.. ?  

( PAUSE ) ( fasst sich, eindringlich )

Lasst mich doch einfach noch ein bisschen ganz ‚Ich-selber’ sein. – (Verständnis heischend) Deshalb trifft mich das auch so … - Mit Franz und Dir … - Und auch mit Hubert, Erika!  – Vielleicht verletze ich ja auch bei euch Gefühle… - Aber fragt euch bitte mal: Was ist mit mir? – Ob ihr mit Eurer Meinung, Eurem Tun da wirklich ‚richtig’ liegt...

 

ERIKA ( leicht abweisend ): Du scheinst mir sehr verbittert, Mutter … Und willst daher wohl was erzwingen… – Doch vielleicht verrätst Du Dich ja auch dabei…

 

MARTHA  ( schüttelt nachdenklich den Kopf ): Wem bin ich etwas schuldig, Erika?  -  Vater …? - Weil ich jahrzehntelang den Haushalt führen durfte…? – Oder euch … denen ich gelegentlich mal ihre Kinder hütete…?  - Nein, Erika! – Du und Hubert …- Ihr seid sehr selbstgerecht ... – Für Euch muss ich nur funktionieren…  - Nach Eurem Plan!

 

ERIKA ( unfreundlich ):  Also so ist das nun auch nicht, Mutter…

 

MARTHA ( ernst ): Doch, Erika! – Wahrscheinlich hätte ich es Dir nur längst mal sagen müssen. – - Ich weiß, Du meinst es gut… mit vielen Dingen! -  Doch Du verleugnest Dich zu oft. – Mein Eindruck ist... - ( winkt ab ) Pass auf, dass es Dir nicht ergeht, wie mir….!

 

ERIKA ( ungehalten ): Also D u, Mutter … - Du warst ‚nur’ Hausfrau… - Ich weiß, das hat Dich Vater spüren lassen… – Ich hab’  das auch nicht vergessen! – ( kühl ) Du gabst Dein Wissen, Deine Zeit und Deinen Körper … und er Dir dafür Sicherheit! - Das ewig alte Rollenspiel…! – ( leicht überheblich )  Ich… Mutter … musste niemals Deine Ängste haben! - Ich könnte jederzeit zurück … in meine Arbeit! – ( gereizt ) Und auch politisch bin ich nicht das angepasste ‚Huhn’, als das Du mich gern hinstellst…

PAUSE)

MARTHA ( sieht sie nachdenklich an, dann bedauernd ): Ich wollte Dich nicht kränken, Erika…- ( sachlich ) Und das mit mir…? – Es ist richtig: Ich  h a b e  mein Jurastudium abgebrochen, für diese Ehe... - Wirklich nur aus Liebe, wie man sagt… - Aus tiefster Überzeugung …– Und die Entscheidung war auch gar nicht falsch…! – Ich habe dafür keinen Preis bezahlt, den ich im Rückblick als zu hoch betrachte.

 

ERIKA ( zustimmend ):   Vater hat Dich stets geachtet… 

 

MARTHA ( nickt nachdenklich): Und er war liebevoll… - obwohl so manches Mal sehr schwierig! – Doch lass’ mich nochmals darauf kommen, ERika und nimm es mir nicht übel… - Ich denke, ich habe mich weit weniger verbogen,Kind, als Du das heute tust. –

( ERIKA  trotzig )

Ich meine es doch gut mit Dir…!

 

ERIKA ( bockig ): Ich habe meine Ausbildung  jedenfalls noch abgeschlossen…

 

Mutter ( bedauernd ): Na und…? -  Mach’ Dir nichts vor, Erika! – Was nützt sie Dir denn heute noch, wolltest Du mal wieder Arbeit…? – Wenig! Nichts! – Du bist genau so abhängig, wie ich das immer war! – Und Du verhältst Dich auch nicht anders…

 

ERIKA ( kühl ): Das ist Deine Sicht… - Ich habe außerdem die Politik…!

 

MARTHA (energisch):  Deine Politik, Erika  …? - Diese  Frauenarbeit…? - ( schüttelt den Kopf ) Die macht aus Dir noch nichts Besonderes….!  -  (nachdenklich)  Ich denke, Vater machte sich zu recht darüber lustig! – Mit Frauen-, Jugend- und Seniorenkreisen… sagte er doch immer… beschäftigt man in den Parteien jene, die andernfalls ‚das Zentrum’ stören.

 

ERIKA (überlegen): Meine Politik, Mutter,  bringt mir Gelegenheiten , wie Du sie niemals hattest…-  ( böse ) Um das klar zu stellen! – Schon deshalb hätte ich bald eine Arbeit, wenn ich eine wollte… -  (geringschätzig ) Und Vater… Der war ja wirklich niemals Vorbild eines demokratischen Verhaltens! – (herausfordernd ) Wäre er bei uns doch eingetreten! – Zu uns, in die Partei gekommen! – Wenn er doch alles besser wusste … - Warum hat er nicht mal was bewegen wollen? Nur spöttisch abgelästert...

 

MARTHA ( gereizt ):  Weil ihm Parteiarbeit zu blöd war, Erika…!

 

ERIKA (wütend): Überheblich war er, Mutter! – Er konnte sich nicht fremden Regeln unterwerfen… -Stets galt nur seine Meinung ! - Er war nur immer Richter, der es besser wusste! – Einer von den ‚Unabhängigen’… den Oberschlauen … für die den Dreck die andern fegen!– (höhnisch) Kompromisse…? - Gab es doch für Vater nicht!

 

MARTHA ( aufgebracht ): Er hat doch wohl genug getan, für unser Land!

 

ERIKA ( mit Nachdruck ):  Für diesen Staat…!  - Da hatte Vater gar nichts übrig, Mutter! – Als Richter stand er zwar für das Gesetz, doch meinungsbildend und gestaltend … etwa in der Politik … da war er sich doch stets zu    g u t    dafür, der ‚Akademiker’. – Dafür hatte er ja seine Phrasen… -  ( betont ) Politik sei Stammtisch! - Weißt Du noch? – ( eindringlich) Zugegeben… gleichfalls eine ‚Meinung’ …  - Vielleicht trifft sie ja sogar zu… - Doch nur dann, wenn der Bürger sich verweigert, bleibt den Parteien solcher Bodensatz…! - Und das sind dann die Falschen, keine Frage ! - Denn oftmals sind es solche, die sich berufen fühlen … ohne es zu sein! – Und die … - Die kontrolliert dann wieder keiner, von denen, die wie Vater sind! – ( winkt ab ) Nein, Mutter …! - Weiser oder besser, war mein Vater wirklich nicht! – Ein letztlich träger, eitler Mensch. - Aus Selbstsucht jedenfalls bequemer, als Franz …  als  Hubert … oder ich!

 

MARTHA  ( gereizt ): Weiß schon! - Du und Deine Frauenzirkel…

(PAUSE )

ERIKA ( herausfordernd ): Komm doch einfach mit! – Das wird gewiss gleich besser, wenn Du uns vorträgst, was Du denkst…

 

MARTHA (trocken):  Erspar’ mir das…! Ich geh’ schon wählen…

 

ERIKA ( verärgert ): Einverstanden, Mutter! - Doch lass es aber auch dabei! - Geh’ nur zur Wahl …  und stärke nicht so Volksverhetzer, wie den Maier!

(PAUSE)

MARTHA ( böse ): Das musste ja noch kommen…

( ERIKA schweigt) ( MARTHA schließlich nachdenklich )

Weißt Du, Erika… - Schade, dass wir uns so fremd geworden sind. - Wir hätten öfter … früher … miteinander reden sollen!

(PAUSE)

ERIKA (versöhnlicher ):  Das mag schon sein… – Denn wer zu lange miteinander schweigt, verlernt so schließlich überhaupt das Reden…

(PAUSE)

MARTHA ( gefasst, herzlich  ) : Lass uns einfach Kaffee trinken, Kind… - -  ( plötzlich unruhig ) Allmählich könnte Kurt nun wirklich wieder kommen…

 

ERIKA ( versöhnlich ): Bemuttere ihn nicht, wie Vater… -  ( lächelt ) Sonst wiederholt sich vielleicht manches …

 

MARTHA ( beachtet das nicht, unruhig ): Er müsste längst schon hier sein …

( PAUSE )

ERIKA ( sachlich): Ach … was ich Dir noch sagen will… - Hubert kommt dann noch vorbei …- Müsste eigentlich schon da sein.

 

MARTHA ( erfreut ): Na…- Das ist eine Überraschung! - Warum hast Du das nicht gleich gesagt? - - Leg’ doch noch gleich Gedecke auf... Die setzen wir auf’s Bett…

 

ERIKA ( sachlich ): Hubert ist allein... – Und Kuchen wird der ohnehin nicht wollen! – ( spöttisch)  Der ist doch ständig auf Diät, damit ihn noch die Frauen wählen... – ( sachlich ) Er bleibt wohl auch nicht lange… – Termine, wie ich weiß.

(PAUSE) ( ERIKA legt ein weiteres Gedeck auf )

 

MARTHA ( ( plötzlich ernst ):  Sag’ mal, Erika… Was wollt ihr eigentlich… - Du und Hubert? – Für den bin ich bestimmt doch auch nur ein ‚Termin’…!

 

ERIKA ( gereizt ): Stell’ Dich bitte nicht so ahnungslos…!  (MARTHA  betroffen) ( ERIKA eindringlich ) Du kannst doch nicht was ungeschehen machen, Mutter,  indem Du nicht darüber reden willst …!

 

MARTHA  ( steif ): Ich habe mir nichts vorzuwerfen…!

 

ERIKA ( sachlich ): Schlimm genug, wenn Du das nicht mal sehen willst…!  – Dann sage ich Dir eben, was wir wollen…!  - Du musst hier raus… aus diesem Heim! - - Das Spital wird dicht gemacht. - Du weißt doch, dass wir das Rathaus ins Spitalgebäude verlegen! - Diese 'große Rochade' ist vom Stadtrat   u n d   vom Kreistag nun mal längst beschlossen! – Und Demokratie hat Regeln! - Auch wenn Du meinst, Du müsstest uns dafür bekämpfen… - Mit diesem Typ, dem Maier…

 

MARTHA (steif): Ein durchaus ehrenwerter Mann.

 

ERIKA (wütend ): Ein Spinner!- Der in Leserbriefen die Partei bepöbelt …! -  Und dieses lächerliche Bürgerbegehren inszenierte…! – ( höhnisch ) Und dafür sogar prozessiert, Dein feiner Herr … um einen Bürgerentscheid zu erzwingen…

 

MARTHA ): Er tut, was die Verfassung uns erlaubt! – (wütend ) Wenn ihr euch auch nur so an die Gesetze halten würdet. - Die älteste soziale Stiftung Deutschlands …! - Älter als die Fuggerei in Augsburg ! – Der ändert ihr sogar noch die Satzung… - Für eure ‚Große Rochade’…!

ERIKA ( von oben herab  ): Die Satzung war nun mal nicht zeitgemäß…

 MARTHA ( aufgebracht ): 500 Jahre war die gut genug, die Satzung, Erika …! – Glaubst Du, ich weiß nicht, wie das läuft…? – Ihr habt den Stiftungszweck geändert, damit das Heim formal Betriebsvermögen wird. – Dadurch könnt’ ihr es dann an die Stadt verkaufen. – Nach alter Satzung war das gar nicht möglich! - - Erika! - Das sind plumpe Juristentricks.!  – Und mir egal, ob das Sozialministerium so was politisch auch noch deckt!

 ERIKA : Du redest wie die Blinde von der Farbe, Mutter! - Das hat Dir alles dieser Maier eingeblasen! - (hämisch ) So weit sind wir schon: Meine Mutter macht sich mit einem solchen Kerl gemein! - - Das ist ja der Skandal! - Wie stehen wir denn da, in der Partei… ? – D i r  macht das ja nichts aus… -Ich weiß… -  So wenig, wie Dir peinlich ist, vor diesem Kurt Familiensachen breit zu treten.

( PAUSE)

MARTHA ( plötzlich steif ): Gut, Erika! - Warten wir auf Hubert! – Aber Kurt… der bleibt! Sonst könnt ihr beide wieder gehen!

 

(MARTHA setzt sich steif auf ihren Stuhl und wartet )

 

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Fortsetzung 2.Akt