Die Bürgeranhörung der Martha J.

 

 

Kammerspiel in 4 Akten

von
Wolf-Alexander Melhorn

3. Akt

 

 

 

3.AKT 

( VORIGE. HUBERT tritt ein )

 

 

HUBERT (noch unter der Türe ) : Hallo, miteinander. – ( erfasst die gespannte Atmosphäre, jovial)  Kriegstamtam ….? -  Komme in friedlicher Absicht, Bleichgesichter...

 

MARTHA ( winkt ihn herein; steht auf; trocken): Komm’ Du nur auch dazu … -(umarmt HUBERT herzlich) Schön, Dich zu sehen, Junge … – Kenn’ Dich nur noch aus der Zeitung… 

 

HUBERT ( nimmt MARTHA freundlich in den Arm ): Termine, Mutter … Termine!  - Für ‚Volk und Vaterland’ die Karre ziehen, das fordert nun mal seinen Preis…

 

MARTHA  ( klopft ihm mit einem gewissen Stolz burschikos auf die Schulter, leicht schmollend): Auch ein hohes Tier, mein Lieber, hatte eine Mutter…- Die man nicht vergessen sollte.

 

HUBERT (herzlich ): Du tust ja so … wie … ‚Aus den Augen aus dem Sinn’ … - ( jovial ) Das hast Du wirklich nicht geschafft, im Lauf des letzten Jahres … - ( sachlich, macht sich dabei von MARTHA sacht frei  ) Jetzt bin ich aber da… - Auch wenn der Anlass nicht erfreulich ist… aus meiner Sicht …

 

MARTHA (etwas schmollend, wobei sie HUBERT noch festhält ) : Trotzdem, Hubert …

 

HUBERT  (nickt ERIKA  zu ):  Schwesterchen … - Franz… den Kindern…Geht es gut….?

(ERIKA nickt freundlich) ( HUBERT  geht auf KURT zu und gibt ihm kühl die Hand)

Guten Tag … Jetter…

 

KURT  ( ein wenig unbehaglich ): Michelsen …

 

MARTHA ( sachlich, einwerfend): Mein Sekundant…- Gewissermaßen…

 

HUBERT ( sieht KURT kurz kritisch an, dann sachlich ): Sekundant … ? (zu ERIKA ) Schon so im Zweikampf, Schwesterherz…?   - ( gelassen zu KURT ) Pistole oder Degen…?

 

ERIKA ( gereizt ): Mutter geht auf schwere Säbel...

 

MARTHA ( trocken): Dafür tauge ich nicht mehr...

 

HUBERT  ( amüsiert ): Also Pistole…! – Na… - Hoffentlich gibt’s keine Toten …! -  (macht es sich bequem ) ( wendet sich MARTHA zu) 

( jovial) Ohne Kuchen, gebe ich mich gleich geschlagen, Mutter…! - Bis dahin… Hängt die weißen Fahnen raus… - Gefechtspause! - ( er isst und trinkt genüsslich, die anderen beobachten ihn dabei )  ( plaudernd ) Ich weiß ja nicht, was Erika schon sagte, Mutter … -  Wir müssen aber wirklich miteinander reden... –  Ich hatte eben ein Gespräch mit Dr. Mack und eurem Schmidt,,,,

 

MARTHA ( bitter ): Hubert… - Ich will darüber aber gar nicht reden! - Was ich tue, ist meine Sache...

 

HUBERT  ( unterbricht, nickt dabei zustimmend ): Versteh’ ich, Mutter… - Doch muss das nun mal sein.

 

MARTHA ( fährt einfach fort ):  ... sagte ich schon Erika.

 

HUBERT ( ruhig ): Doch selbstverständlich, Mutter... – ( legt ihr beschwichtigend die Hand auf den Arm ) Lass Dir wenigstens berichten…!

 

MARTHA ( seufzt): Ich merke schon … - Du warst wieder bei den Richtigen… - ( gereizt ) Der Mack, der alte Dackel… - Steckt  d e n  doch eine Zeit lang mal zu uns, damit der weiß, wovon er redet, der Herr ‚Fraktionsvorsitzende’…

 

HUBERT  ( übergeht das, genießt den Kuchen ): Ausgezeichnet…! - Da nehm’ ich nachher noch ein Stück. - ( neckt ) Auch wenn Du mit mir böse bist …!

 

MARTHA ( müde ): Ich bin nicht böse, Hubert… - Mehr enttäuscht … -  ( gewollt herzlich ) Schön, dass er Dir schmeckt…! – ( lacht ) Vom Reuser... - Frisch gekauft!

 

HUBERT  ( legt die Gabel weg, herzlich ): Ist aber doch nicht so, wie Deiner, Mutter…. – Lass’ ich nichts drauf kommen…! - Du hattest stets die besten ….– (neugierig ) Wie lange wohnst Du jetzt schon hier? (er ergreift ihre Hand )

 

MARTHA ( ruhig ): Demnächst ein Jahr …

 

HUBERT ( nachdenklich ): Hm…

 

MARTHA (schmollend):  Ihr hättet mich inzwischen wirklich mal besuchen können… -  Du und Erika! (bockig ): Weiß schon… - Alles meine Schuld!

 

HUBERT ( mit großer Zuwendung, eindringlich ): Mutter... - Ich versteh’ Dich auch nicht! – Du ziehst nicht aus und hälst noch andre davon ab. - ( entschieden)  Wenn schon ein Altenheim, dann solltest Du zumindest mal ins Schörnbornhaus…!

 

MARTHA ( fest ): Hier gefällt es mir! - Und ich will hier bleiben, Hubert …!

 

HUBERT ( betrachtet sie eine Weilenachdenklich , dann freundlich ):  Willst Du nicht endlich Ruhe, Mutter, auf die alten Tage…? – Du hattest doch nun wirklich schon genügend Scheiß am Hals...  in Deinem Leben …! – Mach’ Dir doch endlich eine schöne, sorgenlose Zeit…!

 

MARTHA  ( nachdrücklich ): Genau die habe ich jetzt hier, Hubert… ! - ( trotzig ) Jedenfalls … das sagte ich schon Erika … nach da oben bringt mich keiner …! - Auf den Berg!

 

HUBERT ( ruhig, freundlich ) : Im Schönbornhaus kriegst Du ein schönes, großes Zimmer! - Blick auf die Stadt …! -  Ist schon besprochen, mit dem Mack …

 

MARTHA ( spöttisch): Seit wann vergibt denn jetzt der Mackdie Zimmer? Der leitet die Fraktion...

HUBERT: (freundlich): Stell' Dich nicht an. Weißt doch, wie das läuft in einer Kleinstadt..... Der OB ist auch dafür....

MARTHA ( abwehrend ): Ihr gebt wohl keine Ruhe! - Erst Erika… jetzt Du! – Habt ihr das abgesprochen? - - (versöhnlicher) Das Schönbornhaus ist mir zu unpersönlich, Hubert! - Wie ein  Krankenhaus, ist das …! (trocken) Und dazu bin ich zu gesund.

(PAUSE)

( HUBERT  blickt kurz  auf ERIKA , die, von MARTHA unbemerkt, mit den Achseln zuckt, was jedoch KURT sieht )

 

KURT ( verbindlich ): Wissen Sie, Herr Dr. Jetter… - Alte tun sich … ohne Auto … schwer… da oben auf dem Berg. – Hier hingegen …- Da schaut mal dieser rein, mal jener…- Beim Einkauf oder so … -  Und kennt man niemand aus dem Ort, wie ich … Hier bin ich mitten in der Stadt…

 

MARTHA ( beschwörend ): Dort oben, Hubert, schaust Du aus dem Fenster und stets siehst Du den gleichen Baum, denselben Zweig… - Das ist Warten auf den Tod ! -  ( leicht verzweifelt ) In ‚Ruhe’, wie ihr das jetzt nennt! – Als ob wir nicht das Leben brauchen…- Um uns richtig satt daran zu sehen!  – Hierl… - Da knarren auch mal Dielen, hörst Du Türen schlagen... - Da oben…? - Ist alles DIN-gepuffert…. -  Bist Du begraben.!

 

HUBERT ( mit wohlwollendem Spott): Sehr blumig … - Meinst Du nicht, Du übertreibst mal wieder, Mutter … ?

 

MARTHA  ( fest ): Mag sein, mein Lieber, dass ich schrullig werde… - Doch warum nehmt ihr mich nicht, wie ich bin?

(PAUSE)

HUBERT ( ungehalten, drängend ): Herrgott, Mutter! – Die würden Dir sogar ein zweites Zimmer überlassen…! -   Schmidt hat mir das zugesagt!

 

MARTHA (winkt ab): Was redest Du ? -  Das Schönbornhaus ist voll belegt!

 

HUBERT ( ungehalten ): Die machen einen Durchbruch in ein Nachbarzimmer…!

( MARTHA sieht ihn zweifelnd an) ( HUBERT nachhaltig ) Du hör’ nur endlich auf, die Heimbewohner aufzuwiegeln und den Maier öffentlich zu unterstützen! (deutet dabei umher ) - ( aufgebrqacht ) Die Leute wissen schließlich, wer Du bist. --- Wer i c h bin!

 

MARTHA ( abweisend ):  Na, toll! – Andere sind auf der Warteliste und mir gebt ihr ein zweites Zimmer! – Dafür muss dann einer raus…

( HUBERT  zuckt gleichmütig mit den Achseln )

Eine saubere Beziehungsdemokratie…!

 

ERIKA ( energisch ) : Mutter! - Stell' Dich nicht so an! - Mach’ die Familie nicht noch mehr zum Gespött für and're.!

 

HUBERT  ( einwerfend, freundlich betont): Müsstest Du doch wissen, wie wichtig das jetzt  ist, für mich … - dass  D u  mir jetzt nicht in den Rücken fallen darfst… - Ich gründe derzeit schließlich die Seniorengruppe der Partei!

 

ERIKA (eindringlich ): Der Herr Bundeskanzler hat Hubert ganz persönlich Dank und Anerkennung ausgesprochen, Mutter …! -  Hubert könnte auch im Bund noch eine Rolle spielen! – Als Justizminister etwa …! Da kann er sich nicht leisten, dass Du ihn jetzt ins Gerede bringst!

 

HUBERT  ( wiegelt ab, bescheiden ): Na ja, Erika…  Das steht noch etwas in den Sternen… - Trotzdem, Mutter…! - In der Partei darf ich durch die Familie nicht ins Zwielicht kommen...

 

MARTHA ( unsicher ): Hubert! – I c h schäme mich nicht, hier zu wohnen. – Warum Du? – Das Spital war immer schon die Seele dieser Stadt... !

 

HUBERT ( verständnisvoll ): Ich weiß doch, Mutter … - Mir blutet dabei auch das Herz…

 

KURT  ( einwerfend ): Aber Sie, Herr Dr. Jetter…! - Als Mitglied der Landesregierung… - Sie könnten beim Herrn Ministerpräsidenten doch sicher was bewirken ...!  – Der Herr Landtagsvizepräsident hat sich doch auch schon dafür eingesetzt.

HUBERT  ( belehrend ):  Herr Michelsen …Der Landtagsvizepräsident ist von der Opposition. - Die ist bekanntlich immer nur dagegen. - Im übrigen verkennen sie Rechte der Regierung. - Wir können doch nicht einfach so…  von oben … in die Kommunalhoheit hinein bestimmen! – Das würde sich die Stadt zu recht verbitten! – Nein, nein! …

 

KURT( ruhig ):Das Land gibt doch der Stadt die Mittel…! - Der OB ist noch stolz darauf, wie hoch der Zuschuss wird, vom Land …!

 

HUBERT ( gönnerhaft ): Bitte werfen Sie  nicht alles durcheinander. - Das alles liegt beim Regierungspräsidium! – Dort stellt die Stadt den Antrag und die entscheiden dann darüber … - (betont)   - Da wird auch nichts gekungelt, wie Sie vielleicht meinen...  ( gewollt heiter ) Man stelle sich nur vor, die Regierung würde über jedes Kommunalprojekt entscheiden…

( Pause )

( lächelnd ) Wir machen hierfür nicht Gesetze, Herr Michelsen: Wir wenden sie nur an! – ( jovial ) - Wir legen sie vielleicht auch manchmal etwas aus… -  Doch stets am Wohl des Volkes aiusgerichtet....– (leichthin ) Wem das nicht passt, wie Herrn Maier, der hat das Recht zu klagen! - Doch sehen Sie ja selbst, wie der vor den Gerichten scheitert. - Das Schicksal eines jeden Querulanten.

(PAUSE)

ERIKA( spitz ): Im übrigen: Weil Du von Warteliste sprichst, Mutter… - Wie bist Du eigentlich so schnell hier reingekommen?

 

MARTHA  ( unsicher ): Über die Warteliste! - Wie denn sonst…?

 

ERIKA ( gedehnt ): Das heißt… -  Du hast Dich schon vor Jahren für’s Spital gemeldet? – Da lebte Vater aber noch…!

 

MARTHA (  unverständig ): Natürlich!

 

ERIKA ( gedehnt ): Womöglich ohne ihm davon zu sagen …

 

MARTHA ( empört ): Was unterstellst Du mir …? – Wir waren b e i d e angemeldet! – ( PAUSE ) ( Die Geschwister sehen sich vielsagend an ) (MARTHA betroffen ) Nur konnte Vater dann als Pflegefall nicht aufgenommen werden…! -   Daher stand ich schließlich oben auf der Liste…

( ERIKA  und HUBERT  sehen sich wieder bedeutungsvoll an ) ( MARTHA erregt)

Warum wollt ihr mich damit ins Unrecht setzen?

(PAUSE)

HUBERT (milde ): Ist doch gut, Mutter…! – Das weiß ich schon von Dr. Schmidt. – Nur Erika war das jetzt neu…! - Niemand macht Dir einen Vorwurf…

(PAUSE   )

KURT ( bemüht, von der Stimmung abzulenken): Ich will nur noch zum Spital sagen, dass  hier ist vieles schief gelaufen ist…

 

HUBERT ( wendet sich ihm leicht verärgert zu): Wovon, bitte, sprechen Sie denn jetzt…?

 

KURT ( sachlich, entschieden):  Die geplante Räumung hat die Bewohner des Spitals sehr aufgeregt, Herr Dr. Jetter. – Eine Frau ... als man ihr das neue Heim benannte, erlitt sie einen Schlaganfall... - Am nächsten Tag ist sie gestorben…! – Das war ja auch der Grund, warum Herr Maier kam, um uns dagegen Pfleger zu vermitteln.

 

HUBERT ( unwillig ): Frau Lohner, Herr Michelsen,  war schon seit langem krank. Sie starb an ihrem Leiden, niicht an einem Schlaganfall - Das wurde alles überprüft… - ( nachdrücklich ) Die Ärzte … jedenfalls … hatten keinerlei Bedenken, jemand zu verlegen!

 

KURT  ( bekräftigend ): Auch andere sind krank geworden, Herr Dr. Jetter…!

 

HUBERT  ( scharf ): Bei allem Respekt, Herr Michelsen… - Medizinisch ist das Unsinn! - Für einen solchen Vorwurf hab ich auch keinerlei Verständnis!

 

KURT ( beharrend ): Herr Maier hat das auch bestätigt …

 

HUBERT  ( winkt ab ) : Ein Heilpraktiker… - Ich bitte Sie! - Das sollte man schon Ärzten überlassen.

 

MARTHA ( spitz ): Wie heißt es doch…?  Einer muss nun mal das Opfer bringen … -  Und so lange ihr’s nicht seid… - Wieviel Tote verträgt denn die Rochade..?

KURT ( erregt ): Wenn es s nichts zu vertuschen gäbe, Herr Dr. Jetter … - Warum holt die Polizei Herrn Maier dann aus meinem Zimmer ? - Der mich nur besuchen wollte...

 

HUBERT  (scheinbar überrascht, bedeutungsvoll ): Ach …! - Das waren Sie, Herr Michelsen, der ihn zu sich ins Zimmer bat?

 

KURT  ( fest ): Herr Maier kann mich jederzeit besuchen!

 

HUBERT ( kühl ): Sie wussten aber doch … - Herr Maier hat hier Hausverbot!

 

KURT  ( wieder ruhiger ): Hat er mir gleich gesagt… - Schon als er kam! – Auch, dass ihn wohl die Polizei bald holen werde …

 

HUBERT ( ablehnend): Ich muss mich doch sehr wundern, Herr Michelsen! Solche Leute unterstützen Sie … -…Herr Maier suchte ganz bewusst die Konfrontation mit uns! – Um sich mal wieder in der Öffentlichkeit zu profilieren…

 

KURT  ( ruhig ):  Er war in m e i n e m   Zimmerr! - Das   i c h  gemietet habe!… - Darin kann ich empfangen, wen ich will! -  Da hat mir auch der Landrat nicht hineinzureden!

 

HUBERT  ( scharf ): Sie stellten sich damit ganz offen gegen Stadt und Landkreis, Herr Michelsen! - Dieses Hausverbot betrifft das ganze Heim ! - Folglich auch  i h r   Zimmer, Herr Michelsen!

 

KURT  ( schüttelt den Kopf, fest ):  Das trifft ja wohl nicht zu! - Herr Maier hat uns schließlich nur besucht, um uns die Pfleger zu vermitteln! -  Damit wir uns gerichtlich gegen diese Räumung wehren können…

 

HUBERT  ( entschieden ): Das Hausverbot gilt ohne wenn und aber…! Das ihm verbietet, Haus und Grundstück zu betreten …

 

MARTHA ( ebenso betont zu HUBERT ): Es sei denn, ein Besuch sei erwünscht…! - So steht es nun mal im Beschluss… Herr Maier hat mir das gezeigt!

 

ERIKA ( erregt ): Er durfte aber das Gebäude nicht betreten, Mutter…! – Egal, ob nun erwünscht … ob nicht!  

 

MARTHA ( aufgebracht ): Soll er bei Kurt durch's Fenster steigen, nur um die Flure zu vermeiden? - So ein Quatsch! - - Der Landrat wollte so verhindern, dass uns Herr Maier helfen kann.!

 

HUBERT ( kühl ): Nein, Mutter! - Sein Auftritt hier gefährdete die Ruhe...und damit die Gesundheit von Bewohnern! . – Keine Heimleitung darf eine solche Störung dulden!

 

KURT  ( erregt ):Sogar verhaften wollte man ihn lassen…! -  Selbst dann noch, als der Polizeichef mit der Begründung, das wäre Freiheitsberaubung, weigerte, Herrn Maier einzusperren… …! Erst das Ordnungsamt der Stadt hat die Verhaftung schließlich abgeblasen…!

 

MARTHA ( verächtlich ): Wie zu Hitler's Zeiten …

 

HUBERT ( ungehalten ): Jetzt ist es aber dann genug!

 

MARTHA  (wütend ): Du weiß genau, wie recht ich habe, Hubert! - Du weißt, wie oft Dein Vater mit mir über seine Fälle sprach…!  - Tu’ bloß nicht so, als sei ich eine dumme Hausfrau!

 

ERIKA ( scharf ): Alles war korrekt, Mutter! - Der Gerichtsbeschluss …

 

MARTHA ( unterbricht sie wütend ): Gerichtsbeschluss... - Das Hausverbot wurde Samstag Nachmittag vom Amtsgericht verhängt und dann vom Gerichtsvollzieher sofort zugestellt.... Wo gibt's denn so was? . Ab Freitag Mittag läuft doch bei Behörden sonst nichts mehr…! - Aber ich sage Dir, warum man es so eilig hatte...- Montag früh wäre ein and'rer Richter zuständig gewesen, nämlich Dr. Kant ..Der aber hätte euch das nicht so leicht gemacht! – Zumindest mal Herrn Maier als Betroffenen gehört…!  - So… wie es das Gesetz verlangt!

HUBERT  ( gelassen):  Es war nun mal Gefahr im Verzuge … Im Hinblick auf den Schutz der alten Menschen musste man sofort was machen! -  (betont) Und durfte damit ohne Anhörung Eures Maiers entscheiden!

MARTHA (  wütend ):  Dummes Zeug, Hubert! -  Man hätte ihn auch anrufen können, um ihn dazu zu hören 

 

HUBERT ( winkt ab ): Der war wohl nicht erreichbar... – Was weiß ich…

 

MARTHA ( aufgebracht ): Und warum schickt man Samstag Nachmittag noch den Gerichtsvollzieher? – Die wussten doch, dass er zu Hause war! 

( HUBERT zuckt gleichmütig mit den Schultern )

ERIKA ( wütend ): Typen, wie den Maier, Mutter… muss man nun mal härter nehmen! – Sieht man ja …! -  Gründet der doch noch am gleichen Nachmittag eine   ‚Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Spitals’ … - Mit sich als Vorsitzendem… - Und ist trotz Hausverbot am Montag wieder hier, um ‚Mitglieder’ zu besuchen…! - ( wütend)  Und Du gibst Dich noch dafür her, bis dahin ihm im Heim die 'Mitglieder' zu werben!

 

MARTHA ( kühl  ): Das war durchaus legal, Erika…!

 

HUBERT ( ungehalten): Mit landesweitem Medienrummel…! - Eine Frechheit war das, ohnegleichen ... – Man hat mir das sehr nachgetragen, bei uns, in der Partei…

 

MARTHA ( trocken ): Der war euch ‚Machern’ über, Hubert… - ( spöttisch ) Konntet ihr wohl nicht verkraften ...

( HUBERT  schweigt verärgert )

ERIKA ( bissig ): Dieser Maier stellt sich gegen uns'ren Staat …! - Müssen wir uns denn durch jeden Rattenfänger öffentlich verhöhnen lassen?

 

HUBERT ( von oben herab, zu ERIKA ): Der kann nur  froh sein, dass euer Polizeichef uns dann in den Rücken fiel!  – Statt einen jungen  Polizisten mit der Sache zu betrauen, geht der doch selbe hin... – Ein Junger hätte mit dem Maier nicht noch stundenlang palavert, sondern kurz gedroht, ihn abzuführen und es dann getan! – ( ärgerlich ) Euer Polizeichef ist ganz offensichtlich auch ein Sympathisant von diesem Masier. - Der wollte offenbar vermeiden, dass man dem Maier mit einem Verfahren wegen Widersdtand gegen die Staatsgewalt endlich das Kreuz brechen kann.

 

MARTHA  ( lacht geringschätzig ): Glaubst Du doch selber nicht, Hubert…?  Herr Mund Widerstand? Dazu lässt sich der nicht provozieren…! - Ihr braucht für eure Winkelzüge schon so Richter wie am Landgericht…

 

HUBERT  ( scharf ): Was soll das heißen?

 

KURT ( erregt ): In der Gerichtsvehandlung saß ich hinten drin, Herr Dr. Jetter! – Herr Maier erzählt, wie aufgeregt und ängstlich alle sind, im Heim …! - Frau Jährling sei sogar in Freudentränen ausgebrochen, als ihr die Schwester sagte, wer er sei und dass er uns hier helfen wolle! – Der Vorsitzende drehte das dann später rum …! - Herrn Maier habe selber zugegeben, dass seinetwegen eine Frau in Tränen ausgebrochen sei. - Das Hausverbot wegen Störung sei daher berechtigt!

 

HUBERT ( von oben herab ): Das haben Sie wohl falsch verstanden, Herr Michelsen...

 

KURT  ( empört ): Also … verkalkt bin ich noch nicht !

 

HUBERT ( geduldig ): Schließt trotzdem nicht aus, Herr Michelsen, dass auch Sie mal etwas falsch verstehen… -  Oder?

 

MARTHA ( energisch ): So steht das auch im Urteil, Hubert! – Herr Maier hat es mir gezeigt! – Und das Urteil kennst Du sicher!

 

ERIKA ( kühl ): Das Oberlandgericht hat das Hausverbotdann betätigt … 

 

Kurt ( unterbricht ): In der Zeitung steht, Herr Maier habe unser Heim betreten... in der ‚A b s i c h t ’ … Absicht, Frau Hänel! … dessen Schließung zu verhindern…  - Und deshalb sei das Hausverbot begründet!

 

MARTHA ( zustimmend ): Was ist denn das für eine Rechtsprechung? - Seit wann steht eine Absicht für die Tat? – ( höhnisch zu Erika ) Geh’ mal zur Polizei, weil Dir Dein Mann droht, Dich zu töten. – Das ist für die nach dem Gesetz kein Grund zu handeln …!  - Doch bei Herrn Maier reichte schon die 'Absicht', uns zu helfen …

 

ERIKA ( empört ): Dieser Mensch missbraucht den Rechtsstaat…! - Und zeigt, in seiner Unbelehrbarkeit danach sogar den  Landrat, dessen Stellvertreter und den Chef der Stiftung an, nur weil sie ihn als Störer in Gewahrsam nehmen lassen wollten … - Weiß man doch, wes Geistes Kind der ist…!

 

MARTHA ( kühl ): Das hätte ich genauso, Erika…. ! - : Nur stellt die Staatsanwaltschaft bei so hohen Tieren die Verfahren eben ein… - Wegen mangelndem Vorsatz der Beschuldigten, die ihn verhaften lassen wollten…! - ( zu KURT ) War doch so, Kurt… ? Nicht?

 

KURT nickt ) : Habe ich gelesen....

HUBERT  ( überlegen ): Wer jemanden verhaften lassen will , Herr Michelsen… auch gegen den Willen der Polizei !  … muss deshalb schon mit Vorsatz handeln! -  ! – (geringschätzig ) Erst recht bei Querulanten…

 

MARTHA ( entschieden):  Nein, Hubert… - So wird Recht gebeugt..! – Was habt ihr denn bei Frau  Fuchs gemacht ? - Kaum war Herr Maier draußen war, steht schon der Dr. Mack in ihrer Türe und lässt sie unterschreiben, dass sie Herrn Melhorn nicht ‚gerufen’ habe. – Und tags darauf steht in der Presse, man werde deshalb eine Strafe wegen ‚Verstoßes gegen das Hausverbot’ beantragen, die der ‚Hartnäckigkeit des Herrn Maier entspreche’…

 

HUBERT  ( gereizt ): Wer nicht Flagge zeigt, bestärkt dadurch nur and're Spinner!  – ( entschieden) Nein! – Jeder muss bestraft werden, der Recht und Ordnung übergeht! – ( gelassen ) Du verstehst nun mal nichts von der Politik, Mutter. - Lass es also lieber…! - ( versöhnlich ) Im übrigen... - Der wird natürlich nicht bestraft…!  - Das Landgericht erklärt die Sache irgendwann mal für erledigt… Ein saftiger Streitwert ... Maier kriegt die Kosten des Verfahrens auferlegt … ( gehässig ) Damit ist der dann gestraft genug...

 

KURT ( verständnislos ): Was hat so was noch mit Politik zu tun, Herr Dr. Jetter?

 

HUBERT ( überlegen ): Sehen Sie … - Wichtig ist nicht immer, dass etwas wahr ist, sondern dass es durch die Medien geht…! - Zwei, drei solcher Sachen in der Presse und jeder geht dem Maier aus dem Weg, um sich nicht vielleicht selber zu gefährden… - Das meine ich … mit Politik!

 

MARTHA  ( geringschätzig ): Und dafür gibt das Recht sich her…

 

HUBERT  ( gelassen): Rechtswege, Mutter, sind nun mal sehr schmale Pfade durch Gestrüpp…  - Das solltest Du von Vater wissen…! - Da heißt es… festes Schuhwerk tragen oder einen guten Führer haben. Sonst brichst Du Dir die Knöchel.

 

MARTHA  ( verächtlich ): Ihr mit eurer Bananenrepublik …

 

Hubert  ( schüttelt den Kopf, gelassen ): Die Partei hat in Jahrzehnten ein Vertrauen aufgebaut… - Sollen wir uns das zerstören lassen?

 

MARTHA  ( trotzig ): Die Sprüche lass doch mal die Presse hören…

 

HUBERT  ( lächelt ): Presse? - Wer die Ausgewogenheit verletzt, den legt man an die Leine…

 

KURT :  Wir haben Pressefreiheit!

 

HUBERT ( gelassen ):  Herr Michelsen… -  Keine Zeitung muss Artikel oder Leserbriefe drucken, die ihr nicht gefallen…! - Pressefreiheit ist keine Einbahnstraße gegen die Regierung!  – Noch gibt es schließlich Meinungsfreiheit! - ..

 

MARTHA  ( bitter zu KURT )::Den einen Teil des Lebens verbringst Du in der Angst vor dem Versagen, den anderen versagst Du in der Angst …

( ERIKA  und HUBERT  sehen sich bedeutungsvoll an )

HUBERT (beschwichtigend ):  Deshalb lass uns jetzt endlich aufhören, Mutter! – Die Zerfereien bringen nichts! – ( lacht jovial) Auf Jeanne d’Arc zu machen … - Womöglich noch mit freier Brust und Krücke … Was? – In Deinem Alter doch kein Anblick, der entzückt… 

( MARTHA schweigt trotzig ) ( HUBERT beschwichtigend)

Entschuldige …! -  Das war wohl etwas plump... Ich will Dir nur begreiflich machen -  ( zu KURT) Für Sie gilt das genau so …dass Widerstand nur Ärger bringt! – ( ,mit großem Nachdruck ) Ihr müsst hier raus, Mutter …und geht auch raus !

( PAUSE ) ( Hubert lehnt sich zurück, gelangweilt )

Ich denke… - Wir haben wirklich lang genug geredet... – ( freundlich ) Worum ich Dich daher ganz einfach bitte, Mutter … - Erspare uns jetzt neuen Ärger… - Du spielst nur unsern Feinden in die Hände…! - Un der Partei und außerhalb , - Denn die Partei nimmt uns das übel …! - Mir und Franz … ! - Die nehmen uns in Sippenhaft!

( PAUSE )

MARTHA ( gereizt): Verstehe schon …! - Muttchen hat genug geplappert…!  - (enttäuscht)  Ich hoffte so, Ihr wärt bereit, mir wirklich ein Mal zuzuhören…

( HUBERT  und ERIKA sehen sich schweigend an )

(zunehmend bitter) In Wirklichkeit lasst ihr uns doch reden . - Als scheinbar Gleiche unter Gleichen … - Wie bei einer öffentlichen Bürgeranhörung. - Da darf auch jeder seinen Kropf entleeren… -  Die Obrigkeit setzt danach ein paar schöne Worte und alles bleibt so, wie sie's beschlossen. Sie hat ja auch de Macht.

( PAUSE )

Ich weiß…!  - Du hast bestimmt noch wichtige Termine, Hubert . - Und hast bei mir längst Deine Pflicht getan…

( PAUSE )

Mal ehrlich…-  Haben wir hier etwas vorgebracht, was Du nicht längst schon vorher wusstest…?  

(PAUSE )

HUBERT  ( schüttelt den Kopf, geduldig ): Du siehst das falsch, Mutter…! - Es ist nun mal beschloss’ne Sache…! - Und zwar nicht hier … und  nicht im Landkreis! -- (nachdrücklich ) Habe ich mich deutlich ausgedrückt? – ( bittend ) Mach es uns doch nicht so schwer, Mutter…

(PAUSE )

MARTHA ( enttäuscht ): Ihr zerstört so vieles, was mir wichtig war und ist! – (bekümmert ) Was glaubt ihr denn l, warum ich sonst mit euch darüber rede?

 

HUBERT ( achselzuckend ):  Es geht um Politik, Mutter … - Was soll ich Dir erklären? – ( ruhig ) Nimm es einfach, wie es ist…

( Pause )

ERIKA ( gehässig,  zu HUBERT ): Lass’ , Hubert… Lange geht das sowieso nicht mehr, mit diesem Maier..! - Dann kommt auch Mutter zur Vernunft…!

 

MARTHA ( unsicher ): Was soll das, bitte, heißen?

 

HUBERT  ( unwillig, zu ERIKA): Lass doch, Erika …!

 

ERIKA  ( begehrt auf, zu HUBERT  ): Warum nicht … ? - ( mit Genugtuung; zu MARTHA ) Seine Frau, die wird versetzt ..! -  Kommt irgendwo an eine andre Schule … - Bei den kleinen Kindern muss die Familie folglich mit. -  Die ziehen also demnächst weg.

 

MARTHA  ( aufgebracht ): Doch nicht Dein Ernst ?

 

ERIKA (shämisch ): Die ist ja vielleicht froh darüber …? – Dann muss ihr Mann doch endlich Ruhe geben! – ( geringschätzig ) So einen…! -  Den will doch keine, diesen Prozessierer…

 

KURT ( erregt ):  Sie kennen ihn nicht mal persönlich … - Warum bekämpfen Sie Herrn Maier so ?

 

( HUBERT sieht KURT nur von oben herab an  )

 

ERIKA ( gehässig ): Der soll sich um seine Praxis kümmern…! - Die Rosner…  von der Frauenliste… - hat’s ihm auch gegeben! – Und das vor Zeugen…! – Er sei ein Scharlatan und ein Betrüger und dass sie alles tut, ihm die  Patienten zu vergraulen…!  – ( mit Nachdruck ) So, Mutter,  denkt man über Deinen Helden…! – Und als der Maier mit der Rosner deshalb prozessierte, hat er natürlich auch verloren! - Dass Du’s weißt…!

 

MARTHA ( verblüfft ): Scharlatan und ein Betrüger …- Das ist Beleidigung, Verleumdung…

 

ERIKA  ( mit Genugtuung ): Irrtum! - In einem ‚politischen’ Kampf, da darfst Du so was sagen…. !  - Hat das Landgericht entschieden…! – ( hämisch ) Das hat er Dir wohl nicht gesagt...

 

HUBERT  ( trocken ): So ergeht es nun mal Querulanten, Mutter … - Solltest Du von Vater wissen, wie das läuft… - So einer will doch immer schlauer sein, als jeder Anwalt oder Richter! - Wird ein Richter zudem vorgewarnt … weiß der , wie weiter zu verfahren ist... - Im Rahmen des Ermessens.

 

ERIKA ( nachdrücklich ): So wie der Maier glaubt, als Heilpraktiker auch mehr zu wissen, als ein Arzt…

 

HUBERT ( nickt, jovial ): Sag’ ich ja…! - Ein Unbelehrbarer, der sich auf Kosten aller zwanghaft selbst verwirklicht…! - ( gönnerhaft ) Warum kriegt der hier auch keinen Anwalt mehr … Ein guter Anwalt kennt die Richter im Bezirk. ..!  - Und Querulanten …? - Wenn man die überhaupt vertritt … lässt sie ein guter Anwalt bluten ! – Kassiert möglichst ein Sonderhonorar und fährt die Spinner danach lehrbuchmäßig an die Wand!

 ( energisch )

Doch wirklich, Mutter … – Langsam reicht’s…! - Die ganze Zeit das Rumgequatsche…

( PAUSE )

 

KURT ( holt tief Luft, beherrscht): Und wohin werden wir verlegt, Herr Dr. Jetter?

 

HUBERT  ( knurrig ):  Das entscheiden die Behörden…

(PAUSE )( KURT  sieht MARTHA  beunruhigt an )

MARTHA  ( greift beschwichtigend nach KURT, fest ): Wir bleiben zusammen, Kurt! ( beunruhigt zu HUBERT ) Du könntest doch was tun… - Für uns …

(PAUSE)

HUBERT ( zögernd ): Schwer zu sagen, nach dem, was hier gelaufen ist … -  Mack und Schmidt … - Die waren schwierig zu gewinnen, dass man Dir überhaupt behilflich ist!

 

Martha ( hilflos ): Aber dieses zweite Zimmer… - Das könnte dann doch Kurt …

 

ERIKA  ( einwerfend, spitz ): ‚Beziehungsdemokratie’, Mutter … - War Dir das vorhin nicht zuwider?

 

MARTHA ( trotzig ): Ich gehe hier nur raus, wenn ich mit Kurt zusammen bleibe …

 

HUBERT  ( energisch ): Nein, Mutter! – Du ziehst hier aus, weil die Vernunft es Dir gebietet - Und zwar bald!!

 

ERIKA ( spöttisch ): Natürlich kannst Du auch hier wohnen bleiben, Mutter… - Wie das aber wird… in einem leeren Haus … mit Verpflegung und so weiter …

( MARTHA  und KURT sehen sich betroffen an;  KURT wirkt plötzlich sehr mitgenommen )

HUBERT ( gönnerhaft, zu ERIKA ):  Na ja… Jetzt übertreibst Du aber …

 

MARTHA  ( kühl ): Nein, nein, Hubert!. – Damit wurde anderen inzwischen auch gedroht …! -  Worauf die eiligst ausgezogen sind…

 

HUBERT  ( ungehalten ): So ein Quatsch! - Wir sind doch keine Unmenschen… - Das löst man heute anders

 

MARTHA  ( bitter ):  Euch traut man so was eben zu…

 

HUBERT ( energisch ): Und weshalb suchen wir dann das Gespräch mit euch Bewohnern?

(PAUSE )

MARTHA ( entschlossen ): Ich gehe jedenfalls nicht ohne Kurt! - ( zu  KURT ) Das schaffen wir schon miteinander…! -  Ich habe jedenfalls Vertrauen ….

 

HUBERT (hart; einwerfend ): Nein, Mutter … keine Ahnung!

 

MARTHA  ( mit aufkommender Verzweiflung): Du wirst schon sehen …

( HUBERT  sieht ERIKA  kurz an, die mahnend den Kopf schüttelt )

HUBERT ( entspannt sich, freundlich ): Mutter …! - Erika und ich … - Wir machen doch die Regeln nicht!

(PAUSE )

KURT ( steht plötzlich mühsam auf, zu MARTHA ): Der Kuchen ist mir nicht bekommen, Martha… - Ich muss ein bisschen auf mein Zimmer … - ( zu den anderen ) Wenn Sie mich bitte entschuldigen würden …

 

MARTHA ( aufgeregt ): Was ist denn, Kurt …! - Soll ich die Schwester rufen?

 

KURT ( erschöpft ): Lass nur, Mädchen. Danke.  – Ich komme schon zurecht.

 

MARTHA ( beunruhigt):   Willst Du Dich nicht etwas niederlegen?

 

KURT  ( etwas verlegen ): Nicht doch, Martha… -  Ich komme nachher wieder …

 

MARTHA ( hilft ihm eilig in die Jacke und bringt ihn zur Türe): Soll ich Dich nicht begleiten, Kurt… - ( zu HUBERT  ) Oder Hubert …! -  Du könntest vielleicht doch … - Komm! - Sei so gut …

( HUBERT  zieht überrascht die Augenbraue hoch )

 

KURT ( eilig ): Nicht doch … - Danke! -  Ich komme wirklich gut zurecht …

 

MARTHA ( zweifelnd ) Ja? – Ich komme nachher zu Dir rauf…

 

( KURT nickt nur und geht dann etwas mühsam ab. MARTHA sehr beunruhigt, ERIKA betreten, HUBERT gleichgültig )

 

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Fortsetzung TEIL IV