Missbrauch, Manipulierbarkeit und Versagen von Kommunalparlamentarismus
Die Notwendigkeit von mehr direkter Bürgerbeteiligung
durch vereinfachten Bürgerentscheid

Zeitungsausschnitt 024 zum Leitartikel: "Manipulierbarer Kommunalparlamentarismus"

Die bleibende Aktualität dieses Bürgerbegehrens von 1986 ergibt sich aus dem heute offensichtlichen Gegensatz von Versprechen und Wirklichkeit. Die "Große Rochade" in Ellwangen beweist die Schwäche der gegebenen Demokratieregeln! Unbeirrbar manipulierten Wenige eine Stadt, 'verpulverten' letztlich unsinnig viele Millionen Mark an Steuergeldern und dies in Wahrheit nur, um zum Schaden der Ellwanger Innenstadt auf 'der grünen Wiese' ein Kaufhaus mit 24 000 Quadratmetern Verkaufsfläche möglich zu machen, das zur damaligen Zeit eigentlich nicht mehr genehmigt werden durfte.

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7.4.86

Spital, Rathaus, Kaufhaus in Ellwangen

Eigentlich ist die ganze Angelegenheit schon gelaufen, und es brauchte nicht „des Schweißes der Edlen". Warum nun noch ein „Brief", wird aus weiter Untenstehendem ersichtlich.

Ein Gemeinderat, dem man Sorgfalt, Fleiß und Engagement nicht absprechen kann, hat abgestimmt.

Als vor Jahren die Bahnhofstraße zur Debatte stand, gingen einige Bürger ebenfalls an die „Klagemauer" und der Unterzeichnete schrieb einen beruhigenden, positiv zur Sache eingestellten Leserbrief. Inzwischen wird mit Recht an einem neuen Plan  für diesen Bereieh gearbeitet. So sind eben die Zeitläufe.

Interessant ist nun zu verfolgen, wer diesmal an der „Klagemauer" steht. Zunächst natürlich diejenigen, die mit den alten Menschen fühlen, die sagen, „einen alten Baum verpflanzt man nicht". As ob diese nicht schon längst verpflanzt wären, nämlich aus ihrer gewachsenen Umgebung. Im weiteren, in diesem Spital sei man doch inmitten. seines Gemeinwesens. In der Hauptsache handelt es sich wohl um Pflegefälle. Was wäre wohl das Echo der klugen Leute, wenn man einen Teil des hiesigen Krankenhauses schließen und dann diese Menschen mitten in die Stadt verlegen würde in Lärm, gefährlichen Verkehr und die Abgase unzähliger Kraftfahrzeuge.

Da wird weiter Geschichte und Nostalgie bemüht. Der Fürstpropst, der das Spital stiftete. Ein Einsender fürchtete, die ehrwürdige Stiftskirche würde auch eines Tages einer anderen Verwendung zugeführt werden, wenn so etwas Schule mache (Umwandlung des Spitals). Wie immer bei solchen Gelegenheiten fühlen sich auch einige beim Geldbeutel gepackt. Einer der Leserbriefschreiber, der vor einiger Zeit unseren geplagten Bürgern noch drei bis vier Jahre mehr der Verkehrsmisere zumuten wollte, ohne eigentlich einen besseren Plan zu haben, schrieb eine lange Epistel zum jetzigen Thema, zu lang, als daß man sie lesen könnte, kleingedruckt.

Nun, wie gesagt, das wäre Schnee von gestern, wenn nicht ein Bürger, der ‑ man höre und staune ‑ schon über ein Jahr in Ellwangen wohnt und Kranke heilen will, eine ganz besondere Aktion in dieser Sache plant, wie man hört. Vor so viel anrühriger Gefühlsseligkeit vor einem alten Gebäude (das ja erhalten bleiben soll) sollte man eigentlich übermannt sein. Man kann doch sicher sein, daß die Jetzigen Bewohner des Spitals einen Platz erhalten werden, der ihnen einen vollen, vielleicht sogar besseren Ersatz bietet.

Heinz Steding, Ellwangen