Missbrauch, Manipulierbarkeit und Versagen von Kommunalparlamentarismus
Die Notwendigkeit von mehr direkter Bürgerbeteiligung
durch vereinfachten Bürgerentscheid

Zeitungsausschnitt 087 zum Leitartikel: "Manipulierbarer Kommunalparlamentarismus"

Die bleibende Aktualität dieses Bürgerbegehrens von 1986 ergibt sich aus dem heute offensichtlichen Gegensatz von Versprechen und Wirklichkeit. Die "Große Rochade" in Ellwangen beweist die Schwäche der gegebenen Demokratieregeln! Unbeirrbar manipulierten Wenige eine Stadt, 'verpulverten' letztlich unsinnig viele Millionen Mark an Steuergeldern und dies in Wahrheit nur, um zum Schaden der Ellwanger Innenstadt auf 'der grünen Wiese' ein Kaufhaus mit 24 000 Quadratmetern Verkaufsfläche möglich zu machen, das zur damaligen Zeit eigentlich nicht mehr genehmigt werden durfte.

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13.5.86

Schon einmal wurde um Spital‑Fortbestand gerungen

Auszug aus dem Jahrbuch des Geschichts- und Altertumsverein 1912/13, Seite 77. Kurzfassung zur Person: Fidel Baur, Edler von Breitenfeld, Fürstlicher Hofkanzler, geboren am 22. Oktober 1729 in Biberach, gestorben am 25. Januar 1808 in Ellwangen. Der letzte Fürstpropst Klemens Wenzeslaus schätzte seine Dienste. Zur Anerkennung seiner Verdienste erhob er ihn im Jahre 1783 in den erblichen Reichsadelstand., „König Friedrich von Württemberg (der schwäbische Zar) hat den letzten Ellwanger Kanzler als Geheimrat und Kreishauptmann in seine Dienste übernommen. Eigentlich sollte jedem Ellwanger der Name dieses wackeren Mannes geläufig sein." Eine Gedenktafel ist für ihn am Eingang in die Sakristei der Wolfgangskirche angebracht. Fräulein Therese von Baur‑Breitenfeld in Schwäbisch Gmünd schrieb an den Geschichts‑ und Altertumsverein Elfwangen über ihren Großvater (Originaltext S. 78):

„In seinen vorgerückten Jahren durchlebte er die schwere Zeit der Säkularisation und sah mit großem Schmerz die Aufhebung des Fürstentums, den Einzug der Kirchengüter und des reichen Schatzes der Stiftskirche, durch den württembergischen Staat. Dieses Vorgehen erfüllte die Einwohner Ellwangens mit großer Erbitterung, insbesondere da auch die Annektierung der Spital‑ und Stadtwaldungen bevorstand. Unter diesen Umständen wollten sie sich durchaus nicht in die neuen Verhältnisse, die eine völlige Umwälzung der alten bedeuteten, fügen und es mußte beim ersten Empfang des Königs Geld unter die Leute verteilt werden, um sie zu einem Hochruf zu bewegen. Eine Episode aus jeder Zeit, die meinem Vater oft von seiner Mutter erzählt wurde, verdient der Nachwelt erhalten zu werden.

Als König Friedrich nach Ellwangen kam, um Einsicht von den neuen Besitzungen zu nehmen, beabsichtigte mein Großvater bei diesem Anlaß, sich eine Audienz zu erbitten; er hoffte Seine Majestät zu bestimmen, von weiteren Annexionen abzustehen. Seine Freunde rieten ihm entschieden davon ab, da ihn die Ungnade des Königs treffen würde, allein er blieb bei seinem Vorhaben. Die Audienz wurde bewilligt; und als die beiden Greise sich gegenüber stunden, hielt mein Großvater Sr. Majestät mit mannhafter Unerschrockenheit im Hinblick auf den beiderseitigen nahen Tod die

schlimmen Folgen vor Augen, wenn, wie geplant war, auch die Stadt und das Spital ihren Besitz an Waldungen verlieren sollten. Se. Majestät hörte meinen Großvater mit tiefem Ernst an und entließ ihn kurzweg ohne jegliche Bemerkung. Letzterer war stündlich auf seine Verhaftung gefaßt. Allein statt dessen erhielt er zur allgemeinen Überraschung des Friedrichsorden, eine große Auszeichnung zur damaligen Zeit. Der Zweck der Audienz war erreicht; Stadt und Spital behielten ihren Waldbesitz (und somit war auch die Existenz des Spitals gesichert)."

"Oft hat mein Vater geäußert: Die Ellwanger wissen nicht, was sie meinem Vater zu verdanken haben".

Paul Kirsch, Ellwangen