Vorstellungen im Gemeinderat

Fünf Architektenbüros wollen Spital zum Rathaus umbauen

ELLWANGEN (jm). Noch ist der Bär nicht erlegt, da streitet man sich schon um das Fell. Noch ist das Spital nicht an die Stadt verkauft, da raufen sich schon die Architekturbüros von Ellwangen über Aalen bis nach Stuttgart um den Planungsauftrag für den Umbau zum Rathaus. Fünf Architektenbüros entwickelten am Donnerstagabend im Gemeinderat ihre mehr oder weniger konkreten Vorstellungen dazu. Die Vergabe erfolgte allerdings noch nicht. Die Fraktionen wollen sich erst unter sich beraten.

Große Projekte aus der historischen Szenerie habe er in den letzten zwölf Jahren bearbeitet und entsprechende Erfahrungen gesammelt, rühmte sich Architekt Frohwein aus Stuttgart. Ebenfalls aus der Landeshauptstadt erschien das zweite Planungsbüro Kilper und Aisenbrei, das auch auf Erfahrungswissen im Restaurieren großer Gebäudekomplexe verweisen konnte.

Gleich vier Mann hoch erschienen die Partner der Arbeitsgemeinschaft Kolb, Franke, Burkhardt und Zieher aus Aalen. Sie hatten sich am Wettbewerb Spitalviertel in Eilwangen Appetit geholt und bewarben sich nun kurzfristig um den Spitalumbau.

Ihre räumliche Nähe zum Projekt brachten anschließend als vierte Bewerber die Architekten Rothmaier und Tröster sowie Bauingenieur Josef Brenner aus Ellwangen als „Heimvorteil" ins Spiel. Mit ihnen ergab sich das längste Gespräch im Gemeinderat, das von der noch nicht ganz geklärten Federführung bis zu Detailfragen des Raumprogramms reichte.

Schließlich wurde von EFL‑Stadträtin Mayer auch noch auf einen fünften Bewerber verwiesen, das Ellwanger Architekturbüro Gauckler, das schriftlich sein Interesse an dem Auftrag bekundet hatte. Es war keineswegs die Schuld dieses Büros, wenn kein persönlicher Vertreter in dieser Sitzung anwesend war, betonte Stadtrat Hans Widmann (CDU. Hatten die einzelnen Interessenten doch nur aus der Veröffentlichung der Tagesordnung über diesen Punkt etwas erfahren.

Stadträtin Mayers Vorschlag, jeweils wenigstens ein Projekt eines jeden Bewerbers unter näheren Augenschein zu nehmen, konnte bei der Mehrheit der Gemeinderäte kein Gefallen finden. Schließlich herrschte einhellige Zustimmung für den Wunsch des CDU‑Stadtrates Josef Merz, sich in getrennten Fraktionssitzungen zu beraten. Die Planungsvergabe erfolgt dann in der nächsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 17. Juli.