Missbrauch, Manipulierbarkeit und Versagen von Kommunalparlamentarismus
Die Notwendigkeit von mehr direkter Bürgerbeteiligung
durch vereinfachten Bürgerentscheid

Zeitungsausschnitt 157 zum Leitartikel "Manipulierbarer Kommunalparlamentarismus"

Die bleibende Aktualität dieses Bürgerbegehrens von 1986 ergibt sich aus dem heute offensichtlichen Gegensatz von Versprechen und Wirklichkeit. Die "Große Rochade" in Ellwangen beweist die Schwäche der gegebenen Demokratieregeln! Unbeirrbar manipulierten wenige eine Stadt, 'verpulverten' letztlich unsinnig viele Millionen Mark an Steuergeldern und dies in Wahrheit nur, um zum Schaden der Ellwanger Innenstadt auf 'der grünen Wiese' ein Kaufhaus mit 24 000 Quadratmetern Verkaufsfläche möglich zu machen, das zur damaligen Zeit eigentlich nicht mehr genehmigt werden durfte.

Zurück zum Leitartikel "Manipulierbarer Kommunalparlamentarismus"
Zurück zum "Chronologischen Verzeichnis der Zeitungsausschnitte"

 


Mit der Strukturuntersuchung wird es nun endgültig ernst

175 Ellwanger Betriebe sollen unter die Lupe
eines Kölner Untersuchungsteams

ELLWANGEN (WR). In einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung erhielten die Mitglieder des Gewerbe­und Handelsvereins Eilwangen am vergangenen Mittwochabend Aufklärung über die bevorstehende Strukturuntersuchung des Ellwanger Einzelhandels, des Branchengebahrens und die Verbrauchertendenz des Ellwanger Raumes. Der örtliche Leiter des Untersuchungsteams der Econ‑Consult (Köln) betonte, daß nur die Teilnahme aller Betriebe ein gutes Bild gebe und die zu erwartenden Entwicklungschancen entsprechend deutlich aufzeige. Die Untersuchung erfolge entsprechend dem Datenschutz. Im Zusammenhang mit der schon angelaufenen Betriebsstättenerhebung werde eine Verbraucherbefragung sowohl in Eilwangen, wie auch in ausgewählten Orten des Umlandes sowie eine Kunden‑ und Wohnort‑Befragung durchgeführt.

175 Gewerbebetriebe seien bei der Betriebsstättenerhebung angeschrieben worden, hob Oberbürgermeister Dr. Schultes anschließend hervor. Dieser gewerblichen Strukturuntersuchung liege das Bemühen der Stadt und des Gewerbevereins zugrunde, die Stadt Eilwangen attraktiver zu machen, die Stärken und Schwächen des Handels sowie des Gewerbes zu erfassen und die vorhandene städtische Infrastuktur zu verbessern.

Am 6. Oktober laufe die Betriebsstättenbefragung,die am 20. Oktober abgeschlossen werden soll. Mit ersten Ergebnissen sei gegen Ende des Jahres zu rechnen.

Für eine genaue Aussage sei es jedoch notwendig, daß sich möglichst viele, wenn nicht gar alle Betriebe daran beteiligen.

Der Vorsitzende des Gewerbe‑ und Handelsverein Eilwangen, Eberhard Veit, betonte, daß die Strukturuntersuchung auf großes Interesse bei den Gewerbetreibenden stoße. Sinn einer Strukturanalyse sei es, das Verbraucherverhalten festzustellen und die notwendigen Rahmenbedingungen zu erfahren, führte Betriebswirt Prinz zu Beginn seines Referates aus.

In Baden‑Württemberg sei das Interesse an einer Strukturuntersuchung weit höher als in anderen Ländern. Nach Ausarbeitung aller Fakten biete die Untersuchung ein mittel‑ und langfristiges Konzept zur Marktsituation der Gewerbebetriebe in Ellwangen. In den vorbereiteten Fragebögen werde nach der Ausdehnung und dem Volumen des Einzelhandelsbetriebes, nach der Handelsstruktur, dem Gesamtumsatz, bezogen auf die Gewerbefläche, nach der Bindung oder dem Abfluß von Kaufkraft und nach dem Erscheinungsbild der Stadt und der Gewerbetriebe gefragt.

Weiter könne auf Grund dieser Strukturuntersuchung festgestellt werden, wo Entwicklungschancen sind, wo die Attraktivität gesteigert werden könne, welche städtebaulichen Rahmenbedingungen durchgeführt werden müßten, wie die Verkehrssituation sich verbessern lasse, welche gestalterischen Mängel behoben werden müssen und wie die Vorschläge der Untersuchung insgesamt verwirklicht werden können.

Um jedoch den Betrieben die Angst vor der Preisgabe innerbetrieblicher Angaben zunehmen, betonte Prinz, würden in Branchen mit weniger als drei Betrieben keine Umsatzzahlen veröffentlicht, alle Unterlagen seien nur den in Köln verantwortlichen Personen zugänglich. Zwei Wochen nach der Auswertung würden die Fragebogen vernichtet. Parallel zur Betriebsstättenerhebung laufe eine Verbraucherbefragung. In 1500 ausgewählten Haushalten soll ein Haushaltsfrageboten ausgefüllt werden. Dieser Fragebogen könne ohne Namensnennung im Verkehrsamt, der Kreissparkasse, der Volksbank oder der Deutschen Bank Eilwangen abgegeben werden.

In diesem Fragebogen werde das Kaufverhalten nach 26 Branchen abgefragt. Dazu kämen Fragen für oder gegen einen Einkauf in Eilwangen, das Verkaufsverhalten zu den Verbrauchermärkten, das vorhandene Parkplatzangebot, die Erreichbarkeit des Stadtkerns, die Lücken im Dienstleistungsangebot und die notwendigen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen.

Besonders wichtig sei, daß dadurch das Zusammenwirken von Handel und Gewerbe, von der Gastronomie, von Kultur und Sport und von der Verwaltung in Erfahrung gebracht werde.

Für den württembergischen Einzelhandelsverband betonte dessen Vertreter Krißmer, daß diese Strukturuntersuchung nicht nur für die Betriebe von Vorteil sei, sondern auch für die Verbraucher. Dazu werde auch eine Kunden-Wohnortbefragung in den Betrieben und Dienstleistungsunternehmen durchgeführt. Die ausgewählte Umlandbefragung entspreche der Verbraucherbefragung. Um gute Ergebnisse zu erhalten, werde mit einem Rücklauf der Fragebogen in Höhe von mehr als 50 Prozent gerechnet.

In seinem Schlußwort betonte OB Schultes, daß es der Wunsch von Stadt und Gewerbe sei, die Innenstadt attraktiv zu machen. Wer nichts für seinen Betrieb tue, könne im Konkurrenzkampf nicht bestehen. Trotz harter Konkurrenz könne das Verkaufspotential in Eilwangen erhalten oder auch gesteigert werden, meinte OB Dr. Schultes.