Missbrauch, Manipulierbarkeit und Versagen von Kommunalparlamentarismus
Die Notwendigkeit von mehr direkter Bürgerbeteiligung
durch vereinfachten Bürgerentscheid

Zeitungsausschnitt 166 zum Leitartikel: "Manipulierbarer Kommunalparlamentarismus"

Die bleibende Aktualität dieses Bürgerbegehrens von 1986 ergibt sich aus dem heute offensichtlichen Gegensatz von Versprechen und Wirklichkeit. Die "Große Rochade" in Ellwangen beweist die Schwäche der gegebenen Demokratieregeln! Unbeirrbar manipulierten Wenige eine Stadt, 'verpulverten' letztlich unsinnig viele Millionen Mark an Steuergeldern und dies in Wahrheit nur, um zum Schaden der Ellwanger Innenstadt auf 'der grünen Wiese' ein Kaufhaus mit 24 000 Quadratmetern Verkaufsfläche möglich zu machen, das zur damaligen Zeit eigentlich nicht mehr genehmigt werden durfte.

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30.10.86

Die Taube und der Wählerwille

Mr merkts emmer meh, daß dem arme Tierle, dera Taub' vom Spital, bald an da Kraga ganga soll. I moin, des isch ja au koi Konscht, wenn älle Groaßkopfete an ihrem Hälsle romdrücket, bis se da letzta Schnaufer duat. Do kennat sich dia kloine Leit no so wehra, gega die Stadt‑ und Kreisübermacht kennet se des Täuble, des se em Grond gnomma selber send, kaum no retta, außer es geschieht no a Wonder.

Dia stilla Wuat, die ihre Resignation begleitet, isch natürlich au net förderlich, daß des Interesse an Sitzonga ond Versammlonga zuanemmt. Geschweige denn, daß dia demokradische Gesennong grad vor de Wahla, ens Uferlose steigt! Dia Obrigkeit wär beschtemmt en dem Fall guat berote gwest, wenn se de Leit aufs Maul gucka dät.

Au wenn dr kloine Ma net emmer glei rausloßt was er denkt und moint, so ka mr des net bloß als Zuastemmong auslega. Grad dia Erforschong des oft so hoch gerühmten Wählerwillens hät do seinen besondera Senn ghet. 1 hab von dera Sach bei de letzte Wahla no nex gwißt! ‑ Au dia Fraktiona hättet sich amol an ihrer Basis omhöra solla, no hätt des Deng vielleicht anders ausseha kenna. Wenn i en meim Verei mi so verhalta dät, no hättest me scho längst end Wüste gsch'ickt (rnei Frau hät nex drgega).'

I glaub, ma muaß emmer do dran denka; ond net erscht, wenn's auf Wahla zuagot. Ond wenn i scho amol beim Sinniera ben, so mecht i no an weitera Gedanka los wära. Onsere guata Stadt soll emmer meh von dr Blechlawine befreit werda mit dem Endziel Fuaßgängerzone. Sobald dann au dia stadtnahe Südomgehong vorhanda ischt, ond dia muaß komma, sonscht fonktioniert des omfahrende Verkehrssystem net, kenne mr dia ältere Mitbürger wieder oschenierter aufd Stroß lossa! A Altaheim isch an dera Stell, au als Ausdruck onserer Einstellong zua de alte Leit, ond des werat bekanntlich net weniger, eine Bereicherong em Sinne der omfassanda Lebensqualität für dia Ennastadt.

A Roathaus an dera Stell isch ja bloß acht Stond am Tag, wenn g'schafft wird, belebt ond besetzt, ond sonscht hockat vielleicht Mucka ond Mäus auf de Akte ond Tisch. Drom hen Erbarma mit dem Tierle ond losset's wia's isch, moin i,

dr Bennogel

(Franz Brenner, Ellwangen)