Missbrauch, Manipulierbarkeit und Versagen von Kommunalparlamentarismus
Die Notwendigkeit von mehr direkter Bürgerbeteiligung
durch vereinfachten Bürgerentscheid

Zeitungsausschnitt 273 zum Leitartikel: "Manipulierbarer Kommunalparlamentarismus"

Die bleibende Aktualität dieses Bürgerbegehrens von 1986 ergibt sich aus dem heute offensichtlichen Gegensatz von Versprechen und Wirklichkeit. Die "Große Rochade" in Ellwangen beweist die Schwäche der gegebenen Demokratieregeln! Unbeirrbar manipulierten Wenige eine Stadt, 'verpulverten' letztlich unsinnig viele Millionen Mark an Steuergeldern und dies in Wahrheit nur, um zum Schaden der Ellwanger Innenstadt auf 'der grünen Wiese' ein Kaufhaus mit 24 000 Quadratmetern Verkaufsfläche möglich zu machen, das zur damaligen Zeit eigentlich nicht mehr genehmigt werden durfte.

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3.4.87

Kostenschätzung falsch

Der geplante Umbau des Spitals in Ellwangen kündigt sich immer deutlicher als wahre Goldgrube für jene Handwerker an, die dann den Zuschlag bekommen werden. Ganz vertraulichen Informationen zufolge hat die tatsächliche Aufnahme der Bausubstanz nämlich ergeben, daß die weitere Nutzung als Altenheim zwar problemlos möglich wäre, der Umbau in ein modernes Rathaus aber ‑ wenn überhaupt! ‑ nur mit einem riesigen Bau‑ und damit Kostenaufwand möglich ist. Die veröffentlichten Kostenschätzungen sind falsch! Jeder Rathausneubau am Stadtrand wäre billiger! Folglich eine Sache für den Landesrechnungshof wegen Verschleuderung von Steuergeldern!

  Wenn jetzt noch weitere Geschäfte in der Pfarrgasse geplant sind, wird ein Kaufhaus im Rathausareal ohnehin immer fragwürdiger. Wer soll das schließlich al­les kaufen, was dann angeboten wird? Laut Gutachten der Fa. Econ‑Consult ist das Warenangebot in Ellwangen heute schon reichhaltiger als dies gewöhnlich in einem Mittelzentrum der Fall ist. Das Um­land hätte zwar rechnerisch noch Kauf­kraft nach Ellwangen zu tragen: Hat es aber auch die Nachfrage für das spezialisierte Ellwanger Angebot? Mit Sicherheit nicht! WOHA hat seine bisherigen Kauf­hauspläne daher auch schon fallengelassen und begnügt sich jetzt mit dem Ausbau des„ Grünen Hof". Vernünftig, meine ich. Zumal sich an der Haller Straße ein neuer Verbrauchermarkt einkaufen wird. Was

soll nach dem so unerbittlich betriebenen Umzug der Verwaltung ins Spital also mit dem leeren Rathauskomplex geschehen? Umbau in ein Altenheim als Spitalersatz?

    Wolf‑Alexander Melhorn, Ellwangen