Missbrauch, Manipulierbarkeit und Versagen von Kommunalparlamentarismus
Die Notwendigkeit von mehr direkter Bürgerbeteiligung
durch vereinfachten Bürgerentscheid

Zeitungsausschnitt 337 zum Leitartikel: "Manipulierbarer Kommunalparlamentarismus"

Die bleibende Aktualität dieses Bürgerbegehrens von 1986 ergibt sich aus dem heute offensichtlichen Gegensatz von Versprechen und Wirklichkeit. Die "Große Rochade" in Ellwangen beweist die Schwäche der gegebenen Demokratieregeln! Unbeirrbar manipulierten Wenige eine Stadt, 'verpulverten' letztlich unsinnig viele Millionen Mark an Steuergeldern und dies in Wahrheit nur, um zum Schaden der Ellwanger Innenstadt auf 'der grünen Wiese' ein Kaufhaus mit 24 000 Quadratmetern Verkaufsfläche möglich zu machen, das zur damaligen Zeit eigentlich nicht mehr genehmigt werden durfte.

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Ellwanger Bürger äußern sich zur neuen Verkehrslage in der Innenstadt

„Die Ampel brauchen wir nicht mehr"

Von Beamtenstadt zur Geisterstadt .

ELLWANGEN (mas). Da steht sie nun, die Westtangente, Ellwangens„Jahrhundertwerk". Sie wirkt wie ein Stadtmauerteil des 20. Jahrhunderts und soll auch diese Funktion übernehmen: Die Fremden von der Stadt abhalten, um den Bewohnern das Leben angenehmer zu machen. Kommt nun diese neue Umgehungsstraße dieser Aufgabe auch nach?

Bahnwärter Willi Hauber berichtet uns, daß immer wieder ein Fahrer im Mühlgraben dastehe und frage, wie man denn jetzt nach Dinkelsbühl komme. „Die Schilder", so Willi Hauber, „verwirren die Fahrzeuglenker, die aus Richtung Crailsheim kommen." Für einen unmittelbaren Anwohner der Brückenauffahrt bei der Wolfgangskirche stellt der Verlauf der Umgehungsstraße Vor‑ und Nachteile dar.

„Bei uns ist es lauter geworden. Die neue Friedhofsmauer an der Wolfgangsklinge reflektiert den Lärm zu uns herüber. Wir können uns in unserem Garten kaum noch miteinander unterhalten, denn die Lastwagen, aus Richtung Aalen kommend, geben noch, bevor sie auf die Brücke fahren, verstärkt Gas." Am Wochenende, vor allem am Freitagnachmittag, wenn die Kaserne ihre Tore öffnet, bildet sich ein Stau an seinem Haus vorbei. „Jetzt haben wir keine Autoschlangen mehr vor dem Garten", teilt uns der Anwohner mit. „Folglich", so führt er fort, „wurden die Abgase reduziert."

Oben auf der Brücke will er uns noch auf etwas aufmerksam machen. „Schauen Sie mal", sagt er sichtlich angetan, und zeigt in Richtung Stadtmitte. „Diesen Blick von der Brücke auf die drei Kirchen (Stadtkirche, Basilika, Schönenberg) haben Sie von keinem anderen Punkt aus so wie hier." Mit schalldichten Fenstern wurde ein Haus, nahe der Westtangente, versehen. Sozusagen als ein Entgegenkommen. „Doch daß ich auch mal in der Wohnung lüften muß, ist den Herren wohl fremd", schimpft eine Frau. „Was meinen Sie, wie laut es hier im Zimmer schon bei gekipptem Fenster ist."

Ruhe hingegen scheint in der Marienstraße eingekehrt zu sein. „Man kann sich jetzt freier auf der Straße bewegen", erzählt uns ein älterer Herr. Zwar fahren auch noch Lastzüge durch die Innenstadt, doch sind sie seltener geworden. Das gewohnte Bild der Autoschlange in Richtung Bahnhof, aber auch der „Blechlawine" in der Spitalstraße, gehört wohl der Vergangenheit an.

Auf die Ampelanlage am Fuchseck macht uns ein Mann aufmerksam. Sie ist ausgeschaltet. „Im Frühjahr bedeutete dies noch ein Chaos für das Verkehrsleben in der Innenstadt", weiß er zu berichten. „Und jetzt ‑ die Ampel brauchen wir nicht mehr. Der Verkehr regelt sich von alleine."

Der Ellwanger Gemeinderat wird sich in absehbarer Zeit mit der Verkehrslage in der Innenstadt erneut befassen. Welche Maßnahmen werden neben der „neuen Stadtmauer" noch getroffen, um den Bewohnern das Leben angenehmer zu machen? Zu begrüßen ist, daß Abgase und Motorengeräusch zunehmend dem Bürger ferngehalten werden sollen. Zu wünschen ist, daß sich die Innenstadt nicht zu einer Geisterstadt verwandelt.