Missbrauch, Manipulierbarkeit und Versagen von Kommunalparlamentarismus
Die Notwendigkeit von mehr direkter Bürgerbeteiligung
durch vereinfachten Bürgerentscheid

Zeitungsausschnitt 382 zum Leitartikel: "Manipulierbarer Kommunalparlamentarismus"

Die bleibende Aktualität dieses Bürgerbegehrens von 1986 ergibt sich aus dem heute offensichtlichen Gegensatz von Versprechen und Wirklichkeit. Die "Große Rochade" in Ellwangen beweist die Schwäche der gegebenen Demokratieregeln! Unbeirrbar manipulierten Wenige eine Stadt, 'verpulverten' letztlich unsinnig viele Millionen Mark an Steuergeldern und dies in Wahrheit nur, um zum Schaden der Ellwanger Innenstadt auf 'der grünen Wiese' ein Kaufhaus mit 24 000 Quadratmetern Verkaufsfläche möglich zu machen, das zur damaligen Zeit eigentlich nicht mehr genehmigt werden durfte.

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1.10.87

Nochmals Jusos und HJ

Zu unserem Bericht aus der Gemeinderatssitzung veröffentlicht am 22. September („Die Jusos und die HJ") und zum Leserbrief der Jusos vom 24. September („Die Jusos fühlen sich diffamiert') nimmt folgender Leserbrief Stellung:

Wenn alle Leute immer wüßten, was ich manchmal so denke, kriegten viele Leute öfters einen Schock. Ein Schöckchen habe ich verursacht, als ich neulich im Gemeinderat laut gedacht habe gedacht habe, das sei bedenkenswert. Ich werde immer traurig, wenn ich einerseits geziehen werde, ich würde, da ich bei der CDU bin nix taugen, weil ich meinen Mund nicht aufmache, dann aber, wenn er andererseits einmal offen ist, eines auf denselben kriege! Narret werde ich immer dann, wenn mir die Fähigkeit, Satiren von beleidigender Frechheit unterscheiden zu können, abgesprochen wird.

Ich habe die Jusos mit der HJ in einem Atemzug genannt und sie so aus der Rolle des Beleidigers in die des Beleidigten gebracht. Ich bedaure das. Sie (die Jusos) haben sich erkennbarerweise auf mehr als den Schlips getreten gefühlt. Das tut mir leid. Ich bin zur Ansicht gelangt, wie wenig vergleichbar mit der HJ sie doch sind und werde sie in Zukunft mit nix und niemandem mehr „vergleichen". Abgesehen davon, daß ich eigentlich vor diesem Vergleich gewarnt habe.

Da sich unsere (beiderseitige) Empfindlichkeit für verbale Anwürfe, so sie derart öffentlich sind, herausgestellt hat, ist die Erklärung zu begrüßen, nunmehr „Ruhe zu geben". Ich sollte allerdings noch hinzufügen ‑ da das nun einmal angesprochen ist ‑ daß ich als Ellwanger, der 1945 überleben durfte, nicht verstehe, zu kollektiver Schuld verurteilt zu sein, wenn die SS uns sterbende und tote arme Teufel aus dem KZ vor die Haustür legte. Auch wir Ellwanger hatten unter der SS generell mehr zu leiden, als die heutig Urteilenden aus ihrer Literatur zu beziehen gedenken.

Hans Widmann, Ellwangen